Amberg
30.08.2018 - 13:50 Uhr

Aus Vereinskasse bedient

Ein Jahr nach Bekanntwerden von finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der Amberger Bergwacht ist für die Justiz der Fall abgearbeitet. Sie hat zwei rechtskräftige Strafbefehle erwirkt. Wegen Untreue.

Symbolbild Bild: dpa
Symbolbild

Amberg. (zm) Ergangen sind sie in getrennten Verfahren gegen den damaligen Bereitschaftsleiter sowie Kassier. Die Tragweite der Vorwürfe wird angesichts der verhängten Strafen deutlich. Der einstige Vorsitzende akzeptierte laut Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, das mitbeschuldigte frühere Vorstandsmitglied von acht Monaten, jeweils ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Die interne Revision der Bergwacht hatte den Fall ins Rollen gebracht und schnell reagiert. Sie sorgte unverzüglich für die Ablösung der beiden führenden Mitglieder.

Unschuld beteuert

Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier bestätigte auf Anfrage diesen Ausgang der Ermittlungen. Demnach hat der frühere Bereitschaftsleiter seinen Kassier veranlasst, Bargeldbeträge in Höhe von 15 000 sowie 6 800 Euro vom Bergwacht-Konto abzuheben und ihm auszuhändigen. Die stattlichen Summen seien aber nicht für Belange der Bergretter verwendet worden, sondern vorübergehend in die Geschäfte des Bereitschaftsleiters geflossen. Gegenüber der AZ hatte der Mann stets seine Unschuld beteuert und seine Absetzung als Vorsitzender als einen Akt der Übernahme von Verantwortung für das Fehlverhalten Dritter dargestellt. Darüber hinaus sei dem zum BRK gehörenden Rettungsverband kein Schaden entstanden, weil die inkriminierten Beträge zurückgezahlt worden seien. Das hatten damals auch die Bergwacht und wenig später die Staatsanwaltschaft so dargestellt.

Indem der Hauptbeschuldigte den von der Staatsanwaltschaft beantragten Strafbefehl wegen Untreue akzeptiert hat, gilt er jetzt als geständig. Strohmeier sprach von einer "Geständnisfiktion", die Strafbefehlen innewohne und mithin ein öffentliches Hauptverfahren zur Überführung von Verdächtigen erübrige. Der parallel belangte Ex-Kassier der Amberger Bergwacht arbeitete von Beginn an mit den Ermittlungsbehörden zusammen und gab die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu.

Jetzt vorbestraft

Der frühere Bereitschaftsleiter gilt - ebenso wie der einstige Bergwacht-Kassier - angesichts der von Strohmeier bestätigten Rechtskraft der erwirkten Strafbefehle nun als vorbestraft. Er ist allerdings nach wie vor der Überzeugung, für das Fehlverhalten anderer einstehen zu müssen. "Es sind nicht wissentlich Fehler gemacht worden und es ist kein Schaden entstanden", ließ er sich gegenüber der AZ erneut ein.

 
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