Diese Feststellung traf Xaver Bayer, Koordinator der Deutschen Stiftung für Organtransplantation, bei einem Treffen mit dem Gesundheits- und Pflegepolitischen Arbeitskreis (GPA) der CSU. "Organspende ist mehr als Almosen und ein Akt christlicher Nächstenliebe." Dies betonte Christoph Seidl, Seelsorger für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen im Bistum Regensburg, aus christlich-moralischer Sicht beim Forum Organspende in Fichtenhof. Deutlich wurde dabei, dass man das Thema Organspende noch intensiver in der Öffentlichkeit behandeln müsse.
GPA-Kreisvorsitzender Rainer Weis bedauerte, dass in Deutschland nur zehn Spender auf eine Million Einwohner kämen. Spanien weise fast das Fünffache an Spendern auf. Man müsse vielleicht eine andere Variante wählen, eventuell auch die Versichertenkarte entsprechend speichern.
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) möchte den Willen des Verstorbenen umsetzen, erläuterte Xaver Bayer, der ausführlich die medizinischen und rechtlichen Voraussetzungen einer Organspende darlegte. Bayer zufolge werden Organe erst nach eindeutiger Feststellung des Hirntods und weiterer gesetzlicher Vorgaben entnommen. Vorausgesetzt, es liegt die Zustimmung des Patienten vor und die in Betracht kommenden Organe sind für eine Transplantation geeignet. Hat der potenzielle Spender keine eindeutige Erklärung abgegeben, liegt es bei den Angehörigen, ob Organe gespendet werden dürfen. Dafür gibt es keine Altersgrenze. Allerdings, so ergänzte Bayer, würden ältere Organe auch älteren Empfängern eingesetzt.
Die derzeit in Deutschland diskutierte Widerspruchslösung gilt nach seinen Worten beispielsweise schon in Österreich, Holland, Belgien, Luxemburg, Spanien, Schweden, Slowenien und Ungarn: "In Deutschland sterben jedes Jahr über 2000 Menschen, da es für sie keine Spender gibt." Wie wirbt man am besten um Spendenbereitschaft? Diese Frage stellte sich Pfarrer Christoph Seidl, der schon Krankenhauspfarrer in Schwandorf war. Eine eindeutige Erklärung zu Spendenbereitschaft dürfe nicht aus Gedankenlosigkeit oder Gleichgültigkeit unterbleiben. Seidl favorisiert ein Erklärungsmodell mit Entscheidungspflicht. Nach dem starken Rückgang als Folge des Spendenskandals müsse man das Vertrauen wieder herstellen, aber ohne Widerspruchsregelung, sagte Seidl. Die Krankenhauspfarrer können von den Angehörigen jederzeit zur Entscheidungsfindung mit einbezogen werden. Die Familien bräuchten oft Orientierung auch aus christlicher Sicht.
In der Aussprache sah Barbara Gerl von der mit geladenen Frauen-Union ein großes Problem darin, dass sich gerade jüngere Menschen keine Gedanken machten, wie ihr Lebensende später einmal aussehen soll.













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