25.07.2018 - 15:20 Uhr
AmbergOberpfalz

Stadtwerke machen über zwei Millionen Euro Gewinn

"Die Stadtwerke tun der Stadt Amberg gut", sagt deren Geschäftsführer Stephan Prechtl. Und er untermauert das im Stadtrat auch mit Zahlen, die aus dieser persönlichen Meinung ein Faktum werden lassen.

Das Kurfürstenbad ist die am besten besuchte Einrichtung der Stadtwerke in Amberg.
von Markus Müller Kontakt Profil

(ll) Die interessanteste Zahl kam ziemlich weit hinten, als Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Prechtl die Bilanz des städtischen Tochter-Unternehmens für 2017 vorlegte: 2,136 Millionen Euro betrug der Jahresüberschuss. "Wir sind mit diesem Ergebnis sehr, sehr zufrieden", bemerkte Prechtl dazu. "Und wir gehen von einem ähnlichen Ergebnis für 2018 aus." 2016 hatten die Stadtwerke 3,6 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet, die beiden Jahre davor um eine Million Euro.

Prechtl untermauerte am Montag im Stadtrat die Bedeutung des Unternehmens für die Region mit weiteren Zahlen: 2,67 Millionen habe 2017 die Wertschöpfung für die Stadt Amberg betragen (durch Steuern, Abgaben, bezogene Dienstleistungen), ein Auftragsvolumen von 3,74 Millionen Euro ging an regionale Firmen. Wenn man das Gehalt der 155 Mitarbeiter der Stadtwerke dazurechnet, kommt man auf eine regionale Wertschöpfung von 10,67 Millionen Euro.

Als klaren "Standortvorteil für Betriebe, die hier produzieren" wertete der Geschäftsführer die im Vergleich sehr kurze Ausfallzeit in der Stromversorgung: 2017 waren es für Stadtwerke-Kunden lediglich 1,24 Minuten, während der Durchschnitt in Bayern bei über zehn Minuten liegt, der in Deutschland sogar bei mehr als zwölf. Den sinkenden Strombedarf erklärte Prechtl mit der in dieser Statistik nicht erfassten Eigenstromproduktion und -nutzung.

Das Geschäftsfeld Bäder lassen sich die Stadtwerke fast 3,1 Millionen Euro kosten (negatives Betriebsergebnis vor Konzernumlage/Ertragssteuern). Laut Prechtl aus gutem Grund: "Es ist wichtig, dass wir Lebensqualität nach Amberg bringen." Die dürfe ruhig auch in die Region ausstrahlen, wo die Stadtwerke rund 9000 Kunden jenseits der Amberger Stadtgrenzen hätten.

Knapp 242.000 Einfahrten (- 8,4 Prozent) in die beiden Tiefgaragen der Stadtwerke hätten zwar den Umsatz um 31 Prozent auf gut 44.000 Euro steigen lassen, "das deckt aber gerade die Betriebskosten".

Den Dank, den alle Fraktionen den Stadtwerken für ihre gute Arbeit aussprachen, verband Hans-Jürgen Bumes (Grüne) mit der Frage nach dem Anteil regenerativ erzeugter Energie am Biogas-Blockheizkraftwerk für das neue Baugebiet Drillingsfeld II. Es wird laut Prechtl mit Abwärme betrieben, die bei der Verstromung von Biogas entsteht und die bisher nicht genutzt wurde. Bioabfälle könne man hier nicht verwenden, da sie in Amberg nicht in der für eine kommerzielle Anlage erforderlichen Menge anfielen.

Bumes erachtete es zudem als wünschenswert, Fahrradfahrern zu ermöglichen, ihr Gefährt am Kurfürstenbad trocken abzustellen. Die Stadtwerke gäben bei Regen Sattelschoner aus, schilderte Prechtl die aktuelle Regelung. Ein weiterer Service für Radfahrer: Wer mit einem Pedelec unterwegs ist, kann im Bad seinen Akku kostenlos aufladen lassen.





Die Stadtwerke 2017 in Zahlen:

Bilanzsumme Konzern 106,1 Millionen Euro

Umsatzerlöse (konsolidiert) 76,6 Millionen Euro

Investitionen 2017:

- Strom 2,2 Millionen Euro

- Gas 0,29 Millionen Euro

- Wärme 0,39 Millionen Euro

- Wasser 1,60 Millionen Euro

Gesamt-Investitionen und Unterhalt Stadtwerke Amberg Versorgungs GmbH 8,12 Millionen Euro

Stromabsatz 2017:

- 251 GWh im Netz (- 0,6 Prozent)

- 220 GWh im Vertrieb (- 1,3 Prozent)

Gasabsatz 2017:

- 532 GWh im Netz (+ 4,1 Prozent)

- 461 GWh im Vertrieb (+ 9,5 Prozent)

Wärmeabsatz 2017:

- 29,5 GWh (+ 5,4 Prozent)

Wasserabsatz 2017:

- 3,39 Millionen Kubikmeter (+ 3,4 Prozent)

Besucher

- Kurfürstenbad 363.000 (- 3,2 Prozent)

- Sauna 77.000 (- 1,3 Prozent)

- Hockermühlbad 105.000 (- 2,8 Prozent)

Kultur- und Sportstiftung der Stadtwerke 2017:

-17 Projekte mit insgesamt 21.750 Euro gefördert




















10,7 Prozent haben die Stadtwerke an der Windpark Falkenberg GmbH erworben, einem Windpark-Standort mit drei Anlagen in Baden-Württemberg

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