Amberg
05.11.2024 - 09:22 Uhr
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Stadt Amberg zahlt dem TV 1861 40.000 Euro für neuen Kunstrasenplatz

Der TV 1861 Amberg will einen Kunstrasenplatz bauen. Die Fraktionsinitiativen versprechen eine Förderung von 800.000 Euro. Dafür aber muss der Verein aber zehn Prozent Eigenanteil einbringen. Den hat er nicht. Da kommt die Stadt ins Spiel.

Der TV 1861 Amberg will einen Kunstrasenplatz bauen. Die Stadt greift dem Verein nun unter die Arme. Bild: Wolfgang Steinbacher
Der TV 1861 Amberg will einen Kunstrasenplatz bauen. Die Stadt greift dem Verein nun unter die Arme.

Die sogenannten Fraktionsinitiativen kommen dem TV 1861 in Amberg zugute. Dabei handelt es sich um eine Aktion der beiden Bayerischen Regierungsparteien CSU und Freie Wähler. Für den Haushalt 2024 haben sie zusätzliches Geld (100 Millionen Euro) unter anderem für den ländlichen Raum, Wissenschaft und Forschung, Polizei und Rettungsdienst sowie Kunst und Kultur eingestellt, von dem rund 300 Projekte in ganz Bayern profitieren. Eines davon ist ein neuer Kunstrasenplatz am TV.

Problem an der Sache ist aber, dass der Verein das Geld nicht einfach geschenkt bekommt, sondern einen Eigenanteil von zehn Prozent zur Verfügung stellen muss. Bei dem 800.000 Euro teuren Kunstrasenplatz ist das eine Summe von 80.000 Euro. Wie die Mitglieder des Amberger Hauptausschusses nun erfuhren, ist der Verein trotz seiner rund 2200 Mitglieder, der damit der größte Amberger Sportverein ist, nicht in der Lage, diesen Eigenanteil zu leisten.

Stadt springt dem TV zur Seite

Da kommt die Stadt ins Spiel. Denn wie Sportreferent Fabian Kern erklärte, ist der Bau eines Kunstrasenplatzes ohnehin im "Gesamtkonzept Sportpark am Schanzl" geplant. Durch die Fraktionsinitiativen ergebe sich nun die Möglichkeit, das Projekt früher als gedacht umzusetzen. Dafür muss aber der Förderantrag noch heuer gestellt werden. Damit das geht, braucht es den Eigenanteil.

Kern stellte zwei Varianten vor, wie die Stadt dem Verein unter die Arme greifen könnte. Option A: Die Stadt gewährt dem TV einen Zuschuss über 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Das sind 40.000 Euro, also die Hälfte des geforderten Eigenanteils. Was den anderen Teil betrifft, so gibt die Stadt dem Verein ein zinsloses Darlehen, das dieser mit einer monatlichen Rate in Höhe von 330 Euro über zehn Jahre hinweg zurückzahlen muss. Option B: Die Stadt gibt dem Verein nur einen Zuschuss von rund 21 Prozent der förderfähigen Kosten (inklusive Erhöhungsbeitrag für Jugendliche). Das wären dann etwa 16.500 Euro. Der Rest wird als zinsloses Darlehen vergeben, das der TV mit einer monatlichen Rate von circa 530 Euro über einen Zeitraum von ebenfalls zehn Jahren zurückzahlen muss.

Kerns Empfehlung an die Ausschussmitglieder war es, der Variante A, also der mit 50 Prozent Zuschuss zu folgen, vorausgesetzt, Stadt und Verein schließen eine Nutzungsvereinbarung, die regelt, dass auch Schulen den Platz für den Sportunterricht nutzen dürfen.

Win-Win-Situation

Damit würden die Stadt und der TV von dem neuen Kunstrasenplatz profitieren. Wie es in der Beschlussvorlage für den Hauptausschuss heißt, hat der Platz den großen Vorteil, dass er vollkommen jahreszeit- und witterungsunabhängig genutzt werden kann, damit zu mehr Auslastung führt sowie das ganze Jahr über gleichbleibende Trainingsbedingungen bietet. "Zudem ist ein Kunstrasenplatz relativ pflegeleicht, weniger wartungsintensiv und reduziert den Wasserverbrauch deutlich. "Mittlerweile gibt es immer nachhaltigere und umweltverträglichere Technologien, die einen

möglichst ökonomischen und nachhaltigen Kunstrasen ermöglichen", schreibt die Stadtverwaltung. Der TV wiederum könnte den Kunstrasenplatz an andere Vereine vermieten und so mit den Einnahmen für Pflege und Wartung sorgen. Schließlich: Gerade für Schulen, die keine eigenen Außensportflächen besitzen, wäre der Kunstrasenplatz ein willkommenes Angebot. Dementsprechend gab es auch keine Diskussion unter den Ausschussmitgliedern. Sie gaben ihre Empfehlung einstimmig an den Stadtrat weiter, der kommenden Montag darüber beraten wird.

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