Zahlen steigen nicht mehr, Corona-Druck auf Oberpfälzer Kliniken bleibt hoch

Amberg
05.08.2022 - 17:17 Uhr

Etwas bessere Zahlen aber noch keine Entwarnung: Covid setzt den Krankenhäusern in Bayern weiterhin zu. Auch wenn die Zahl der Patienten langsam sinkt, Personalausfälle machen weiter Probleme. Ein Oberpfälzer Haus ist besonders betroffen.

Wieder etwas mehr freie Betten auf Oberpfälzer Intensivstationen.

Trotz sinkender Coronazahlen bleibt die Lage in den Krankenhäusern der Oberpfalz angespannt. "Wir sehen uns weiterhin Personalausfällen und Bettensperrungen in einer relevanten Anzahl gegenüber", meldet Michael Reindl, Sprecher der Kliniken Nordoberpfalz AG in Weiden. "Elektive Eingriffe werden weiterhin nur stark reduziert durchgeführt."

Ähnlich die Situation im Klinikum St. Marien in Amberg. Auch hier sorgen Ausfälle in der Belegschaft für Engpässe. Betroffen seien nicht nur Pflegekräfte. Corona spiele beim Krankenstand eine Rolle, das Virus sei aber nicht der einzige Ausfallgrund, so Verena Uschold vom Amberger Klinikum.

Positiv lässt sich festhalten, dass der Corona-Druck zumindest nicht mehr wächst. "Die Anzahl der Coronapatienten hat sich stabilisiert und nimmt tendenziell leicht ab", bestätigt die Sprecherin des Klinikums. Ähnlich auch in Weiden und den andern Standorten der Kliniken Nordoberpfalz: Die Zahl der Covid-Patienten habe sich "auf hohem Niveau eingependelt".

Weiden stark belegt

Vergleichsweise deutlich ist zuletzt die Belegung der Intensivstationen mit Coronapatienten zurückgegangen. Am Freitag vor einer Woche lag die Zahl in der Oberpfalz bei 33, am gestrigen Freitag bei 22. Nach wie vor ist das Klinikum Weiden mit sechs Coronaintensivpatienten schwer betroffen. Die vier Regensburger Häuser mit Intensivstationen behandeln derzeit zusammen sieben Covid-Intensivpatienten.

Verbunden ist der Rückgang mit sinkenden Zahlen registrierter Neuinfektionen. Vor allem seit Ferienbeginn hat sich der Rückgang nochmals beschleunigt. Weiter den höchsten Wert im Bezirk weist mit 716 nachgewiesenen Infektionen auf 100 000 Einwohnern in sieben Tagen der Kreis Tirschenreuth aus. Den niedrigsten Wert gibt das RKI für den Kreis Cham aus (392).

Der Rückgang in der Oberpfalz fügt sich in die Entwicklung in ganz Bayern ein. Im Freistaat hat sich die Inzidenz laut RKI binnen zweier Wochen fast halbiert. Bei den Inzidenzzahlen gehen Experten allerdings seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus - vor allem weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen.

Betrieb eingeschränkt

Auch weitere Indikatoren für die Situation in Krankenhäusern weisen nach unten: So sind die vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gemeldete Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Corona binnen sieben Tagen auf 1056 gesunken. Vor zwei Wochen hatte der Wert, der auch Normalstationen mit einschließt, noch knapp unter 1500 gelegen.

Von Entspannung kann jedoch nicht gesprochen werden. Stand Donnerstag meldeten 122 bayerische Intensivstationen ganz oder teilweise eingeschränkten Betrieb. Regulären Betrieb meldeten 53 Intensivstationen. Noch Ende Juli hatten die Zahlen allerdings ein gutes Stück schlechter ausgesehen: Damals meldeten 87 Intensivstationen eingeschränkten Betrieb.

Inzidenzen im Wochenvergleich

 
 

Kommentare

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Tobias Löw

Es gibt übrigens nicht nur Intensivstationen. Es gibt auch die Corona-"Normal"-Stationen, die sich abrackern, abkämpfen und weit im roten Drehzahlbereich arbeiten. Nur sind die anscheinend nicht spektakulär und interessant genug...

06.08.2022