21.10.2018 - 12:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Auf dem Weg zum Pioniersteg

"Wann kommt denn der eigentlich?" und "Wird das gar nichts mehr?" Das sind die beiden am meisten gestellten Fragen in Sachen Pioniersteg. Doch nun nimmt die kleine Brücke über den Stadtgraben, die so groß die Gemüter bewegt, Gestalt an.

Der Durchlass durch die Stadtmauer muss für den neuen Pioniersteg völlig verändert werden. Deutlich ist zu erkennen, dass er künftig deutlich schräger über dem Stadtgraben liegen wird.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Was nicht bedeuten soll, dass der Pioniersteg demnächst fertig sein wird. Das wird noch ein gutes Weilchen dauern. Norbert Füger, der Leiter des städtischen Tiefbauamts, spricht ganz vorsichtig von den Sommerferien 2019, wenn er abschätzen soll, wann die ersten Fußgänger und Radfahrer über den modernen Stahlsteg vom Eisberg her direkt in Richtung Maltesergarten gehen und fahren können.

Denn vor dem eigentlichen Brückenschlag sind noch diverse und umfangreiche Vorarbeiten vonnöten, wie Norbert Füger erläutert. Augenblicklich sind Arbeiter der Firma Pickl dabei, den Bereich der Stadtmauer zu sanieren, durch den der neue - wie auch der alte Steg schon - in die Altstadt hineinführen wird. "Das ist schon eine große Unwägbarkeit", warnt Norbert Füger und schiebt auch gleich die Erklärung nach: Das Auflager für die Brücke ist vollkommen marode. Der Blick von außen zeigt deutliche Risse und wegbrechende Steine. Letztendlich wird das kaputte Stück zunächst einmal abgetragen und wieder neu aufgemauert werden.

Womit das nächste Problem verbunden ist. Denn die Ausbuchtung in der Stadtmauer, auf der die Brücke aufliegt, ist eigentlich ein alter Mauerturm. Der wurde laut Füger vor etwa 100 Jahren mit Bauschutt verfüllt. "Das muss jetzt alles wieder raus, weil es das Fundament nach außen drückt", erklärt er. "Das ist im Prinzip unsere große Unbekannte." Je nachdem, welche Schäden hier noch auftauchen, verzögern sich auch die gesamten Arbeiten.

Gleichzeitig zur Mauersanierung verändern die Arbeiter derzeit den Durchlass selbst. Der bisherige Rundbogen ist vor allem für die Köpfe von Radfahrern eine permanente Gefahr und muss entsprechend abgeändert werden. Zusätzlich liegt der neue Pioniersteg etwas anders über den Stadtgraben, als dies der Vorgänger tat. Was einfach mit dem Gefälle zusammenhängt, wie Füger sagt. Das erfordert auch vom Durchlass in der Mauer einen etwas anderen Schnitt.

Spielt das Wetter weiter mit, dann soll im Januar 2019 der Weg auf der Allee-Seite neu gemacht oder teilweise erneuert werden. Lauter große Unbekannte, die den Eröffnungstermin noch gefährden können. Eines aber ist sicher: Die neue Brücke aus Corten-Stahl ist inzwischen an einen Hersteller vergeben worden.

Der Pioniersteg:

Ende 2015 stellte sich bei einer Routinekontrolle heraus, dass der Pioniersteg völlig baufällig war. Trotzdem hielt man ihn mit Hilfe einer Gerüstkonstruktion noch eine Zeitlang begehbar, bevor er im Herbst 2016 abgebrochen wurde. Eigentlich solle der Ersatzbau umgehend folgen, doch stellte sich bei den Planungen heraus, dass das gar nicht so einfach zu realisieren sein würde. Vor allem über das Material, aus dem der "Pioniersteg neu" gefertigt sein sollte, ließ sich trefflich streiten. So bevorzugte die SPD-Fraktion im Stadtrat wieder eine Holzkonstruktion, wie sie seit vielen Jahren an dieser Stelle über den Stadtgraben geführt hatte. Die CSU hingegen plädierte für die moderne Corten-Brücke, die selbstrostend den Vorteil hat, dass sie kaum noch gewartet werden muss. Einig war sich der Stadtrat hingegen in der Einschätzung, dass die ursprüngliche Kostenschätzung von über einer Million Euro für den Ersatzbau viel zu hoch ausgefallen war. Am Ende langer Debatten setzte sich dann doch die billigere Variante der Überführung aus Corten-Stahl durch. (ass)

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