22.03.2021 - 13:32 Uhr
AmbergOberpfalz

Weiterer Stadtbau-Mieter mit Beschwerde

„Bounty darf nicht zu Familie Szumlewski“ titelte Oberpfalz-Medien vor einigen Tagen. Nun berichtet ein weiterer Mieter von Problemen mit der Stadtbau. Auch dieses Mal geht es um einen Hund.

Claus Bauer wohnt in einer Mietwohnung der Stadtbau. Er hätte gerne einen Hund. Die Stadtbau macht Schwierigkeiten.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Nach der Berichterstattung über Familie Szumlewski, die Hund Bounty, einen vier Jahre alten Jack Russel Terrier, nicht zu sich in die Wohnung holen darf, meldete sich Claus Bauer bei der Amberger Zeitung. Der Amberger bringt ähnliche Beschwerden vor wie der Bergsteiger Andreas Szumlewski.

Auch der 65-jährige Bauer überlegt, sich einen Hund anzuschaffen. „Ich wollte schon immer ein Haustier. Aus beruflichen Gründen und im Sinne des Tieres habe ich bisher davon abgesehen“, erklärt er. Lange war Bauer als Krankenpfleger tätig, seit zwei Jahren ist er Rentner und sagt: „Jetzt habe ich die Zeit und spiele mit dem Gedanken, mir einen Hund aus dem Tierheim oder der internationalen Tierrettung zuzulegen.“

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Natürlich kenne er die Hausordnung der Stadtbau, die besagt, dass eine Hundehaltung die Zustimmung des Vermieters brauche. Allerdings ist es rein gesetzlich nicht so einfach. Ein pauschales Verbot des Vermieters ist nicht erlaubt. Auf mietrecht.com heißt es: „Wer in eine Mietwohnung mit Hund einziehen will, muss vorher klären, ob die Haltung die Erlaubnis des Vermieters verlangt oder ob im Mietvertrag generell etwas geregelt ist. Wichtig zu wissen ist hier, dass ein grundsätzliches Verbot von Haustieren nicht zulässig ist.“ Im Fall Szumlewski wird von Stadtbau-Geschäftsführer Maximilian Hahn die Tierhaar-Allergie der Putzfrau als triftiger Grund angeführt. Sie hält das Treppenhaus im Gebäude, in dem Familie Szumlewski wohnt, sauber.

Mündliche Anfrage gestellt

Bauer sagt, dass ein Hund für viele einen sozialen Aspekt bedeute. Single-Haushalte, alte alleinlebende Menschen – da fehle oft die gesellschaftliche Bindung. Bauer schildert seine Situation: Seit zwei Jahren ist er nun Rentner. Er ist zwar zweifacher Vater und vierfacher Opa, lebt aber alleine. Hinzu kommt, dass der 65-Jährige an Diabetes erkrankt ist. „Ein Hund würde mir sehr helfen, sozial zu überleben – und er könnte auch anschlagen, wenn ich im Unterzucker liege.“

Die Anschaffung eines Tieres ist für Bauer in jedem Fall keine Entscheidung, die er unüberlegt trifft. Über das Thema habe er sich viele Gedanken gemacht. Was passiert mit dem Hund, wenn er krank ist oder er sich mal nicht um ihn kümmern kann? Corona dürfe in jedem Fall nicht dafür herhalten, ein Haustier zu sich zu holen, das wäre der falsche Ansatz. Derzeit geht die Tendenz dahin, dass er sich einen Vierbeiner anschaffen will. Mit 80 Prozent beschreibt er die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario.

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Bei dem Wohnungsunternehmen habe der 65-Jährige bereits das zweite Mal eine mündliche Anfrage gestellt: „Die Antworten waren: ,Wenn wir das einmal genehmigen, dann müssen wir das bei anderen auch machen.‘“ Szumlewski erhielt nach eigener Aussage dieselbe Rückmeldung, wartet außerdem seit August auf eine schriftliche Antwort auf seine schriftliche Anfrage.

Bauer mit Alternativvorschlag

Bauer möchte nun erstmal mit seinen Nachbarn absprechen, ob sie mit einem Hund einverstanden wären. Anschließend würde er einen schriftlichen Antrag erstellen, ihn aber persönlich abgeben. Der 65-jährige Rentner sagt: „Ich bin kein Querulant, bin aber auch keiner, der alles hinnimmt.“ Wenn man ihm eine plausible Erklärung für etwas gebe, sei das okay. Zu diesem Thema sagt er aber: „Eine Hausordnung, die das Halten von Hunden grundsätzlich verbietet, ist für mich in der heutigen Zeit nicht mehr angebracht. Das Unternehmen muss sich der Zeit anpassen. Mieter sind nicht nur zahlende Kühe, die gemolken werden können.“

Stattdessen hat Bauer einen Alternativvorschlag: „Den Punkt der Tierhaltung in der Hausordnung sollte man verändern. Das grundsätzliche Verbieten streichen – und ersetzen durch: Schriftlicher Antrag mit Begründung. Prüfung durch Tierschutzverein oder andere Verbände.“ Damit wäre seiner Meinung nach die Stadtbau aus der Schusslinie und eine tiergerechte Haltung überprüft und gewährleistet.

 

 

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