31.07.2020 - 10:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadtwerke Amberg bieten Netzdokumentation für Grabungsarbeiten an

Wohin mit wichtigen Dokumenten, die man vielleicht erst in 20 oder 30 Jahren wieder braucht? Die Stadtwerke Amberg bieten einen kostenlosen Service für Bauherrn und Bauunternehmer an: die Netzdokumentation für Grabungsarbeiten.

Stadtwerke-Betriebsingenieur Dipl.-Ing. (FH) Stefan Prüfling (Zweiter von rechts) und sein Netzdokumentations-Team Artur Marx (von links), Martin Fischer, Dietmar Riedl und Michael Gradl.
von Externer BeitragProfil

Das gesamte Leitungsnetz der Stadtwerke Amberg mit Strom, Gas, Wasser, Fernwärme und Lichtwellenleiter umfasst mehrere 1000 Kilometer, teilt die städtische Tochter in einer Pressemitteilung mit. Die Lebensdauer der verlegten Leitungen beträgt im Normalfall etwa 50 bis 70 Jahre. Damit die im Erdreich verlegten Leitungen, die im Regelfall zwischen 0,60 Meter tief bei Stromleitungen oder bis zu 1,70 Meter tief bei Wasserleitungen verlegt sind, auch nach Jahrzehnten wieder gefunden werden können, ist eine genaue Dokumentation der Leitungen und eine langfristige Archivierung der Unterlagen notwendig.

Hierfür gibt es bei der Stadtwerke Amberg Versorgungs GmbH eine eigene Abteilung mit vier Mitarbeitern: Martin Fischer und Artur Marx (Gas, Wasser, Wärme) sowie Michael Gradl und Dietmar Riedl (Strom). Seit einigen Jahren werden die verlegten Leitungen größtenteils mit modernen GPS-unterstützten Vermessungsgeräten digital bis auf wenige Zentimeter Lagegenauigkeit in der offenen Baugrube von den Mitarbeitern der Netzdokumentation eingemessen. Anschließend tragen die Mitarbeiter die Daten im Büro in das digitale geographische Informationssystem der Stadtwerke auf Basis der amtlichen Flurkarten ein.

Alle wichtigen Informationen zur Leitung, wie etwa die Lagekoordinaten, Durchmesser, Material, Verlegetiefe und eine Fotodokumentation während der Bauphase, werden in einer Datenbank eingetragen und mit der Leitung verknüpft. Die verlegten Leitungen können dann maßstabsgerecht auf Grundlage der amtlichen Katasterkarten oder der hochauflösenden aktuellen Luftbilder der Stadt ausgedruckt und an die jeweiligen Nutzer zum Beispiel Tiefbaufirmen oder Planungsbüros weitergegeben werden.

Die Stadtwerke dokumentieren auf diese Weise nicht nur die Hauptleitungen im öffentlichen Raum, etwa bei Straßen und Grünflächen, sondern auch die Hausanschlussleitungen, die von den Hauptleitungen abzweigen und dann auf privaten Grund zum Übergabepunkt am Zähler in das Haus verlaufen.

In diesem Zusammenhang werden Eigentümer gebeten, sollten sie auf dem Grundstück größere Baumaßnahmen wie etwa Garage, Wintergarten, Stützmauer und größere Baumpflanzungen planen, den Tiefbauunternehmer daraufhinzuweisen, dass es verpflichtend ist, vorab eine Planauskunft bei der Netzdokumentation einzuholen. Das Angebot ist für Bauherren und Bauunternehmer kostenlos. Mit einer Planauskunft lassen sich eventuelle Beschädigungen an den Hausanschlüssen vermeiden. Bis 2004 wurden bei den Stadtwerken noch alle Bestandsunterlagen für Strom, Gas, Wasser und Fernwärme in Papierform erstellt. Diese analogen Daten werden in der kommenden Zeit digitalisiert und in das geographische Informationssystem eingearbeitet.

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