10.02.2019 - 10:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Tafel verteilt 320 Tonnen Lebensmittel

An 103 Werktagen war das Team der Amberger Tafel im Vorjahr allein durch die Warenausgabe gefordert. Die Fahrten zur Abholung gespendeter Lebensmittel nicht mit eingerechnet. 242 Mitglieder tragen zurzeit den Verein.

Lebensmittel-Ausgabe in der Amberger Tafel. Auch diese Einrichtung erfährt viel Zulauf – ein Zeichen, dass Armut weiter viel verbreitet ist, als gemeinhin gedacht. (Symbolbild)
von uscProfil

95 Helfer stellten sich im abgelaufenen Jahr in den Dienst der Tafel. Sie gaben laut Vorsitzendem Bernhard Saurenbach rund 26 000 Warenkörbe aus, etwas weniger als 2017. Das entspricht nach Angaben der Tafel rund 320 Tonnen an Lebensmitteln. Die zur Jahreshauptversammlung erschienenen Mitglieder waren von der Leistungsbilanz beeindruckt und bestätigten die bisherige Führungsmannschaft mit Bernhard Saurenbach an der Spitze einstimmig im Amt.

Diese große Menge an Lebensmitteln spendeten 70 Firmen in Amberg, im Landkreis und auch in den angrenzenden Landkreisen. Dies sind nach Saurenbachs Worten vorwiegend Lebensmittelmärkte, Bäckereien, Metzgereien und überregional agierende Filialisten. Drei Kühlfahrzeuge der Tafel sammeln täglich Lebensmittel wie Brot, Wurst, Salat, Gemüse und Milchprodukte bei den Spendern ein. Die Fahrer erledigen das ehrenamtlich. 2018 legten die drei Kühlwagen rund 46 000 Kilometer zurück.

Laut Statistik besitzen 668 Haushalte in Amberg und im Landkreis Berechtigungsscheine. Hinter dieser Zahl steckt das Schicksal von 984 Erwachsenen und 705 Kindern. Unter den Bezugsberechtigten sind auch Flüchtlinge in 182 Haushalten mit 333 Erwachsenen und 495 Kindern. Die meisten Kunden, nämlich 479, leben in Amberg, 93 in Sulzbach-Rosenberg, 21 in Kümmersbruck, 16 in Hirschau und 15 in Vilseck. Der Rest verteilt sich auf weitere 18 Gemeinden im Landkreis Amberg-Sulzbach.

Zu den Spenden aus Lebensmittelmärkten kamen im abgelaufenen Jahr nicht wenige Geld- und Sachspenden von Privatleuten, Vereinen und Schulen. Als beispielhaft und vorbildlich stellte Saurenbach den Mitgliedern die Hilfe aus der Walter-Höllerer-Realschule Sulzbach-Rosenberg vor. Das Ergebnis der Schüleraktion „Ein Lebensmittel mehr im Einkaufswagen“ im Kaufland Amberg und Sulzbach-Rosenberg sowie bei Real in Amberg sei beeindruckend: Seit April 2014 konnten die Realschüler nun schon 630 Kisten und Barspenden in Höhe von 2097 Euro abliefern. Dafür dankte Saurenbach mit einer Ehrenurkunde stellvertretend dem Lehrer Ludwig Pirner, bei dem seit Jahren die Fäden für Sammelaktion zusammenlaufen.

Die Sternsinger der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit spendeten Unmengen von Süßigkeiten. In der Amberger Berufsschule wurden Krapfen verkauft. Erlös: 1485 Euro. Lebensmittelspenden kamen auch von Konfirmanden der Paulanergemeinde, von der Wirtschaftsschule Amberg, von Rotaract Amberg oder von Firmlingen der Pfarrei St. Konrad. Vom Verein Sternstunden wurden 100 Schulranzen zur Amberger Tafel geschickt, der VdK überwies 1500 Euro für Kinder. Aus Anlass des Erntedankfests kamen allein 27 Kisten von Herz Jesu Rosenberg und aus Poppenricht, 24 Kisten von weiteren Kirchengemeinden Der Frauenbund Hahnbach brachte 350 Osternester vorbei. Ein Herz für Bedürftige zeigte wiederholt der Hirschauer Unternehmer Claus Conrad. Zur Restfinanzierung eines neuen Kühlwagens haben laut Saurenbach die drei Lions-Clubs Amberg, Amberg-Sulzbach und Sulzbach-Rosenberg Spenden angekündigt.

Saurenbach nutzte die Jahreshauptversammlung, um sich bei den engagierten Mitstreitern für schon zehnjährige ehrenamtliche Mitarbeit zu danken, bei Ludwig Birgmann, Marianne Deichl, Marlies Guttenberger, Peter Kleibrink, Franz-Josef Kobold, Hartmut Kusikowski, Monika Pollanka, Peter Werner, Manfred Witt und Harald Stanek.

Birgit Fruth (SPD), einzige Vertreterin der im Stadtrat vertretenen Parteien, nannte die Tafel einen Stützpfeiler der Gesellschaft. Sie griff die Bitte aus den Reihen der Mitgliedschaft auf, wonach der Tafel die Müllabfuhrgebühren erlassen werden sollten, zumal der vorwiegende Kartonagenabfall ohnedies selbst nach Witzlhof gebracht wird. Die Tafel zahlte dafür zuletzt 3700 Euro pro Jahr.

Bei den Neuwahlen wurde das Führungsteam für weitere zwei Jahren mit großem Vertrauen in Amt bestätigt: 1. Vorsitzenden Bernhard Saurenbach, Stellvertreterin Irmgard Buschhausen, Schatzmeister Günter Preißl, Schriftführerin Stefanie Schinabeck und Beisitzer James Burke. Kassenrevisoren bleiben Heinz Bucella und Hans-Peter Schöner.

Ehrungen gab es in der Jahreshauptversammlung der Amberger Tafel für zehnjährige ehrenamtliche Mitarbeit. Von links 2. Vorsitzende Irmgard Buschhausen , Peter Werner, Manfred Witt, Hartmut Kusikowski, Marianne Deichl, Harald Stanek, Ludwig Birgmann und 1. Vorsitzender Bernhard Saurenbach.
Für weitere zwei Jahren wiedergewählt wurde die amtierende Vorstandschaft der Tafel (von links): 1. Vorsitzender Bernhard Saurenbach, Stellvertreterin Irmgard Buschhausen, Schatzmeister Günter Preißl und Beisitzer James Burke. Auf dem Bild fehlt Schriftführerin Stefanie Schinabeck.
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