Amberg
31.10.2018 - 18:22 Uhr

Die Zahl für den Landkreis Amberg-Sulzbach: 202020

Ein Koffer voller Tablets ist noch kein Medienkonzept: Diese Erkenntnis haben die Amberg-Sulzbacher Bürgermeister bei einem Seminar in Fürstenfeldbruck gewonnen. Die digitale Schule war ebenso Thema wie das neue Leitbild des Landkreises.

„Deine Zukunft 2030 Amberg-Sulzbach“: Manfred Lehner (stehend Dritter von rechts), Leiter der Volkshochschule, und Agenda-Beauftragter Harald Herrle (stehend, Sechster von rechts) hatten zum Bürgermeisterseminar die druckfrische Landkreisagenda mitgebracht. Bild: bö
„Deine Zukunft 2030 Amberg-Sulzbach“: Manfred Lehner (stehend Dritter von rechts), Leiter der Volkshochschule, und Agenda-Beauftragter Harald Herrle (stehend, Sechster von rechts) hatten zum Bürgermeisterseminar die druckfrische Landkreisagenda mitgebracht.

Das noch druckfrische Leitbild hatte die „AS“-Bürgermeister neugierig gemacht. Zu lesen ist in der neuen Landkreisagenda ganz provokativ die Zahl 202020 – kein Druckfehler, sondern ganz einfach die Aufforderung, bis zum Jahr 2020 schon einmal 20 ausgewählte Themen umgesetzt zu haben, erklärt Regionalmanagerin Maria Schmalzl.

Viel Zeit fürs Leitbild

Das Bayerische Selbstverwaltungskolleg in Fürstenfeldbruck, ein Fachseminar, hatte der Vorsitzende des Bayerischen Gemeindetages im Landkreis Amberg-Sulzbach, Bürgermeister Peter Braun aus Schmidmühlen, für seine Amberg-Sulzbacher Amtskollegen organisiert. Viel Zeit nahmen sich die Gemeindechefs, um mit Manfred Lehner und Julia Wolfsteiner von der Volkshochschule Amberg-Sulzbach sowie mit Agendabeauftragtem Harald Herrle und Regionalmanagerin Maria Schmalzl über das neue Landkreis-Leitbild, das Thema Nachhaltigkeit und die Umsetzung zu diskutieren.

„Es wird schon manches in den Gemeinden gemacht – doch es wissen nur wenige“, berichtete VHS-Leiter Manfred Lehner. Im Mai 2016 hatte der Landkreis in einer Nachhaltigkeitskonferenz das Leitbild auf den Weg gebracht. Bei der Auftaktveranstaltung waren Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie engagierte Bürger im Kloster Ensdorf vereint – jetzt liegt das Ergebnis vor, das den Bürgermeistern in Fürstenfeldbruck quasi druckfrisch vorgestellt wurde.

Handlungsfelder sind soziale Zusammenarbeit mit Demografie, Inklusion und Bürgerdialog; Bildung, Forschung und Wissenschaft; Klima und zukunftsorientierte Energien; Wirtschaft und Tourismus sowie natürliche Ressourcen wie Natur, Umwelt, Ernährung und Konsum.

AS-Zukunftswerkstatt

Die AS-Zukunftswerkstatt soll als regelmäßiges Instrument nachhaltiger Entwicklung bis 2020 fungieren. Der Landkreis baut dazu eine tragfähige Plattform für Ehrenamtliche auf und begleitet diese dauerhaft. Auch ein Nachhaltigkeitsrat wird eingerichtet. Er soll auf eine ganzheitliche Weiterentwicklung des Landkreises achten und ist beratendes Gremium für den Kreistag. Er ist zwar nicht operativ tätig, soll aber zweimal im Jahr tagen. Die Mitglieder werden vom Kreistag auf Vorschlag des Landrates berufen und auch regelmäßig geschult.

Weiteres Thema beim Seminar war die personelle und organisatorische Ausrichtung für die kommunale Zukunft. Außerdem gab es Informationen zum kommunalen Finanzausgleich und zum Thema Steuern. Ein Besuch in Garmisch-Partenkirchen bei Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer und ein Ausflug auf die Zugspitze rundeten das Programm ab.

Die Landkreisbürgermeister, darunter auch der stellvertretende Landrat Hans Kummert, waren auch auf der Zugspitze zu Gast. Bild: bö
Die Landkreisbürgermeister, darunter auch der stellvertretende Landrat Hans Kummert, waren auch auf der Zugspitze zu Gast.
Info:

Viel Zeit nahmen sich die Bürgermeister für die vielfach diskutierte digitale Schule der kommenden Jahre. Sie kamen zu dem Schluss: Es genügt nicht, Geld bereitzustellen, um die Anschaffung der Hardware und deren Vernetzung in den Schulen zu fördern. Vielmehr ist der Freistaat gefordert, endlich ein pädagogisches Gesamtkonzept zu erarbeiten, das als Grundlage für eine entsprechende Ausstattung der Schulen dient.

„Da fliegen wir derzeit auf Sicht im Nebel“, sagte dazu Direktor Manfred Riederle vom Bayerischen Städtetag. Er sieht die Gefahr, dass örtliche Medienkonzepte an einzelnen Schulen schnell zu einer völlig heterogenen Landschaft führen, die abhängig ist vom Engagement und Wissen der Lehrer und vom finanziellen Spielraum der Gemeinden: „Da müssen für ein einheitliches und tragfähiges Gesamtkonzept noch klare Ansagen von der Staatsregierung kommen.“ Angedacht ist, dass Modellversuche für die digitale Schule in Bayern ab 2020 laufen sollen – doch bis dahin muss nach Ansicht des Bayerischen Gemeindetages noch viel auf die Reihe gebracht werden.

Die Landkreis-Bürgermeister waren auch im Garmisch-Partenkirchener Rathaus bei Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer zu einem Gedankenaustausch. Stellvertretender Landrat Hans Kummert (links) und der Kreisvorsitzende des Gemeindetages im Landkreis, Peter Braun, dankten der gastgeberin mit einem Erinnerungsgeschenk. Bild: bö
Die Landkreis-Bürgermeister waren auch im Garmisch-Partenkirchener Rathaus bei Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer zu einem Gedankenaustausch. Stellvertretender Landrat Hans Kummert (links) und der Kreisvorsitzende des Gemeindetages im Landkreis, Peter Braun, dankten der gastgeberin mit einem Erinnerungsgeschenk.
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