21.10.2019 - 17:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Stefan Krölls Goldrausch im Musikomm Amberg

Ob sich Stefan Kröll die Nähe zum Amberger Publikum so gewünscht hat - wohl eher nicht. Am Freitagabend saßen jedenfalls die Kabarettjünger im Musikomm dicht an dicht auf der Bühne im großen Saal - das Parkett blieb leer.

Stefan Kröll
von Marielouise ScharfProfil

Ob sich Stefan Kröll die Nähe zum Amberger Publikum so gewünscht hat - wohl eher nicht. Am Freitagabend saßen jedenfalls die Kabarettjünger im Musikomm dicht an dicht auf der Bühne im großen Saal - das Parkett blieb leer.

"Ein wahnsinns Mitmach-Effekt: alle auf der Bühne", strahlte der Quereinsteiger-Kabarettist ohne abgebrochenem Studium, dafür mit Schreinerausbildung, Meisterbrief und eigenem Planungsbüro für Innenausbau seine Enttäuschung weg.

Fesch herausgeputzt mit Weste über Jeans und Kurzhaarschnitt "mit kleiner Stilllegungsfläche" meinte er noch: "Ich bin da heut für Kabarett eingeteilt" - und startete schwungvoll in sein neues Programm "Goldrausch 2.0". Bereits zweimal war er schon in Amberg und hat nur gute Erinnerungen an seine Auftritte - einmal bei der Lachnacht und dann beim Sommerfestival der Bibliothek.

Ab sofort begibt er sich mit seinem neuen Programm auf die Suche nach dem Glück - " ... aber es beißt einfach net an!" Kröll sang diesen Satz und begleitete sich selbst am prächtigen Yamaha-Flügel. Sonst stand er davor und plauderte locker los. Vom Goldrausch, der die Glücksritter ins Land der Azteken, Inka und Maya, nach Alaska, Mexiko und Australien lockte, um die Gier nach Gold zu stillen. Dazwischen streute er Kalauer ein wie den vom Pferd, das mit Beamtenblut eingeschläfert wurde.

Oder er berichtete vom modernen Ablasshandel, wo man durchaus eine Kreuzfahrt unternehmen kann, aber dafür eben die Grünen wählt. Also switchte er zwischen dem "Wandervolk der Azteken" zum Wandervolk der Ethikschüler, die durchs Schulhaus irren. Irgendwie fand er zu den Azteken zurück, die über 1000 Götter verehrten. Heute kennen wir nur mehr drei: "Franz Beckenbauer, Helene Fischer und die Geißens".

Ganz nebenbei machte er mit der Whatsapp-Gruppe bekannt, die gerne Besonderes speist, aber wohl nicht unbedingt Appetit auf Maulwurf oder aztekischen Masthund verspürt. Es war richtig lustig und gekonnt, wie der sympathische Kabarettist mit oberbayerischem Dialekt auf skurrile Weise Themen aufbereitete und Querverbindungen dazufädelte. Das kam richtig gut an beim Amberger Publikum, das immer wieder laut und herzhaft lachte.

Vom ehemaligen Goldrausch in Bayerns Flüssen schwenkte Kröll zum ökologisch nachhaltigen Klapperl-Anbau (Sandalen) und zum Erotikroboter mit künstlicher Intelligenz. Dawson City, das Sehnsuchtsziel tausender Glücksritter von damals, ist heute das Internet. Und die Show "Let's dance" ist das "Gut Eiderbichl für vergessene Prominente". Wieder griff er in die Tasten und sang: "Wo ein Blinder einen Nackerten trifft, können beide froh sein."

Stefan Kröll.
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