05.05.2019 - 10:41 Uhr
AmbergOberpfalz

Vernissage im Kunstlabor: Aus alt mach Kunst

Es blubbert, es brodelt, man wähnt sich in einem echten Labor. Damit liegt man in der Ziegelgasse nicht ganz falsch, denn Evelyn Mulzer präsentiert in ihrem Kunstlabor in der Amberger Innenstadt einmal mehr die bunte Vielfalt der Kunst.

von Kathrin Moch Kontakt Profil

Randvoll war es am Freitagabend im kleinen Kunstlabor von Evelyn Mulzer bei der Vernissage ihrer Ausstellung "Das neue Leben der Dinge". Genau wie Stefan Stock gab die Amberger Künstlerin ausgedienten Dingen eine neue Bestimmung. Von Evelyn Mulzer hängen an den Wänden und in den Nischen Streifen mit Linoldrucken in unterschiedlichen Farben. "Ich habe eine Leidenschaft für alte Werkstoffe. Sie sind ein Zeugnis von Lebenszeit am Material", erzählte Mulzer.

Impuls für Innenstadt

Einer dieser Werkstoffe war eine Linolplatte einer Verpackungsstation, die eigentlich entsorgt werden sollte. In Evelyn Mulzers künstlerischer Interpretation, "Spurenelemente", lebt der Werkstoff nun weiter. "Für mich machen Werkstoffe auch Spuren von Leben sichtbar", so die Künstlerin. Die Zusammenarbeit mit Stefan Stock war schon lange eine Idee von Mulzer. Obwohl beide aus unterschiedlichen Kunstrichtungen kommen, ist der Gedanke der Wiederverwendung von Gegenständen ein großer gemeinsamer Nenner. "Ich möchte auch einen Impuls für eine bunte Innenstadt setzen und zeigen, dass es auch so etwas bei uns gibt", Mulzer weiter.

Stefan Stocks Kunstinstallationen geben dem Raum eine geheimnisvolle Atmosphäre. Überall brodeln, blubbern und schäumen fluoreszierende Flüssigkeiten in grellen Neonfarben wie grün, pink, orange oder gelb. Dabei erinnern die Gefäße, Zylinder und Schläuche nicht zufällig an ein echtes Labor: "Viele Sachen habe ich noch aus meiner Schul- und Studienzeit. Ich hatte damals einen Chemiebaukasten", erklärt Stefan Stock. Das besondere an seiner "Phase 4" Rauminstallation: Sie ist interaktiv. Wo Knöpfe sind, da darf man als Besucher auch drauf drücken. Ein großer roter Knopf mit der Aufschrift "Panik" lässt beispielsweise einen Angst einflößenden Schrei ertönen. Durch viele andere Knöpfe kann man das Wasser - und Farbenspiel in den Glaskolben beeinflussen oder mit Musik untermalen. Im Zentrum der Kunstwerke steht dabei der Gedanke, der sterilen Verschlossenheit moderner Labore mit einer Sicht auf das traditionelle chemische Labor zu begegnen.

Musik passt sich Thema an

Für die musikalische Untermalung der Vernissage sorgte Joseph Gleixner, der Sohn von Evelyn Mulzer, der aus Österreich angereist war. Im Gepäck hatte dieser ein paar ganz spezielle Instrumente: Hand-Pans. Ganz im Sinne der Ausstellung, "Das neue Leben der Dinge", werden die Instrumente aus den Teilen einer alten Oldtimer Karosserie hergestellt.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 26. Mai, im Kunstlabor in der Ziegelgasse 1 zu sehen. Geöffnet ist sie jeweils Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung. Für den Sommer ist im Kunstlabor eine Ausstellung mit einer Amberger Künstlerin geplant.

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