Amberg
15.04.2020 - 13:32 Uhr

Das tägliche Brot auch in der Krise gesichert

Durch Regionalität und familiäre Strukturen fällt den Bäckern gerade in Krisenzeiten eine besondere Rolle bei der Versorgung mit Brot und Nahrungsmitteln zu. Viele Betriebe im Landkreis Amberg-Sulzbach sorgen täglich für Nachschub.

Auch in Krisenzeiten backen die bayerischen Innungsbäcker für ihre Kunden in bester Qualität. Die Versorgung der Kunden hat jetzt oberste Priorität betont der Zentralverband deutsches Bäckerhandwerk. Bild: Zentralverband deutsches Bäckerhandwerk/exb
Auch in Krisenzeiten backen die bayerischen Innungsbäcker für ihre Kunden in bester Qualität. Die Versorgung der Kunden hat jetzt oberste Priorität betont der Zentralverband deutsches Bäckerhandwerk.

"Die Bäcker und die anderen Nahrungsmittelhandwerker, wie Konditoren und Metzger, haben trotz Krise weiterhin geöffnet und sorgen für die Lieferung ihrer Nahrungsmittel zum einen für die großen Lebensmittelketten und zum anderen unmittelbar durch den Verkauf an die Bevölkerung. Dank der regionalen und oft familiären Strukturen der Betriebe ist die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger wie schon in früheren Krisenzeiten durch die Bäcker und die Ernährungshandwerker gesichert, ohne dass hierfür lange Transportwege zurückgelegt werden müssen", erklärt Alfred Schuller, Obermeister der Bäcker-Innung Amberg Stadt und Land gegenüber Oberpfalz-Medien. Die Folgen der Coronapandemie belasten aber auch in dieser Branche die Wirtschaftlichkeit der Betriebe.

Versorgung mit Lebensmitteln

Die Coronakrise bestimmt das gesellschaftliche und politische Geschehen in unserem Land ebenso wie weltweit mehr als alle anderen Krisen nach dem Zweiten Weltkrieg, heißt es in einer Presseinfo der Innung. Umso wichtiger ist, dass es auch im Nahrungsmittelhandel Menschen gibt, die ihre Aufgabe verantwortungsbewusst wahrnehmen und die Versorgung in unserem Land mit Lebensmitteln sichern. Schuller: "Ein Pfeiler dieser Sicherheit sind die Bäcker."

Obwohl es bisher für viele zur alltäglichen Selbstverständlichkeit gehörte, morgens frische Butterbrezen oder ein kleines Frühstück beim Bäcker zu holen und dann gestärkt in den Tag zu starten, sind heute viele Menschen durch die Schließung der Einzelhandelsgeschäfte und die Nachrichten verunsichert. "Leider werden missverständlicher Weise oft in den Meldungen der Behörden und in den Ansprachen vieler Politiker zur Versorgung der Bevölkerung meist nur die großen Lebensmittelgeschäfte genannt und dabei Bezug auf die bekannten Handelsketten genommen. Dabei wird aber vergessen, dass es gerade die kleinen Ernährungshandwerker, wie Bäcker, Konditoren und Metzger gleich um die Ecke sind, die ein krisensicherer Garant für die Versorgung der Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung sind", so der Obermeister. " Sie haben ebenfalls zu den gewöhnlichen Geschäftszeiten geöffnet, verkaufen und liefern die Nahrungsprodukte Brot, Fleisch und Süßspeisen. Man kann also weiterhin beim Bäcker die gewohnte Vielfalt an Broten, Brezen, Semmeln sowie einen guten Kaffee zum Mitnehmen für sich und seine Familie besorgen", so Schuller in dem Schreiben weiter.

Zugute kommen dem Bäckerhandwerk die dezentralen Strukturen, die eine gewisse Unabhängigkeit in den Lieferketten sichern. Produktion und Verkauf finden auf regionaler Ebene mit kurzen Transportwegen und regionalen Versorgungsketten statt. Die Rohstoffe kommen über die eigene Bäko-Genossenschaft, vom nächstgelegenen Müller oder örtlichen Bauern. Das trägt dazu bei, die nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Produkten zu sichern, die Umwelt zu schonen und die Coronakrise gebietsmäßig einzudämmen.

"Der Dank des Bäckerhandwerks richtet sich an viele Personen und Institutionen. Wir danken allen Mitarbeitern in den Bäckereien, dass sie weiterhin unermüdlich für diese wichtige Versorgung mitarbeiten. Und allen Firmen und Zulieferern, die sicherstellen, dass wir funktionierende Maschinen haben und Rohstoffe, die nicht nur hochwertig, sondern auch sicher sind", so Schuller. "Ebenso danken wir den Kunden, dass sie dem Bäckerhandwerk die Treue halten."

"Unsere Innungsbetriebe nehmen ihren Auftrag gegenüber unserer Gesellschaft ernst und kümmern sich", ergänzt Stephan Kopp, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes. "In dieser Situation zeigt sich klar, dass unsere Bäcker nicht nur verantwortungsbewusst und zuverlässig die Versorgung mit Brot sichern. Gerade kleinere Betriebe weisen noch familiär geprägte Strukturen auf, die gerade in Krisenzeiten belastbarer sind. Aber auch die Betriebe als solche halten untereinander innerhalb der Innungen treu zusammen, helfen sich aus und suchen gemeinsam nach Lösungen für die anstehenden Probleme. Unterstützt werden sie dabei von allen Mitarbeitern in der Backstube und im Verkauf, die ohne Zögern mit anpacken. Das Bäckerhandwerk blickt hierbei auf eine über tausendjährige Geschichte zurück."

Starke Einbußen

Doch auch die Ernährungshandwerke müssen in manchen Bereichen starke Einbußen hinnehmen. Viele Kunden bleiben wegen der fehlenden Information, dass auch die Bäckereien geöffnet sind, und aufgrund der allgemeinen Verunsicherung durch die Erkrankungsmöglichkeiten weg, heißt es. Kopp: "In Fremdenverkehrsorten kommt es sogar bis zu 60 Prozent Umsatzeinbußen. Das geht natürlich nicht spurlos vorüber." Der Landes-Innungsverband stellt den Betrieben alle krisenrelevanten Informationen zur Verfügung, hält sie über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden. Bei betriebsspezifischen Fragen steht der Verband mit seinen Betriebsberatern zur Seite, betonen die Verantwortlichen.

Brot ist ein Grundnahrungsmittel, das die regionalen Handwerksbäcker täglich backen. Bild: Zentralverband deutsches Bäckerhandwerk/exb
Brot ist ein Grundnahrungsmittel, das die regionalen Handwerksbäcker täglich backen.
Hintergrund:

Der Landes-Innungsverband

Der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk ist eine juristische Person des privaten Rechts nach § 80 des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks (Handwerksordnung - HwO). Er ist rechtsfähig durch Genehmigung der Satzung durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft vom 18. August 1952. Er vertritt die Interessen von 51 Bäcker-Innungen auf Kreisebene und rund 2 400 Handwerksbäckereien mit circa 7 600 Verkaufsstellen im Freistaat Bayern.

 
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