06.02.2020 - 18:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Wohnungsunternehmen Amberg forciert klimaneutrales Wohnen bis 2050

Ein ambitioniertes Projekt: Das Wohnungsunternehmen Amberg will alle seine Gebäude auf Vordermann bringen. Bis 2050 sollen sie klimaneutral sein. Zeitgleich schließt sich die städtische Tochter Gewerbebau GmbH einem Umweltpakt an.

In der Endemannstraße werden die Wohnungen saniert. Im Mai geht’s los. Aktuell lässt das Wohnungsunternehmen Amberg zwei neue Häuser im selben Quartier bauen, die Platz für 15 Wohnungen bieten.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Seit Monaten fordern Klimaschützer vehement, mehr für die Umwelt zu tun. Das Wohnungsunternehmen (WU) Amberg hat sich nun einem Projekt verschrieben, das aufhorchen lässt. Alle Gebäude der Genossenschaft sollen bis zum Jahr 2050 klimaneutral entwickelt werden. Ein Ziel, das auf die "Initiative Wohnen 2050" zurückgeht, der das WU als eines von 24 Gründungsunternehmen angehört. Der kürzlich ins Leben gerufene Zusammenschluss hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 zu leisten. Dieter Gerl, geschäftsführender Vorstand des Wohnungsunternehmens, sagt: "Die Strategie bis 2050 ist klar. Wir müssen mehr Wohneinheiten pro Jahr modernisieren, den Anteil von Vollmodernisierungen erhöhen sowie auf erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung setzen."

Millioneninvestitionen geplant

Das Wohnungsunternehmen Amberg wird mit seinen Maßnahmen laut einer Pressemitteilung voraussichtlich mehr als 50 000 Tonnen CO2 vermeiden, das seien durchschnittlich rund 1700 Tonnen pro Jahr - so viel Kohlendioxid, wie ein etwa 130 Fußballfelder großer Wald jedes Jahr aufnehmen kann. Den Startpunkt bildet die bereits begonnene Quartiersentwicklung am Eisberg, bei der 65 Häuser mit rund 420 Wohnungen energetisch modernisiert werden. Insgesamt sollen in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich 15 bis 20 Millionen Euro in die Bestandsentwicklung fließen.

Ab 2023 will die Genossenschaft bei Bestandsmodernisierungen möglichst strombasierte Anlagen aus regenerativen Energien wie Blockheizkraftwerken oder Power-to-Gas-Anlagen einsetzen. Dabei ist auch eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Amberg geplant. "Eine dezentrale und nachhaltige Energieerzeugung auf Quartiersebene wird für uns immer wichtiger", sagt der WU-Vorstand. Solche Quartierslösungen böten die Voraussetzungen zu einer intelligenten Verknüpfung von Strom, Wärme und Mobilität.

"Nicht nur von Ökologie reden"

Was bedeuten die Investitionen für die Mieter? Gerl erklärt: "Selbstverständlich werden wir - unserem Satzungsauftrag entsprechend - darauf achten, dass die Wohnkosten auch im Zuge der energetischen Modernisierung unseres Gebäudebestands sozialverträglich bleiben. Die erneuerbaren Energien bergen das Potenzial, den Strompreis und damit die Wohnnebenkosten für unsere Bewohner langfristig in Grenzen zu halten." Sie seien in der Erzeugung günstiger als Energie aus fossilen Brennstoffen, für die aufgrund des hohen Schadstoffausstoßes schon bald mit weiter steigenden Kosten aus dem Kauf von Emissionszertifikaten gerechnet werden müsse. Von einer energetischen Sanierung würden Bewohner, Umwelt und Klima profitieren, argumentiert der Geschäftsführer.

Nicht nur das Wohnungsunternehmen Amberg treibt den Klimaschutz voran. Auch die städtische Tochter Gewerbebau GmbH hat sich dem Umweltpakt Bayern angeschlossen. "Wir wollen nicht nur von Ökologie reden, sondern auch ökologisch handeln", erklärte Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik in der jüngsten Stadtratssitzung. Um dem Umweltpakt Bayern anzugehören, müssen Unternehmen eine Selbstverpflichtung eingehen, dass sie Energien und Ressourcen sparen. Die Gewerbebau produziert etwa 100 000 Kilowattstunden Strom im Jahr. 40 000 davon gehen für die Kühlung des Gebäudes drauf, 20 000 für den eigenen Strombedarf und weitere 40 000 zum "betanken" der Elektrofahrzeuge.

Die städtische Tochter Gewerbebau GmbH gehört nun dem Umweltpakt Bayern an. Oberbürgermeister Michael Cerny (links) und Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik (rechts) präsentierten in der jüngsten Stadtratssitzung eine Urkunde aus dem Umweltministerium.
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