(e) Auf dem alten Eisenbahnareal am Galgenbergweg bat der Verein zu seiner beliebten Veranstaltung, die ihren Namen von der einstigen Lok-Drehscheibe hat. Die Faszination dieses Orts und der Charme der alten Bahnen haben ihre Anziehungskraft auf kleine und große "Lokführer" nicht verfehlt, wie Vorsitzender Stephan Stauber und sein Stellvertreter Matthias Gruschwitz bilanzierten. Dabei hat das Drehscheibenfest nach ihrer Auskunft einen durchaus ernsthaften Hintergrund: 2010 hat die Amberger Kaolinbahn das marode Gelände nebst ehemaligem Bahn-Sozialgebäude erworben. Es musste entrümpelt und von Verwilderung befreit werden; Gleisanlagen wurden freigelegt, Weichen und die Drehscheibe wieder in Gang gebracht.
Der Verein zur Erhaltung der Anlage hat als neuestes Projekt ferner die Instandsetzung des Dachs des Ringlokschuppens auf seine Agenda gesetzt, der der einzige im Ursprungszustand von 1923 in der Oberpfalz ist. Wenn alles klappt, soll bald mit der Reparatur begonnen werden. Eine Menge an Engagement und Freizeit muss der Verein aufbringen, um das Gelände als Museum für die Nachwelt zu erhalten. Natürlich braucht das auch Geld. Von einer sechsstelligen Summe ist die Rede, weshalb das Anwerben von Sponsoren, eine Baustein-Aktion und Sachspenden nötig sind. Helfen soll auch die Stadt, die am Sonntag mit OB Michael Cerny und Bürgermeisterin Brigitte Netta vertreten war. Mittlerweile hat nach Auskunft des Vorstands die benachbarte Auto- und Zweiradfirma Peter Stadler das Gelände erworben, es dem Verein aber auf 25 Jahre zur Nutzung überlassen.
Das Drehscheibenfest dient also auch dazu, Geld einzunehmen. Es begeisterte Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Vor allem die Ausstellung der Industrielokomotiven kam gut an. Die Besucher konnten bei der Drehscheibendemonstration vorm Lokschuppen "kreisen", mit der Klein- und einer Feldbahn mit ihren 600 Millimeter Spurweite ums Gebäude tuckern. Eine Handhebeldraisine durfte 200 Meter hin- und wieder zurückbewegt werden.
Außerdem hatten die Eisenbahnfreunde aus Schwarzenbruck eine Fünf-Zoll-Gartenbahn zum Mitfahren aufgebaut. Im Schatten der großen Lokomotiven konnten Interessierte außerdem neben Essen und Trinken die mit Echt-Dampf betriebene Modell-Lokomotive bestaunen, wie sie 1963 mit ihrem letzten Auslauf in Ansbach ausgemustert wurde.
Mit Regensburg zum Industriemuseum
Kürzlich ging die AKB eine Fusion mit den Regensburger Straßenbahn-, Walhallabahn- und Eisenbahnfreuden (RSWE) ein. Im Mai lieferte die RSWE eine Kleinlokomotive und ein Bahndienstfahrzeug nach Amberg. Beim Drehscheibenfest erkundeten viele Besucher diese und weitere Fahrzeuge. In Zusammenarbeit mit den Regensburgern, vertreten durch die Vorstände Thomas Mattusch und Jürgen Frommer, soll am Galgenbergweg ein „Oberpfälzer Industriemuseum“ entstehen, das ein Alleinstellungsmerkmal für den gesamten Regierungsbezirk wäre, freut sich AKB-Vize Gruschwitz. (e)














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