13.11.2019 - 15:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Unfall im OTV-Kreisel: Prozess beginnt drei Jahre danach

Zwei Senioren starben. Der wohl schwerste Verkehrsunfall in Ambergs jüngster Vergangenheit wird im Dezember vor dem Amtsgericht verhandelt. Einiges deutet darauf hin, dass es kein einfacher Prozess wird.

Ausgelöst hat diesen Verkehrsunfall am 25. November 2016, bei dem zwei Senioren, die als Fußgänger unterwegs waren, starben, der Fahrer des weißen Autos (links im Bild). Der Prozess gegen den Mann, der womöglich gesundheitliche Probleme hatte, findet im Dezember statt.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Der 25. November 2016 war ein Samstag. Auf diesen Tag datiert der wohl schwerste Verkehrsunfall der zurückliegenden Jahre im Stadtgebiet. Am Beethovenplatz starben gegen 10.30 Uhr zwei Fußgänger, eine 83-jährige Frau und ein etwas jüngerer Mann (81). Sie waren auf dem Gehweg von einem außer Kontrolle geratenen SUV erfasst worden.

Onetz-Bericht vom 27. November 2016

Drei Jahre später, am Dienstag, 10. Dezember, beginnt der Prozess, der das tragische Geschehen strafrechtlich aufarbeiten wird. Das teilte das Amtsgericht auf Anfrage mit. Das Hauptverfahren gegen den zum Unfallzeitpunkt 65 Jahre alten Fahrer des Autos ist auf zwei Verhandlungstage angesetzt. Die Anklage lautet auf zwei Fälle der fahrlässigen Tötung im Straßenverkehr in Tateinheit mit vier Fällen der fahrlässigen Körperverletzung sowie Straßenverkehrsgefährdung. Verhandelt wird vor dem Einzelrichter.

Gesundheitliche Probleme

Schon bald nach dem Unfall war von gesundheitlichen Problemen des Pkw-Fahrers als möglicher Ursache die Rede. Demnach habe der Mann kurzzeitig das Bewusstsein verloren, berichtete die AZ unter Berufung auf erste Ermittlungsergebnisse der Polizei damals. Die wiederum stützten sich auf Angaben der Ehefrau des jetzigen Angeklagten, die an dem schicksalhaften Tag als Beifahrerin mit im Auto saß.

Eine Sisyphosarbeit

Kurz darauf wurde diese Darstellung als Spekulation relativiert und bekannt, dass der Beschuldigte seine Ärzte nicht von deren Schweigepflicht entbunden habe. Damit wurde die Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft zur Sisyphosarbeit, ließ der damals zuständige Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier wissen. Wohl nicht zuletzt deshalb hat es mehr als drei Jahre bis zum Prozessbeginn gedauert.

Geschehen nachvollziehbar

Das eigentliche Unfallgeschehen stand hingegen aufgrund von Zeugenangaben und Spuren recht schnell fest. Demnach wurde das Auto auf der Katharinenfriedhofstraße stadteinwärts gesteuert, als er etwa 200 Meter vor dem sogenannten OTV-Kreisel auf dem Beethovenplatz außer Kontrolle geriet. Am Fahrbahnrand stehende Verkehrszeichen wurden niedergewalzt, bevor der schwere Pkw an der Einmündung zu dem Kreisverkehr auf einen Kleinwagen auffuhr.

Gestoppt wurde das Fahrzeug dadurch nicht, sondern rollte über den Beethovenplatz hinweg auf die gegenüberliegende Seite, wo die beiden Senioren als Fußgänger standen und von den Pkw erfasst wurden. Sie starben noch an der Unfallstelle.

Von Hauswand gestoppt

Das Auto wurde erst von der Hauswand des Gebäudes, in dem der Regionalsender OTV seinen Sitz hat, gestoppt. Die Wand galt danach als einsturzgefährdet. Der an der Einmündung gerammte Kleinwagen, an dessen Steuer eine damals 87-jährige Ambergerin saß, wurde in die Einmündung zur Infanteriestraße geschoben und rammte dort seitlich einen weiteren Pkw, der von einer Frau (damals 59) gesteuert wurde.

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