26.10.2018 - 14:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Zeitreise und Zukunft: 175 Jahre IHK

Gleich zwei Anlässe hat die Industrie- und Handelskammer für einen feierlichen Empfang im Amberger Rathaus: Ein großes Jubiläum und eine Verabschiedung.

Sie feiern in Amberg gemeinsam 175 Jahre Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz und Kelheim: Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes, Präsident Michael Matt, Gremiumsvorsitzender Rolf Pfeiffer, Geschäftsstellenleiter Johann Schmalzl und sein Nachfolger Bernhard Reif (von links).
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Vor 175 Jahren genehmigte König Ludwig I. auf Drängen der Kaufleute und Fabrikbesitzer in Ostbayern die Gründung der Handelskammer Regensburg. Dieses Jubiläum feierte das IHK-Gremium Amberg-Sulzbach am Donnerstag.

Der Vorsitzende Rolf Pfeiffer wies in seiner Rede auf eine besondere Stärke der IHK Regensburg hin: "Wir sind mit eigenen Geschäftsstellen in allen Gremiumsbezirken präsent." Bei anderen Kammern in Deutschland sei das keine Selbstverständlichkeit. Diese Nähe schaffe Identifikation mit den Mitgliedern. Pfeiffer: "Regionalentwicklung ist Teamwork. Nur in guten Netzwerken, in denen ein konstruktives Klima herrscht, kann etwas bewegt werden."

Er lobte die gute Zusammenarbeit von Unternehmern, Kammern, Kommunalpolitik, Verwaltungen, Schulen, Verbänden und Institutionen. Als Glücksfall für die Region bezeichnete er dabei die Hochschule. "Sie versorgt die Betriebe nicht nur mit qualifizierten Absolventen, sie unterstützt uns auch mit dem technologischen Know-how der Professoren."

Pfeiffer berichtete, dass die "wirtschaftliche Lage im Raum Amberg-Sulzbach sehr gut ist. Wachstumsraten über dem Durchschnitt und Vollbeschäftigung zeigen, dass die meisten Unternehmen und Menschen in der Region davon profitieren". Doch dies sei kein Grund, sich zurückzulehnen. "Die Welt verändert sich und das gilt im Zeitalter der Digitalisierung und der Globalisierung mehr denn je auch jeden Tag für unsere Unternehmen."

Eine Veränderung gibt es auch in der IHK-Geschäftsstelle Amberg-Sulzbach. So wurde bei der 175-Jahr-Feier zugleich Johann Schmalzl als langjähriger Geschäftsstellenleiter verabschiedet. Pfeiffer zufolge ein "nicht minder bedeutsames Ereignis". 28 Jahre lang war Schmalzl für die IHK tätig. "Ich kenne gar keine IHK ohne sie", richtete Pfeiffer das Wort an den scheidenden Leiter. Er bescheinigte ihm "außergewöhnliches Engagement, unbedingten Gestaltungswillen und unermüdlichen Einsatz". Es folgten stehende Ovationen und langanhaltender Applaus.

"Mein Ziel war es immer, mit meiner Arbeit die Mitgliedsunternehmen in der Region zu unterstützen, und gleichzeitig mitzuhelfen, dass es für die Menschen gute Perspektiven gibt", erklärte Schmalzl und dankte seinen Wegbegleitern. Nach zweijähriger Einarbeitungszeit wird nun Bernhard Reif Schmalzls Nachfolge antreten. "Ich konnte jeden Tag nicht nur fachlich, sondern auch menschlich von dir lernen", bescheinigte Reif seinem Vorgänger. Er freue sich auf die Herausforderung und bat um Vertrauen, aber auch um ehrliche Rückmeldungen.

Michael Matt, seit Juli neuer Präsident der IHK Regensburg für Oberpfalz und Kelheim, nutzte die Feierlichkeiten zugleich als Antrittsbesuch in der Region. Dabei blickte er - auch mit Sorge - auf die großen Zukunftsthemen: "Die Spirale der Strafzölle dreht sich immer schneller. Als exportorientierte Region trifft uns das natürlich besonders." Deshalb werde sich die IHK auch in Zukunft für freien Handel einsetzen.

Info:

Bei einem Podiumsgespräch diskutierten Vertreter von Wirtschaft, Bildung und Politik über die Stärken der Region und wichtige Herausforderungen für den Wirtschaftsraum Amberg-Sulzbach.

Oberbürgermeister Michael Cerny, OTH-Präsidentin Prof. Andrea Klug, IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes, Gremiumsvorsitzender Rolf Pfeiffer und Markus Frauendorfer nahmen Stellung zu den zentralen Themen Stadt- und Regionalentwicklung, Fachkräftesicherung und Digitalisierung.

Christian Götz, IHK-Abteilungsleiter für Digitalisierung und Kommunikation, moderierte den Austausch.

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