„Unter Strom“ stand Walter Graml aus Fuchsstein zeitlebens, zuerst als Auszubildender zum Elektrowerker bei den Amberger Stadtwerken, dann bei diversen Firmen, schließlich bei der OBAG, bis er dann vor gut 30 Jahren als Leiter der Betriebsstelle Amberg in Rente ging. Am Samstag feierte er seinen 90. Geburtstag.
Walter Graml ist gebürtiger Amberger, hatte drei Geschwister und lernte nach dem Besuch der Luitpoldschule den Beruf des Elektrowerkers bei den Amberger Stadtwerken. Nach seiner Lehrzeit arbeitete Walter Graml beim Bauunternehmen Ripl in Regensburg – als Elektrohelfer war er am Bau des alten Amberger Klärwerks an der Bruno-Hofer-Straße beteiligt. Mitte der 1950er-Jahre wechselte Graml zu einer Nürnberger Baufirma, die in Sorghof eine Wohnsiedlung für Angehörige der amerikanischen Streitkräfte baute.
Zwei Töchter, ein Enkel
1956 fing Walter Graml bei Elektro-Grasser in Amberg an, wurde aber gleich als Lohnmonteur an die OBAG „verliehen“, die ihn nach kurzer Zeit als Facharbeiter für Freileitungsbau, Erdverkabelung und den Bau von Trafostationen übernahm. 1995 trat der Jubilar nach mehr als vier Jahrzehnten im Berufsleben seinen wohlverdienten Ruhestand an. Bereits 1958 hatte Walter Graml die Hutmacherin Gunda Renner geheiratet und im gleichen Jahr begann das junge Paar mit dem Bau eines eigenen Hauses in Fuchsstein. 1961 zog das Paar dort ein. Zwei Töchter kamen zur Welt, schließlich noch ein Enkel.
Walter Gramls Leidenschaft war der Schießsport. Über 50 Jahre ist er Mitglied der Schützengesellschaft Freischütz Karmensölden, die ihm mittlerweile zum Ehrenmitglied ernannt hat. Ehrenmitglied ist der Brandmeister Walter Graml zudem bei der Karmensöldener Feuerwehr. Die Eheleute Graml waren schon mehrfach in den USA, wo sie Verwandte besucht hatten. Nach wie vor ist der 90-Jährige mit dem Auto unterwegs, um Einkäufe zu erledigen. Am PC ist Walter Graml fit: "Da zockt er wie ein Wilder“, frotzelt die Tochter.
Stadt gratuliert mit Stadtgeld
Als Kind war der Jubilar bei den Großeltern aufgewachsen, hatte damals den Kontakt zu seinen Geschwistern verloren. Mit 85 Jahren gelang es ihm, seine in Worms lebende Schwester ausfindig zu machen. Die Eheleute Graml leben eigenständig in ihrem Eigenheim in Fuchsstein, werden aber, soweit erforderlich, von ihrer Tochter unterstützt. „Tag der offenen Tür“ hieß es vergangenen Samstag: Die zahlreichen Gratulanten wurden reichlich mit Kaffee und Kuchen oder sauren Bratwürsten versorgt, so auch Bürgermeister Tuncer Ayten, der für die Stadt gratulierte und einige Euros des Amberger Stadtgelds überreichte













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