16.01.2019 - 10:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Tierquäler in Amberg unterwegs - Besitzer warnen

Wer oder was treibt sein Unwesen in Neuricht? Ein Hund hat beim Spazierengehen Rattengift erwischt. Eine Katze wurde wohl mit einem Rasierapparat malträtiert. Die beiden Besitzer sind schockiert und wollen nun andere Tierbesitzer warnen.

Mischlingshündin Lena hat beim Gassigehen mit Frauchen Bianca Dugajczyk in der Gegend um Neuricht ausgelegtes Rattengift gefressen.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Am Mittwoch vor einer Woche war Bianca Dugajczyk mit ihren beiden Hunden Ben (10) und Lena (5) hinter der Häusersiedlung von Neuricht am Waldrand spazieren. Alles sei wie immer gewesen, erinnert sich die Hundebesitzerin, die ihre beiden Tiere an einer zwei Meter kurzen Leine führte. Plötzlich habe Hündin Lena sie mit schlappmüden Augen angesehen. In der nächsten Sekunde brach das Tier bewusstlos zusammen und blieb am Boden liegen. "Ich habe sie nach Hause getragen und sofort den Tierarzt angerufen. Ich stand wirklich unter Schock." Das Tier musste sich daheim übergeben, weshalb der Tierarzt ihr riet, sofort in die Tierklinik nach Sulzbach-Rosenberg zu fahren. Dort nahm man die Hündin für drei Tage stationär auf.

"Die Untersuchungen und der Bluttest haben ergeben, dass Lena Rattengift gefressen hat." Allerdings hat die kleine Mischlingshündin das Gift wohl schon mindestens zwei Tage vorher zu sich genommen, mutmaßt der Tierarzt. "Rattengift braucht etwas länger, um zu wirken." Dugajczyk ist sich aber sicher, dass Lena das Zeug in der Umgebung von Neuricht erwischt haben muss, denn "ich gehe immer die gleiche Runde". Dass das Tier beim Spaziergang zusammengebrochen ist, war also reiner Zufall. "Was wäre gewesen, wenn ich nicht zu Hause gewesen wäre und nicht hätte reagieren können?"

Der Hündin geht es nun wieder besser. "Sie ist noch häufig müde, aber schon wieder deutlich aufgeweckter", ist Dugajczyk froh. Doch ob Lena diese Giftköderattacke überhaupt überlebt, war lange nicht klar. "Die Leberwerte sind immer noch erhöht. Wir wissen auch nicht, wie sich mögliche weitere Folgen des Rattengifts auf Lenas Gesundheit auswirken."

Dugajczyk ist völlig entsetzt von dem Vorfall und hat in der Zwischenzeit zwei Zettel mit einer Warnung für andere Hundebesitzer an Bäume gepinnt. "Ich will nicht, dass es anderen Hundeliebhabern genauso geht." Die Gegend um Neuricht sei schließlich ein beliebter Gassi-Ort. Aber auch viele Spaziergänger ohne Hunde sind dort unterwegs. "Dass der Hundehasser aus Neuricht kommt, schließe ich definitiv aus", ist sie sich sicher. Die übliche Runde meiden Dugajczyk und ihre beiden Lieblinge trotzdem vorerst. Auch einen Giftköderschutz für Lenas Schnauze hat die Besitzerin nun besorgt. "Ich kann einfach nicht verstehen, wie jemand bewusst so etwas am Wegrand auslegt."

Katze am Rücken rasiert

Mit einem Rasierapparat ist die zweijährige Katze Minka von einem Unbekannten am Rücken malträtiert worden.

Nur einige Häuser entfernt wohnt Gerald Schmidt und seine zweijährige Katze Minka. Ihr wurde am Montag mit einem Rasierapparat ein Streifen in das Fell geschnitten. "Wie immer habe ich Minka morgens um 8 Uhr rausgelasssen", erinnert sich der 41-Jährige. Als das Tier gegen 20 Uhr wieder ins Haus kam, "bemerkte ich, dass sie komisch aussah". Gleich am nächsten Tag ging Schmidt zum Tierarzt nach Amberg, der zwar einerseits Entwarnung geben konnte, denn verletzt wurde Minka offensichtlich nicht. "Da bin ich natürlich sehr froh darüber." Doch andererseits sagte der Tierarzt, dass er so etwas nie zuvor beobachtet hätte.

"Wer hat denn bitte beim Spazierengehen einen Rasierapparat dabei?", wundert sich Schmidt. Seine kastrierte Katze würde etwa in einem Radius von rund 500 Metern herumstreunen. "Weiter bestimmt nicht", ist er sich sicher. Sicher ist er sich auch, dass es niemand aus Neuricht war. "Das geht über einen Jugendstreich hinaus. Die Kinder hier in der Nachbarschaft haben fast alle selbst eine Katze."

Schmidt hat jetzt Bedenken, wenn Minka morgen früh wieder vor der verschlossenen Terrassentür darauf wartet, dass sie hinaus darf. "Schön ist das nicht, was passiert ist", sagt er. Vor allem, wenn er daran denkt, was noch passieren könnte.

Auch in Ursensollen hat ein Hund Gift erwischt

Ursensollen
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