16.09.2019 - 10:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Wirtschaftsjunioren Amberg-Sulzbach beteiligen sich am World Cleanup Day

Massive Metallteile, zerfledderte Arbeitskleidung und viel Plastikmüll von verpackten Lebensmitteln: Als Beitrag zum globalen World Cleanup Day sammelten die Amberg-Sulzbacher Wirtschaftsjunioren Abfall im Industriegebiet Nord.

Mit Zangen, Handschuhen und Säcken bewaffnet, sammeln die Wirtschaftsjunioren Abfall im Industriegebiet Nord. Cornelia Fehlner (Vierte von links) und Stefan Mühleisen (rechts) aus dem Vorstand danken Klaus Herdegen (Dritter von rechts), dem Geschäftsführenden Lüdecke-Gesellschafter, für die Brotzeit, die sich in wiederverwendbaren Lunch-Boxen befand.
von Martin LindnerProfil

Bereits eine Woche vor dem globalen Aktionstag am 21. September sammelten zwölf Teilnehmer auf Initiative der Wirtschaftsjunioren Amberg-Sulzbach am vergangenen Samstag Müll in Ambergs Industriegebiet Nord bei Immenstetten. Bei der etwa zweieinhalbstündigen Sammelaktion kamen insgesamt etwa 2040 Liter Müll zusammen.

Das Industriegebiet Nord als Ort der diesjährigen Aufräumaktion hatten die Wirtschaftsjunioren auf Vorschlag der Abfallberatung der Stadt Amberg gewählt, verrät Stefan Mühleisen aus dem Vorstand des Juniorenkreises in Amberg-Sulzbach. "Generell muss man sagen, dass das Industriegebiet Nord nicht vermüllt ist", meint Mühleisen und bewertet die Firmengelände als sauber.

Verpackungsmaterialien lagen häufiger unaufgeräumt an den Straßenrändern des Indutriegebietes Nord.

Abgerissene Kotflügel

Problematisch seien jedoch die noch nicht bebauten Gewerbeflächen und öffentliche Stellen, die teilweise sehr verdreckt seien. Für ihren vorgezogenen World Cleanup Day wählten die Wirtschaftsjunioren deswegen den Bereich um die Lkw-Haltebuchten in der Max-Planck-Straße und eine freie Gewerbefläche in der Wernher-von-Braun-Straße als Einsatzgebiete. Auch wenn beim Weg zwischen den einzelnen Arealen deutlich wurde, dass doch das eine oder andere nicht entsorgte Verpackungsmaterial vor den Firmentoren lag, fand sich der Großteil des Mülls entlang der kleinen Waldgebiete bei den Haltebuchten und im Gestrüpp der Freiflächen. Mit Handschuhen und hölzernen Greifzangen ausgerüstet, trugen die zwölf Teilnehmer der Aufräumaktion Weggeworfenes von abgerissenen Lkw-Kotflügeln bis zu zerrissenen Stücken von Arbeitsanzügen und -hosen und vor allem viel Plastikmüll von Lebensmittel-Verpackungen zusammen. Die Entsorgung der am Ende 17 gesammelten 120-Liter-Müllsäcke und des Sperrguts übernimmt die Stadt Amberg.

Einen Großteil des aufgesammelten Mülls im Industriegebiet Nord machten Lebensmittelverpackungen aus.

Globale Bewegung

Ihre Aufräumaktion sehen die Wirtschaftsjunioren Amberg-Sulzbach als Teil einer globalen Bewegung, die auf das weltweite Problem der Vermüllung aufmerksam machen will. So seien die Wirtschaftsjunioren in ganz Deutschland Teil der internationalen Junior Chamber International (JCI), einer Organisation, die weltweit über 5000 lokale Organisationen junger Menschen bündelt und unterstützt, erklärt Cornelia Fehlner, Vorstandssprecherin des Juniorenkreises.

Stefan Mühleisen ergänzt: "Die JCI hat sich den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN verschrieben, und so haben wir überlegt, mit welchem Projekt wir Nachhaltigkeit konkret umsetzen können." Die Wahl sei auf den weltweiten World Cleanup Day gefallen. Ziel dieser globalen Aufräumaktion in über 150 Ländern sei es, fünf Prozent der Weltbevölkerung zu aktivieren, um eine kritische Masse für mehr Nachhaltigkeit zu erreichen. Mit der Müllsammlung im Industriegebiet Nord wollen die Wirtschaftsjunioren auch in der Region Aufmerksamkeit für das Problem der Vermüllung generieren.

Recycling reicht nicht

"Nachhaltigkeit ist ein Thema für uns", erklärt Mühleisen und sieht keinen Konflikt zwischen dem Engagement für Nachhaltigkeit und der industrienahen Position der Wirtschaftsjunioren. "Wer, wenn nicht wir, die zukünftigen Nachwuchskräfte der Wirtschaft soll das Thema in die Unternehmen bringen?", sagt er und gibt zu bedenken, dass "es eigentlich schon fünf nach Zwölf ist" beim Umweltschutz. Für die Zukunft sei es für Unternehmen wichtig, noch weit über Recycling hinaus zu denken und Produkte für eine Kreislaufwirtschaft zu entwickeln, in der die Materialien an jeder Stelle des Lebenszyklus' des Produkts verwendet werden könnten. Bis dahin wollen die Wirtschaftsjunioren nicht damit aufhören, Aufmerksamkeit gegen die Vermüllung zu generieren.

Eine App hilft :

App, um Müll zu dokumentieren

Für künftige Aufräum-Aktionen wollen die Wirtschaftsjunioren die App TrashOut nutzen. Benutzer können vermüllte Stellen per Foto dokumentieren und per GPS-Daten auf einer Weltkarte markieren. Nachdem ein Nutzer die Stelle aufgeräumt hat, kann er ein Foto der sauberen Stelle hochladen und der Punkt auf der Karte verschwindet. Um sicherzugehen, dass ein Müllhaufen auch tatsächlich aufgeräumt wurde, kann der Nutzer das Foto nur an der tatsächlichen Fundstelle hochladen, was per GPS-Daten von der App überprüft wird. Ziel bei der Entwicklung der App sei es gewesen, das Müllsammeln spielerischer zu gestalten und zugleich ein Mittel zu haben, dass den Fortschritt beim Aufräumen dokumentiert, erklärt Stefan Mühleisen von den Amberg-Sulzbacher Wirtschaftsjunioren.

Am Samstag im Industriegebiet konnte die App jedoch noch nicht eingesetzt werden. Unbekannte hatten unter einem anonymen Profil zwei zuvor markierte Müll-Punkte gelöscht, indem sie saubere Stellen knapp neben den Punkten fotografiert hatten. (inl)

Per GPS-Daten lassen sich verschmutzte Stellen auf einer Weltkarte in der App eintragen.
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