03.10.2019 - 14:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Technische Hochschule Amberg-Weiden feiert 25. Geburtstag

Was wäre gewesen, wenn vor über zwei Jahrzehnten Amberg nicht den Zuschlag für die Fachhochschule bekommen hätte? "Eine strukturpolitische Katastrophe", sagt heute Alt-OB Wolfgang Dandorfer beim Empfang zu 25 Jahre OTH Amberg-Weiden.

Talkrunde mit (von links) Michael Cerny, Wolfgang Dandorfer, Andrea Klug und Erich Bauer.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Es war die Zeit für Wiedersehen, Erinnerungen, Austausch und gegenseitiger Dankbarkeit. Am Mittwochabend hatten OB Michael Cerny und OTH-Präsidentin Andrea Klug viele Protagonisten in den Rathaussaal geladen, die zum Gelingen dieses für die Region so wichtigen "Jahrhundert-Ereignisses" beigetragen hatten. Dem voraus ging allerhand Geplänkel, wie Alt-OB Dandorfer ausführlich in einer Talkrunde schilderte. "Ich hätte eine Eishockey-Ausrüstung gebraucht."

Beginn mit 127 Studenten

24 Städte hatten sich beworben und aus Weiden seien die Pucks geflogen, als bekannt geworden sei, dass auch Amberg seinen Hut in den Ring geworfen habe. "Da waren die sehr empfindlich. Jeder hat gewusst: Wer da wegfällt, ist weg vom Fenster." Im November 1993 gab es dennoch Grund zu feiern: "Um 2 Uhr habe ich einen Anruf gekriegt. Da hieß es: Wolfgang, ihr habt's Glück gehabt, der Zehetmeier hat sich über die Mittagspause einen Alternativvorschlag ausgedacht, nämlich Doppelstandort Amberg-Weiden." Damit sollte die Rivalität zwischen den beiden Städten ein Ende finden. Am 1. Oktober 1995 wurde der Studienbetrieb aufgenommen - mit damals 127 Studierenden. Zum Vergleich: Vor einer Woche begannen 900 junge Menschen ihr Studium.

Seit der Gründung gingen 7000 Absolventen ab, 80 Prozent blieben in der Region. Diese Vernetzung mit der Wirtschaft sah der ehemalige OTH-Präsident Erich Bauer als zukunftsweisend an. Er kam 2003, nach Gründungspräsident August Beer (der sich krankheitsbedingt entschuldigen ließ), in einer Phase, in der als Devise "sparen, reformieren, investieren" ausgegeben worden sei. Trotzdem seien kreative Finanzierungswege gefunden worden, indem Allianzen geschmiedet und Partnerschaften gegründet wurden. "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht." Mit Amtsantritt von Andrea Klug im Oktober 2015 gab es wieder einen neuen Trend: "Uns war es wichtig, die Hochschule auf Zukunftsfeldern aufzustellen, als Partner einer Gesellschaft." Dazu gehören unter anderem die Themen Digitalisierung, Industrie 4.0, Energiewirtschaft, Gesundheit, Pflege oder künstliche Intelligenz. Hier sah OB Michael Cerny eine perfekte Verzahnung mit den Behördenverlagerungen, von der Amberg profitiert hat. "Hier haben wir die Schnittstelle zur Hochschule. Auf der einen Seite brauchen diese Einrichtungen dringend Abgänger der Hochschule, die Kompetenzen im Bereich Digitalisierung mitbringen. Auf der anderen Seite sind in diesen Behörden auch viel Kompetenzen. Verknüpft mit der Hochschule ermöglicht das wahnsinnig viele Zukunftschancen."

"Ein Ritterschlag"

2013 wurde die HAW Amberg-Weiden zur Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Kooperation mit der OTH Regensburg ernannt. "Ein Ritterschlag für beide Standorte", sagte Erich Bauer, heute bei BHS Corrugated in Weiherhammer tätig. Er gab auch die Devise aus der Sicht der Wirtschaft für die Zukunft aus: Es müssen weitere Bildungsallianzen geschmiedet und diese international aufgestellt werden.

Empfang im Rathaus in Amberg

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