07.04.2020 - 17:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Umfrage zur Fastenzeit: Vorfreude auf Frankfurter Kranz

Die Karwoche hat längst begonnen, Ostern steht quasi vor der Tür - und damit naht auch das Ende der Fastenzeit. Doch wer fastet überhaupt? Wer hält die 40 Tage konsequent durch? Und wer ist schwach geworden?

Solche Leckereien kommen derzeit nicht bei jedem auf den Teller. Alt-OB Wolfgang Dandorfer freut sich schon auf das Ende der Fastenzeit, dann will er sich ein Stück Frankfurter Kranz gönnen.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Bewusst auf etwas verzichten, kann sehr unterschiedlich sein. Die einen machen einen großen Bogen um Schokolade und Chips, die anderen wiederum gehen offline. Doch es gibt auch Tage, an denen man schwach werden könnte, Süßes als Nervennahrung bräuchte oder gerne mal wieder eine WhatsApp-Nachricht verschicken möchte. Und es gibt auch umgekehrtes Fasten: Nicht Verzicht, sondern den Blick bewusst auf etwas zu richten und sich dem verstärkt in dieser Zeit zu widmen.

Maria Geiss-Wittmann:

Ein bisschen weniger TV, Papiere ordnen oder ausräumen und das, was nicht mehr benötigt wird, zum Kleiderbasar bringen: Maria Geiss-Wittmann nimmt sich Jahr für Jahr etwas für die Fastenzeit vor. Fastenzeit bedeutet für sie nicht nur Verzicht, sondern auch, etwas bewusst zu tun. Und das macht sie heuer: Sie pflegt intensiven Kontakt mit den Enkelinnen, sieben und zehn Jahre alt. „Wir schreiben uns viel und telefonieren täglich.“ Den Kontakt will sie auch über die Fastenzeit hinaus möglichst intensiv halten: „Man versäumt sonst so viel vom Leben der anderen.“

Maria Geiss-Wittmann, Gründerin und langjährige Landesvorsitzende von Donum Vitae.

Bernhard Saurenbach:

Die Fastenzeit war für Bernhard Saurenbach noch nie ein Thema. „Ich lebe so, wie ich immer lebe“, sagt der Leiter der Amberger Tafel. Er halte seit 30 Jahren konstant sein Gewicht, treibe Sport. „Und es ist auch nicht so, dass ich im Überfluss esse.“ Auch Fernseh-Fasten macht er nicht. „Ich schaue generell wenig fern.“ Alkohol trinke er unter der Woche überhaupt nicht, am Wochenende aber gönne er sich schon mal ein Gläschen Wein. „Wenn ich Probleme mit meinem Gewicht hätte, könnte ich mir schon vorstellen, Fastenzeit zu machen“, so der Kümmersbrucker.

Bernhard Saurenbach, Leiter der Amberger Tafel.

Wolfgang Dandorfer:

Von Bier hat Wolfgang Dandorfer in der Fastenzeit Abstand genommen. Naja, gebrochen hat er seinen selbst auferlegten Verzicht schon auch. „Hin und wieder habe ich ein Seidl getrunken“, erzählt der Amberger Alt-Oberbürgermeister. „Zu Edelsfeldern und Kraut gehört einfach ein Bier dazu.“ Dafür hat er einen Bogen um Süßigkeiten gemacht und beim Kaffeetrinken den Kuchen weggelassen. „Ich hab jetzt vielleicht ein, zwei Kilo weniger“, verweist er auf einen positiven Nebeneffekt. Dafür freut er sich auf eines jetzt umso mehr: ein großes Stück Torte nach der Fastenzeit: Käsesahne oder Frankfurter Kranz. Die Vorfreude ist ungefähr so groß wie in seiner Kindheit, wenn es nach der Osternacht Schinken, Eier und Osterbrot gab. „Das war ein Hochgenuss“, schwärmt Dandorfer.

Wolfgang Dandorfer, ehemaliger Oberbürgermeister von Amberg.

Franziska Dotzler:

Auf Schokolade, Gummibärchen und Chips verzichtet Franziska Dotzler schon seit fünf Jahren in der Fastenzeit. Heuer strichen sie und ihr Mann erstmals noch Fleisch und Wurst vom Speiseplan. Jetzt freut sich die Hahnbacherin, dass sie all ihre Vorsätze eingehalten hat. „Den Endspurt schaffe ich jetzt auch noch.“ Die 29-Jährige gesteht, zwischendurch habe es sie schon gelüstet – vor allem nach Schokolade. „Die esse ich einfach gerne.“ Umso mehr freut sie sich jetzt auf den Ostersonntag: Zur Feier des Tages gibt es Steaks vom Grill und als Nachspeise ein Tiramisu, das Franziska Dotzler für ihr Leben gern isst. Die Hahnbacherin, die an der FOS/BOS in Würzburg unterrichtet, findet es gut, einmal im Jahr bewusst auf etwas zu verzichten. „Wenn der Wille da ist, dann schafft man das auch“, sagt sie.

Franziska Dotzler.

Reinhold Escherl:

Bewusst auf etwas verzichten in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern: Das hat Reinhold Escherl noch nie getan. „Ich lebe in dieser Zeit so, wie sonst auch“, erklärt der Schauspieler der Freudenberger Bauernbühne. „Ich habe das eigentlich noch nie anders gemacht“, gesteht Escherl. Er erzählt, dass er essenstechnisch sowieso nicht anspruchsvoll sei, nicht recht viel Süßes brauche. „Nur mit dem Bier, da habe ich mich a weng eingeschränkt“, sagt der Freudenberger. Eines fällt dem Vollblutschauspieler in diesem Jahr aber schwer: Dass seine Bauernbühne ihr Frühjahrsstück canceln musste – wegen des Coronavirus.

Reinhold Escherl, Schauspieler der Freudenberger Bauernbühne.
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