18.08.2019 - 11:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Mit Tricks zum neuen Führerschein

Durch einen mehr oder weniger raffinierten Trick hat es ein Mann geschafft, trotz eingezogenen Führerscheins, wieder im Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein. Sein Glück währte aber nur kurz.

Ein Führerschein-Tauschgeschäft endete vor Gericht.
von Autor HWOProfil

Der Mann ist zutiefst enttäuscht von der Bundesrepublik. "In Kasachstan", sagt er der Richterin, "war ich immer stolz darauf, ein Deutscher zu sein." Und nun das: In seiner neuen Heimat, in der er jetzt schon etliche Jahre lebt, müsse er ohne Führerschein auskommen. Die ganze Geschichte ging nicht ohne raffinierte Finten vonstatten. Bei seiner Übersiedlung hatte der heute 55-Jährige einen von russischen Behörden ausgestellten Führerschein dabei. Der wurde dann durch eine deutsche Fahrerlaubnis ersetzt.

Wegen Drogen den Führerschein verloren

Was dann geschah, hat sich der Arbeiter selbst zuzuschreiben. Das Amberger Amtsgericht ordnete irgendwann die Einziehung seiner Lizenz an. Der Grund: Es gab Ahndungen wegen diverser Drogendelikte. Doch fortan zu Fuß gehen mochte der Mann nicht. Irgendwie gelang es ihm, in der alten kasachischen Heimat seine einst dort ausgestellte Fahrerlaubnis im Duplikat zu erhalten. Damit tauchte er in Ungarn auf und erhielt dort tatsächlich, quasi im Tausch, einen ungarischen Führerschein. Angeblich für die gesamte Europäische Union gültig. Damit war das Problem durch einen eher leicht durchschaubaren Trick für ihn aus der Welt geschafft. Dumm nur: Der 55-Jährige geriet in eine Polizeikontrolle und rechnete nicht damit, dass näher nachgeforscht wurde. Dabei ergab sich: Auf deutschen Straßen durfte er nicht am Steuer unterwegs sein. Blöd gelaufen. Mit einem Ende vor der Amtsrichterin Sonja Tofolini.

Richterin: "Hier gibt es Gesetze"

Trotz aller Enttäuschung vom deutschen Staat musste sich der wegen Fahrens ohne Führerschein angeklagte Arbeiter sagen lassen: "Hier gibt es Gesetze. Und die schreiben in Ihrem Fall vor, dass der Führerschein neu gemacht werden muss." Mit allen Risiken, die ein mit Drogenproblemen behafteter Mensch in einer solchen Angelegenheit hat. Das Ende war schmerzhaft. Der Übersiedler muss 1200 Euro an den von ihm nicht mehr ganz geliebten Staat zahlen und er bekam auch noch zwei Monate Fahrverbot. Nur für den Fall, dass er womöglich mit einem führerscheinlos zu bedienenden Mofa herumkurvt.

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