Großkotzenreuth bei Eschenbach
07.07.2026 - 16:59 Uhr
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„Jetzt ist alles weg“: Wie Camper und Anwohner den Großbrand in Eschenbach erlebten

Ein Brand auf einem Campingplatz am Rußweiher in Eschenbach fordert ein Todesopfer und zerstört mehrere Wohnwagen. Gasflaschen verursachen laute Knallgeräusche, die viele Menschen aus dem Schlaf reißen. Das berichten Anwohner und Camper.

„Ich dachte, da fallen Schüsse“, sagt ein Mann im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Er, mittleren Alters, war am Dienstagmorgen, 7. Juli 2026, als Camper auf dem Campingplatz Hexenhäusl am Rußweiher in Großkotzenreuth (Eschenbach) anwesend. „Es hat mehrere Male ‚Bumm‘ gemacht. Grafenwöhr ist gleich ums Eck, ich dachte zuerst, die Geräusche kommen von dort“, erzählt er. „Schnell haben wir aber den Rauch und das Feuer gesehen, nicht weit von unserem Wohnwagen weg. Ich habe die Feuerwehr angerufen, aber die wusste schon Bescheid.“

Was war passiert? Nach Angaben der Polizeiinspektion Eschenbach brach gegen 4.40 Uhr aus bislang unbekannter Ursache ein Brand in einem Wohnwagen aus. Das Feuer griff auf mehrere umliegende Wohnwagen über. Verletzt wurde niemand, allerdings kam eine Person ums Leben. Die Feuerwehr entdeckte bei den Löscharbeiten die verbrannten Überreste der Leiche. Die Knallgeräusche führt Florian Burkhardt, Einsatzleiter der Feuerwehr, auf die Gasflaschen zurück, die in den Campingwagen unter anderem zum Kochen gebraucht werden. Eine Explosion gab es nicht.

Aus dem Schlaf gerissen

Die lauten Geräusche rissen viele Anlieger aus dem Schlaf. „Ich bin kurz wach geworden, weil es plötzlich einen Knall gab“, erzählt eine Anwohnerin. „Ich dachte sofort an einen Jäger. Im Halbschlaf merkte ich, dass der Hund immer unruhiger wurde. Deshalb bin ich aufgestanden und habe nachgeschaut, was los ist. Ich habe den Rauch gesehen, einen Krankenwagen und Feuerwehrautos.“ Ihr Schwiegervater, der im selben Haus wohnt, habe die Situation wahrscheinlich verschlafen, hätte sie ihn nicht geweckt, sagt sie. „Wir konnten sowieso nichts machen. Die Einsatzkräfte waren schon da, und wir haben uns auf sie verlassen, dass sie das Feuer unter Kontrolle haben“, ergänzt der Schwiegervater.

Eine Nachbarin, die ebenfalls in einem Haus nahe des Campingplatzes wohnt, kann das Geschehene kaum in Worte fassen: „Ich bin so erschrocken, es war so laut. Ich bin aus meinem Bett gekrabbelt und habe vom Dachboden aus dem Fenster geschaut. Man fühlt sich in so einem Moment richtig machtlos“, sagt sie. „Zum Glück war die Feuerwehr so schnell da. Im Sommer weiß man ja nie, wie schnell sich ein Feuer ausbreitet. Die trockenen Wiesen, die Wärme – es ist saugefährlich.“

„Ein Haufen Elend“

„Wir haben richtig Schwein gehabt“, sagt ein Camper. Seine Parzelle liegt direkt neben der Brandstelle. Nur ein kleiner Streifen mit Wiese, etwa ein bis zwei Meter breit, trennt seinen Bereich von der nun abgebrannten Fläche ab. „Ich bin auch bei der Feuerwehr und bin den Kollegen so dankbar, dass sie direkt wussten, was zu tun ist. Dank ihnen haben wir unseren Wagen noch.“

„Ich wurde heute Morgen von der Polizei angerufen. Ich wohne in Nürnberg, ich bin sofort hergefahren“, sagt ein Mann und blickt niedergeschlagen auf die verkohlten Reste seines Wohnwagens. „Meine Freundin wohnt in Eschenbach, und wir sind im Sommer eigentlich vier- bis fünfmal in der Woche am Rußweiher, auch wenn wir noch nie im Wohnwagen übernachtet haben“, erzählt er. „Es ist viel Zeit und Geld in unseren Platz geflossen. Jetzt ist alles weg.“

Auch eine Frau, die ihren Wohnwagen bei dem Feuer verloren hat, steht noch Stunden später am Campingplatz. „Es ist ein Haufen Elend“, beschreibt sie die Situation. „Ich kann es nicht fassen. Mein Wohnwagen ist komplett abgebrannt.“

Über 50 Feuerwehrleute im Einsatz

Insgesamt wurden mindestens fünf Wohnwagen komplett zerstört. Die Identität der verstorbenen Person sowie die genauen Umstände ihres Todes sind derzeit Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei Weiden. Am Dienstag waren auch ein Brandursachengutachter des Landeskriminalamts sowie ein Team der Spurensicherung am Campingplatz vor Ort. Weil es am frühen Nachmittag noch an manchen Stellen rauchte, und die Asche durch die Luft wehte, hielt die Feuerwehr Stunden später Brandkontrollen ab.

Neben der Polizei und dem Bayerischen Roten Kreuz waren insgesamt über 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr am Brandort. Beteiligt waren die Wehren aus Eschenbach, Kirchenthumbach, Tremmersdorf und Speinshart. Am Donnerstag soll ein Brandmittelspürhund den Einsatzort absuchen.

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Eschenbach07.07.2026
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