Es ist Samstag, 10 Uhr. Überall auf der Welt machen sich gerade Menschen mit Handschuhen und Müllsäcken auf den Weg. Es ist der World-clean-up-Day, der Welt-Saubermach-Tag. Eine Art Rama dama. Und den hat die Erde nötig.
Auch in Amberg wird Müll gesammelt: Die Initiative "Deutschland macht" der Wirtschaftsjunioren hat in der ganzen Bundesrepublik zum Saubermachen aufgerufen. In Amberg unterstützen die Aktion auch einige Firmen und das Stadtmarketing, das mit dem wiederverwendbaren To-go-green-Becher seit einem Jahr versucht, die Müllflut in der Stadt einzudämmen. Ein Grüppchen von zwölf Leuten, darunter auch zwei Kinder, hat sich am Englischen Garten eingefunden - Organisator Stefan Mühleisen ist damit zufrieden. "Ich fand die Idee persönlich cool", sagt der aktive Wirtschaftsjunior. Er selbst hat auch beruflich mit Müll zu tun: Bei einer großen Sportartikelfirma hat er einen Turnschuh aus recycelten PET-Flaschen mitentwickelt.
Schon vor rund einem Monat hat er mit einigen Mitstreitern die Müll- Hochburgen im Stadtgebiet identifiziert. "Auffällig waren vor allem Parkdecks und Parkbänke. Dort findet offensichtlich selten ein Clean-up statt", erklärt Mühleisen. Die Hotspots hat er dann in die Landkarte der World-clean-up-Day-App eingetragen - wie auch unzählige andere auf der ganzen Welt. "Die Idee ist, dass man hinterher auf der Karte sieht, wo sich was getan hat."
Sack in fünf Minuten voll
In Amberg waren die Parkdecks Kräuterwiese und Marienstraße markiert - bei ersterem beginnen auch die Saubermacher mit ihrer Mission. Schon auf den ersten Metern stoßen sie auf ein kleines Müll-Massaker. Um einen überquellenden Eimer herum haben sich Fastfood-Verpackungen, Zigarettenschachteln, Bierdosen und viele andere Sachen, die kein Mensch mehr braucht, großflächig verteilt. Die Müllsammler legen los - und nur zwei Minuten später sieht der Parkplatz wieder ordentlich aus. Es geht weiter - im und um das Parkdeck herum gibt es viel zu tun. "Wahnsinn! Fünf Minuten und der Sack ist halbvoll", staunt Matthias Plail, der sich mit seiner Frau an der Aktion beteiligt. "Unglaublich, wie viel man da findet, wenn man mal darauf achtet." Der Sack füllt sich in kürzester Zeit mit den Resten eines Dosenbier-Sixpacks samt Karton.
Den anderen Freiwilligen geht es ähnlich: Zigaretten, To-go-Verpackungen, Kronkorken und Plastikschnipsel sind die auffälligsten Verunreinigungen, die längst nicht mehr an einer Hand abzuzählen sind. Aber es gibt auch kuriose Funde: Ein Basketball und ein leerer Kanister tauchen nach und nach auf. Wohin sie blicken, entdecken die Helfer Dinge, die nicht hierhin gehören. Gerhard Telle steht im Parkdeck in einem Meer aus Zigarettenstummeln. "Das ist so frustrierend. Mit den Kippen wirst du gar nicht fertig." 40 Liter Wasser verseucht ein einziger Stummel. Das macht Gerhard Telle wütend. "Ich beschäftige mich schon mein ganzes Leben mit Mülltrennung. Ich verstehe nicht, wie man so achtlos sein kann."
Thema auf Agenda bringen
So richtig sauber ist Amberg nach drei Stunden aber noch lange nicht. "Es geht nicht darum, super viele Leute zu aktivieren", sagt Stefan Mühleisen, "und auch nicht darum, super viel Müll zu sammeln. Es geht darum, das Thema auf die Agenda zu bringen." Die Säcke, die zusammengekommen sind, seien ein Tropfen auf den heißen Stein, aber: Irgendwo muss man ja anfangen."


















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