20.10.2019 - 13:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Stehende Ovationen für Ambergs neuen Ehrenbürger Wolfgang Dandorfer

Standing Ovations im Großen Rathaussaal: Das gibt es auch nicht alle Tage. Am Freitag aber ist das für 150 Gäste die beste Form, ihre hohe Wertschätzung auszudrücken: Für Alt-OB Wolfgang Dandorfer, der zum neuen Ehrenbürger gekürt wurde.

„Das ist meine neue Freizeitbeschäftigung“, ruft Wolfgang Dandorfer strahlend ins stehend Beifall klatschende Publikum, als er seinen jüngsten Enkel Karl (3) aufs Podest hebt, auf dem der Alt-OB im Großen Rathaussaal am Freitagabend selber steht.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Seit 1850 verleiht die Stadt die höchste Auszeichnung, die sie vergeben kann. In dieser langen Zeit von 169 Jahren ist sie erst 28 Mal an den Mann und eine Frau gebracht worden. Maria Geiss-Wittmann, "das soziale Gewissen unserer Region", wie Bürgermeister Martin Preuß die ehemalige Landtagsabgeordnete sowie Gründern und langjährige Landesvorsitzende von Donum Vitae nannte, ist zuletzt 2008 zur Ehrenbürgerin gekürt worden.

Überraschung zum 70.

Elf Jahre später nun hat Wolfgang Dandorfer diesen Titel erhalten - per einstimmigem Stadtratsbeschluss eigentlich schon Anfang Juni, was als Überraschung zu seinem 70. Geburtstag gedacht war. Dass sie gelungen ist, sagte der Alt-OB schon damals. Am Freitag durfte er sich noch mal im öffentlich-festlichen Rahmen mit vielen Freunden und Wegbegleitern aus allen politischen, wirtschaftlichen, behördlichen und gesellschaftlichen Bereichen der Region über die offizielle Verleihung freuen.

"Du hast dich um das Wohl der Stadt und ihrer Bevölkerung in außerordentlicher Weise verdient gemacht und dabei dein Mandat als Landtagsabgeordneter (1982-1990) und vor allem dein Amt als Oberbürgermeister (1990-2014) stets als Auftrag und Verpflichtung verstanden", würdigte Oberbürgermeister Michael Cerny seinen Amtsvorgänger (beide CSU). "In all den Jahren war deine Arbeit von großem Sachverstand geprägt", bescheinigte der OB, der natürlich die wichtigsten Verdienste Dandorfers nannte: allen voran die Errichtung der Hochschule (OTH), die Ausrichtung der Landesgartenschau 1996 und der Landesausstellung zum Winterkönig 2003 sowie viele große Bauprojekte: Kongresszentrum (ACC), Stadtwerke-Zentrale, Jugendzentrum Altes Klärwerk, Trimax-Sporthalle oder städtische Seniorenheime. Dandorfer sei auch ein engagierter Förderer der Wirtschaft gewesen. Etliche Neuansiedlungen von Unternehmen gingen auf seine Initiative zurück.

Gut arbeiten und wohnen

"Damit hast du maßgeblichen Anteil daran, dass Amberg zu dem heutigen attraktiven Arbeits- und Wohnstandort geworden ist mit einem innovativen Wirtschaftsklima, einer intakten, historisch wertvollen Innenstadt, einer modernen Infrastruktur sowie hohem Freizeit- und Naherholungswert - kurz: zu der lebens- und liebenswerten Stadt, auf die wir stolz sein können", fasste Cerny zusammen. Wolfgang Dandorfer selbst blickte ausgehend von seiner ersten Referentenrunde im Mai 1990 mit dem erfüllten Auftrag, die Einwohnerzahlen und die Gewerbesteuereinnahmen Ambergs wieder nach oben zu schrauben, neben alltäglichen auf die mitunter eher verborgenen Hintergründe seiner Erfolge.

Zum Beispiel, wie viel Schweiß und teilweise List es ihn gekostet hat, neben Weiden im Kampf um die FH zu bestehen, dem eigentlich favorisierten Regensburg mit einem glänzenden, vom damaligen Baureferenten Kurt Brey unterstützen städtebaulichen Umsetzungskonzept die Landesgartenschau 1996 abzujagen und trotz des anfänglichen Widerstands des Hauses der Bayerischen Geschichte die Landesausstellung 2003 mit Heidelberg im Boot zu gestalten.

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