14.07.2020 - 17:04 Uhr
AmbergOberpfalz

Vieles anders wegen Corona: So laufen die Abiturfeiern an den Gymnasien

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Diesem Moment fiebern alle Abiturienten entgegen, dem Augenblick, in dem sie ihr Zeugnis in Händen halten dürfen. Doch in diesem Jahr läuft alles anderes. Die Gymnasien müssen wegen Corona umdenken und finden teils originelle Lösungen.

Die Absolventen des Max-Reger-Gymnasiums (hinten) erhalten ihre Zeugnisse am Freitag nicht im Kongregationssaal (rechts), sondern im Kongresszentrum.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Es ist die Krönung der Zeit am Gymnasium - das Abiturzeugnis. In diesem Jahr steht die feierliche Übergabe und Bekanntgabe der Jahrgangsbesten am Freitag, 17. Juli, wegen der Coronakrise allerdings unter anderen Vorzeichen. Große Empfänge oder ausgiebige Feiern darf es nicht geben, Abstände und Hygienevorschriften müssen penibelst eingehalten werden, musikalische Rahmenprogramme oder vergleichbare andere Auftritte sind mit einem Fragezeichen versehen. Auch ein Gottesdienst zum Abschluss der Schulzeit ist nicht selbstverständlich. Hier die Ablaufpläne der fünf regionalen Gymnasien in der Übersicht:

Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium: Zum Wortgottesdienst treffen sich die Absolventinnen des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums am Freitag um 10 Uhr in der Basilika St. Martin - in Begleitung von jeweils einem Angehörigen. Mehr ist laut Schulleiter Günter Jehl wegen der aktuellen Corona-Vorschriften nicht erlaubt. Die Zeugnisse gibt es um 11 Uhr in der Sporthalle der Schule. Dort darf dann auch der zweite Elternteil oder eine andere Person aus dem Haushalt hinzustoßen. Ansonsten gelten die üblichen Hygienevorschriften und Abstandsregeln von eineinhalb Metern. Laut Jehl verzichtet die Schule auf das ansonsten übliche musikalische Rahmenprogramm. Passenden Klänge wird es dennoch geben - nicht live, sondern aus dem Lautsprecher. Dafür durften sich die Abiturientinnen wie in den Vorjahren ein Lied aussuchen, das kurz angespielt wird, wenn sie an der Reihe sind.

Erasmus-Gymnasium: Im Erasmus-Gymnasium musste sich Schulleiter Karl Bösl nicht die Frage stellen, ob es wegen der Corona-Pandemie einen Abschlussgottesdienst für die Absolventen geben darf: "Wir haben weniger als 50 Abiturienten." Also steht der gewohnten Messe nichts im Weg. Einen Unterschied gibt es im Vergleich zu den Vorjahren dennoch. Weil eben nur maximal 50 Menschen zeitgleich in die Kirche dürfen, müssen Eltern, Geschwister und andere Verwandte draußen bleiben. Danach geht's am Freitag zu einer kleinen Feier, die um 10.30 Uhr beginnt, zurück zur Schule. Der genaue Ort steht aber noch nicht fest, denn laut Bösl gibt es Überlegungen, im Freien zu feiern. Das hätte den Vorteil, dass pro Abiturient bis zu drei Begleitpersonen mit dürfen. In der Turnhalle, die die Alternative ist, wäre es jeweils nur eine Person. Da der Wetterbericht für Freitag aber eher schlechte äußere Bedingungen prognostiziert, geht der Direktor nicht von einer Feier unter freiem Himmel aus. Die Entscheidung werde am Mittwoch, 15. Juli, getroffen und den Abiturienten beziehungsweise den Eltern m Laufe des Tages per E-Mail mitgeteilt.

Gregor-Mendel-Gymnasium: Angesichts von 71 Abiturienten musste sich auch Peter Welnhofer, der Chef des Gregor-Mendel-Gymnasiums, etwas einfallen lassen: "Wir können nicht alle zeitgleich irgendwo unterbringen." Also werden die Absolventen in zwei Gruppen aufgeteilt. Der Vorteil: Da es in der Dreifaltigkeitskirche zwei Gottesdienste gibt, darf jeder Schüler einen Angehören mitbringen. Aber nicht zwei, denn das würde den Rahmen sprengen. Anders sieht es bei der Zeugnisübergabe aus. In der Dreifachturnhalle des Gymnasiums ist genügend Platz für die Eltern. Um alle unterzubringen, werden die Tribünen ausgefahren. Peter Welnhofer: "Im Abstand von drei Metern werden Punkte markiert." An diese räumliche Vorgabe haben sich die Familien entsprechend zu halten.

Herzog-Christian- August-Gymnasium: Wegen der geltenden Abstandsregeln gibt es am Herzog-Christian-August-Gymnasium am Freitag gleich drei Termine für die Verabschiedung. Die Abiturienten erhalten laut Direktor Dieter Meyer in drei Gruppen ihre Zeugnisse - um 13.30 Uhr, um 15 Uhr und um 16.30 Uhr. Dadurch sei gewährleistet, dass jeder Absolvent seinen großen Tag in Begleitung von zwei Angehörigen erleben darf: "Wir machen das bei uns jeweils im kleinen Kreis in der Sporthalle." Bei dem Treffen kommen Kollegstufenkoordinator Stefan Hüttl und die Abiturienten selbst zu Wort. "Aber nur kurz", sagt Meyer und fügt hinzu: "Großartige Redebeiträge sind nicht vorgesehen." Auch das Musikprogramm falle in der festlich geschmückten Halle des Gymnasiums eher spartanisch aus. Vorgesehen ist lediglich dezente Piano-Musik.

Max-Reger-Gymnasium: Die Absolventen des musischen Max-Reger-Gymnasiums erhalten ihre Reifezeugnisse üblicherweise im benachbarten Kongregationssaal der Pfarrei St. Georg. Nicht so in diesem Jahr. Wie es am Dienstag aus dem Sekretariat hieß, zieht der Festakt in das nur ein paar Gehminuten entfernte Kongresszentrum um, um beiden Elternteilen die Chance zu geben, diesem besonderen Anlass ebenfalls beiwohnen zu können. In den Kongregationssaal hätte nur eine Begleitperson dabei sein können. Wie an den anderen Gymnasien handelt es sich auch im Max-Reger-Gymnasium weniger um eine Zeugnisübergabe, als um eine "Abholung". Die Dokumente liegen zentral auf einem Tisch im ACC und werden dort von den Schülern mitgenommen. Zudem gibt es für jeden Abiturienten in guter alter MRG-Tradition eine Rose. Und noch etwas ist in diesem Jahr anders bei den Max-Reger-Gymnasiasten: Sie durften sich im Vorfeld ein Lieblingslied aussuchen, das kurz angespielt ist. Der betreffende Schüler weiß dann, dass er an der Reihe ist und sein Abiturzeugnis abholen kann.

Abitur in Zeiten der Coronakrise

Amberg

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