18.03.2019 - 12:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadt springt an vielen Stellen ein

Zuschüsse, Darlehen, Bürgschaften. Für den Kämmerer ein weites Feld, das er zu beackern hat. Am Ende entscheidet aber der Stadtrat, wo und wie sich die Stadt engagiert.

Demnächst startet die Sanierung der Basilika St. Martin mit einem Volumen von deutlich mehr als fünf Millionen Euro. Die Stadt Amberg will sich mit einem kleinen Zuschuss beteiligen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Letztendlich entscheidet zwar der Stadtrat darüber, ob und wie die Kommune die Vereine und Organisationen in der Stadt unterstützt, die Finanzexperten der Kämmerei müssen aber erst einmal aufwendige Entscheidungshilfen ausarbeiten und Beschlussvorlagen liefern.

Ein Beispiel dafür liefert der Hauptausschuss in seiner letzten Sitzung. Hier ging es unter anderem um einen Zuschuss für die Sanierung von St. Martin, um ein zinsloses Darlehen für die Luftsportgruppe, die ihr Gelände in Rammertshof gerne an das öffentliche Stromnetz anschließen würde und um eine Ausfallbürgschaft für ein Darlehen des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) für den SC Germania.

Wie Kämmerer Franz Mertel erläuterte, will sich die Stadt Amberg - vorbehaltlich der Zustimmung durch den Stadtrat - an der Sanierung der Basilika St. Martin mit maximal 100 000 Euro beteiligen, gleichmäßig verteilt auf die Haushalte 2020 bis 2023. Normalerweise, so Mertel, gibt die Kommune überhaupt keine Zuschüsse für "private" Sanierungen aus. Aber: "Bei der Basilika St. Martin handelt es sich um ein kunsthistorisches Baudenkmal von nationaler Bedeutung, ein hervorragendes städtebauliches Ensemble und Wahrzeichen der Stadt." Übrigens springt die Stadt hier nur ein, wo der Bund ausfällt. Die Bundesrepublik hatte nämlich laut Mertel ursprünglich eine Förderung von 700 000 Euro aus dem Fons "National wertvolle Gebäude" zugesagt, dann aber nur 550 000 Euro geleistet. Um die Finanzierungslücke von 150 000 Euro wenigstens zum Teil zu schließen, zahle hier die Stadt ausnahmsweise dazu, wenn der Stadtrat es so wünscht.

100 000 Euro sind allerdings ohnehin nur ein sehr kleiner Tropfen auf den heißen Stein der Basilika-Sanierung. Mertel nannte Zahlen. Rund drei Millionen Euro habe allein von 2003 bis 2009 die Dachsanierung verschlungen. Von 2012 bis 2017 sei dann der Turm stabilisiert und saniert worden, mit einem Aufwand von circa 5,7 Millionen Euro. Nunmehr folge die Außensanierung der Basilika einschließlich Fenster, Glocken und Ölbergkapelle in einem Zeitraum von vier Jahren und Gesamtkosten von 5.724.200 Euro.

Wer draußen am Segelflugplatz in Rammertshof spazieren geht oder joggt, hört oft aus einem Gebäude ein dunkles Brummen. Dann läuft der Dieselgenerator, der den Strom für die Anlage erzeugt. Ein wenig umweltfreundliches Verfahren zur Stromerzeugung. Nun will sich der Verein ans öffentliche Stromnetz anschließen. Das allerdings ist mit enormen Kosten verbunden: 71.200 Euro. 12.000 Euro gibt die Stadt Amberg als Zuschuss aus den Sportförderrichtlinien, dazu kommen 15.000 Euro an Eigenmitteln. Bleibt eine Finanzierungslücke von 44.200 Euro. Die soll nun über ein zinsloses Darlehen der Stadt geschlossen werden. Der Hauptausschuss stimmte diesem Antrag schon einmal zu, der Stadtrat hat nun das letzte Wort.

Zwar hat der SC Germania sein uraltes Sportheim bereits 2012 durch einen Neubau ersetzt, die Abfinanzierung dieser Maßnahme beschäftigt den Verein aber noch immer. Im konkreten Fall geht es um ein Darlehen, in Höhe von 24.900 Euro das der Bayerische Landessportverband BLSV an den Verein ausbezahlen will - wenn der SC Germania eine Buchgrundschuld, eine Bank- oder kommunale Bürgschaft vorlegt. Dem Hauptausschuss und dem Stadtrat liegt nun der Antrag vor, die Stadt Amberg möge diese Ausfallbürgschaft leisten. Das fand der Hauptausschuss am Donnerstag durchaus richtig und stimmte einstimmig zu.

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