27.03.2019 - 16:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Vortrag am GMG: Künstliche Intelligenz in der Medizin

Bioinformatiker und Experte für künstliche Intelligenz, Fabian Theis, war zu Besuch an seiner alten Schule, dem Gregor-Mendel-Gymnasium in Amberg.

Bei so vielen Titeln wirkt der Name fast schon sperrig: Professor Doktor Doktor Fabian Theis in der Aula des GMG.

So lange ist es noch nicht her, dass er selbst am Gregor-Mendel-Gymnasium sein Abitur gemacht hat. 1995 hat Fabian Theis das Gymnasium abgeschlossen. Seitdem ist sehr viel passiert. Er studierte, machte anschließend seinen Doktor. Danach habilitierte er sich, das war ihm aber anscheinend nicht genug, denn zeitgleich promovierte er ein zweites Mal.

Heute ist er Professor an der Technischen Hochschule in München. Sein Fachbereich: "Mathematical Modelling of Biological Systems". Um es einfacher zu machen, er beschäftig sich mit Künstlichen Intelligenzen (KI) und deren Nutzen für die Medizin. Um mit den Elft- und Zwölftklässlern des GMG über seine Arbeit zu sprechen, ist er für einen Vortrag an seine alte Schule zurückgekehrt.

Unter anderem sprach er über Algorithmen, die lernfähig sind und selbst Strategien beispielsweise beim Lösen von Computerspielen entwickeln. Vor allem, um die immer größer werdende Menge an Daten zu verarbeiten, brauche es künstliche Intelligenzen. Hätte man vor acht Jahren alle bereits existierenden Daten auf I-Pads gespeichert und diese fünf Meter hoch gestapelt, wäre es möglich gewesen, daraus eine Wand von Lissabon bis Moskau zu bauen. Heute ist diese Datenmenge noch viel größer.

"Meine Aufgabe ist es, da ein bisschen aufzuräumen", erklärte er. In der Biologie seien viele Fragen lange unbeantwortet geblieben. Mittels künstlicher Intelligenzen könne es möglich sein, eines Tages eine Kartographie der menschlichen Zellen anzulegen, die so funktioniere wie das Periodensystem eines Chemikers. So könne schon bei Kindern erkannt werden, dass sie später einmal ein erhöhte Risiko besitzen, an Diabetes Typ-1 zu erkranken.

Auf die Frage eines Schülers nach dem Szenario einer sich selbstständigmachenden KI, verwies Theis darauf, dass zunächst zwischen Robotik und der Forschung an künstlichen Intelligenzen unterschieden werden müsse. Menschenähnliche, vollständig selbstständig denkende KIs gebe es noch nicht. Theis: "Es gibt Unternehmen, die an so etwas arbeiten. Das allerdings auf sehr differenzierten Gebieten. Einfache Aufgaben lassen sich mit KIs gut lösen." Wichtig ist ihm: "In der Medizin haben wir die Pflicht, künstliche Intelligenzen einzusetzen. Vor allem dann, wenn es Medizinern bei der Diagnose hilft oder wir damit neue wirkungsvolle Medikamente entwickeln können."

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