31.03.2020 - 16:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Wegen Coronavirus: Bundeswehr als Koordinator vor Ort

Auch diese Frage taucht derzeit immer wieder auf: Was macht eigentlich die Bundeswehr seit der Ausrufung des Katastrophenfalls? Stephan Koller vom Kreisverbindungskommando gibt die Antworten.

Stephan Koller, Leiter des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

In Situationen wie der aktuellen Corona-Pandemie setzt die Bundeswehr laut Stephan Koller seit 2007 auf Reservisten: "Auf solche, die sich freiwillig haben beordern lassen, mehrfach im Jahr üben und speziell auf die zivilmitärische Zusammenarbeit im Katastrophenfall geschult und ausgebildet werden." Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt hat laut Koller ein derartiges ehrenamtlich tätiges Kreisverbindungskommando. Es bestehe aus einem Leiter und Stellvertreter sowie zwei Stabsoffizieren, die drei Lageoffiziere und drei Lagefeldwebel zur Unterstützung an ihrer Seite haben. Ergänzt werde das Team durch einen Sanitäter und einen Arzt. Auch in Amberg. In der Stadt wird das Kommando von Oberstleutnant Stephan Koller (49) geführt, der im Gespräch mit der Amberger Zeitung und Oberpfalz-Medien die Aufgabe seines Kommandos so beschreibt: "Wir sitzen zusammen mit Klinikum, BRK, Feuerwehr, Polizei und anderen Organisationen am Tisch der Stadtverwaltung Amberg und bilden die Führungsgruppe Katastrophenschutz." Deren Aufgabe sei es, den Katastrophenfall zu managen, Entscheidungen zu treffen und Aufträge abzuarbeiten und zu verteilen.

Auch Berater von OB Cerny

Danach gefragt, was die Bundeswehr in einem derartigen Szenario überhaupt machen kann, antwortet Koller, der normalerweise Prokurist bei den Eckert-Schulen in Regenstauf ist: "Wir beraten Oberbürgermeister Michael Cerny und seinen Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, Bernhard Mitko, in Sachen Unterstützungsmöglichkeiten durch die Bundeswehr." Danach würden die offiziellen Anträge auf Hilfeleistung von der Bundeswehr gestellt und an das Landeskommando Bayern sowie an das Kommando Territoriale Aufgaben in Berlin zur Entscheidung weitergeleitet. Wenn das Amtshilfeersuchen positiv beschieden wird, "dann kümmern wir uns darum, dass die aktive Truppe die Unterstützungsleistung erbringt", sagt Koller und ergänzt: "Wir koordinieren das alles vor Ort und sind Schnittstelle zwischen Entscheidern in Berlin und München, der Stadtverwaltung und der aktiven Truppe."

Amberg hat jetzt ein Corona-Testzentrum

Amberg

Für Amberg habe das Kommando in den vergangenen Tagen schon viel erreicht. So seien bereits am Tag der Verkündung der Ausgangsbeschränkung Feldbetten für einen kommunalen Betrieb geliefert worden. Parallel dazu habe es Kartenmaterial im Maßstab 1:50000 für den Rettungsdienstbezirk der Integrierten Leitstelle gegeben. Mittlerweile unterstütze zudem das Kommando mit Sanitätspersonal aus der Schweppermannkaserne, das Klinikum St. Marien in der SARS-Screening-Stelle und in dem Covid-19-Testcenter in Amberg, das am Dienstag, 31. März, in Betrieb gegangen ist. Ein halbes Dutzend Rettungssanitäter und medizinisches Fachpersonal sei seit Montag in Amberg im Einsatz. Ein militärischer Arzt halte sich zudem bereit, um beim Ausfall eines Arztes oder eine Ärztin im Gesundheitsamt einspringen zu können.

"Sehr professionell"

"Amberg, das seit Jahrzehnten keine Katastrophe durchleben musste, hat die Situation gut im Griff. Alles läuft sachlich und ruhig und geregelt ab. Sehr professionell", sagt Koller und fügt hinzu: "Obwohl kaum jemand das vorher so geübt haben kann. Ich bin froh, hier mit den Leuten aus der Stadt Amberg und seinen Hilfsorganisationen zusammenarbeiten zu können. Alle hoffen, dass wir in Amberg die Situation möglichst gut überstehen."

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