12.02.2019 - 17:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Studium mit exotischer Fächerverbindung

Früher MRG-Schüler, heute promovierter Wissenschaftler: Dr. Christof Weiß referiert an seiner ehemaligen Penne über seinen Werdegang als Physiker und Musikwissenschaftler. Heraus kommt ein Algorithmus.

Der ehemalige Schüler Herr Dr. Christoph Weiß, Preisträger der Klaus Tschira Stiftung in der Kategorie Informatik sprach am Max-Reger-Gymnasium über seine Doktorarbeit im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung für die Oberstufe.
von Externer BeitragProfil

Diese Fächerkombination eines Studiums war mehr als nur ungewöhnlich. Jedoch genau passend für die Studien- und Berufsorientierung der Q 11-Schüler am Max-Reger-Gymnasium (MRG) für die Fächer Physik und Musik. Dr. Christof Weiß, selbst MRG-Absolvent, sprach über seinen beruflichen Werdegang und die Ergebnisse seiner Doktorarbeit.

Weiß, das geht aus einem Pressetext hervor, studierte nach seinem Abitur Physik an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg, sowie Komposition an der dortigen Hochschule für Musik. Im Anschluss forschte er am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau. Dort verfasste er seine Dissertation mit dem Titel "Computational Methods for Tonality-Based Style Analysis of Classical Music Audio Recordings". Über diese Doktorarbeit schrieb er einen Fachaufsatz mit dem Titel "Das ist Haydn. Ganz sicher!". Diese Publikation zielte darauf ab, die Ergebnisse seiner Dissertation einem nichtwissenschaftlichen Publikum zugänglich zu machen.

Musikstile schematisiert

Demnach befasste sich Weiß mit der Entwicklung von Algorithmen, die Musikstile erkennen sollen. Für seinen Aufsatz erhielt er den KlarText-Preis der Klaus-Tschira-Stiftung in der Kategorie Informatik. Gegenwärtig ist der ehemalige MRG-Schüler Mitarbeiter der International Audio Laboratories Erlangen. In seinem Vortrag schilderte der Physiker und Musikwissenschaftler sehr anschaulich, wie es gelingen kann, Komponisten eines Musikstückes oder die Epoche, in der ein Werk entstand, mit digitaler Technik zu erkennen.

Das maschinelle Lernen, inzwischen gerne auch als künstliche Intelligenz bezeichnet, spiele hierbei eine besondere Rolle. Denn Computer müssten zunächst lernen, bestimmte Eigenschaften mit jeweiligen Musikstilen zu verknüpfen. Dazu sei das Einspeisen von über 1000 Trainingsbeispielen nötig gewesen. Ein eigens programmierter Algorithmus filtere daraus die dominanten Tonhöhen einer Aufnahme und leite davon charakteristische Merkmale ab. Das klingt schematisch eigentlich recht einfach. In seinem Vortrag machte Weiß jedoch deutlich, dass die Grundlage seiner Arbeit mehrere Studienfächer umfasst: Mathematik, Physik, Elektrotechnik und Musik. In der Praxis würden dabei vor allem die Methoden der Informatik eine große Rolle spielen. Natürlich hatten die Schüler Gelegenheit, Weiß Fragen zu seiner Arbeit und zu seinem Studium zu stellen. Das Verhältnis von Forschung und praktischer Anwendung, spielte dabei eine bedeutende Rolle.

Keine bloße Spielerei

Der Referent machte vor diesem Hintergrund deutlich, dass das maschinelle Lernen vor allem in industriellen Bereichen von zunehmender Bedeutung sei. So werden zum Beispiel Konsumenten Musikstücke im Internet angeboten, die zu deren Musikgeschmack passen könnten. Damit dies funktioniert, ist ein entsprechender Algorithmus erforderlich. Auch das Prinzip der Gesichtserkennung beruhe auf einem Algorithmus, der immense Datenmengen im Internet auswertet.

So bekamen die Schüler einen ebenso kompetenten wie gut nachvollziehbaren Einblick in wissenschaftliche Arbeitsweisen und anwendungsbezogene Forschung auf hohem und oft interdisziplinärem Niveau.

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