23.09.2020 - 16:14 Uhr
AmbergOberpfalz

ZNAS: Weg als VGN-Mitglied frei

Amberg und Amberg-Sulzbach sollen vollwertiges Mitglied im VGN werden. Dafür hat der ZNAS die Weichen gestellt. Oberbürgermeister Michael Cerny wünscht sich für die Zukunft möglichst wenig Kleinstaaterei und günstige Tickets.

Die Bushaltestelle in Hahnbach soll auf beiden Seiten barrierefrei ausgebaut werden. Dafür gibt es vom ZNAS eine Förderung.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Grünen-Stadtrat Helmut Wilhelm hätte es gerne gesehen, wenn der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach einen Oberpfälzer Weg bestritten hätte. Statt einer "Vollintegration Ambergs in den VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg)" hätte er den Tarif Oberpfalz Nord (TON) lieber gestärkt gesehen. Oberbürgermeister Michael Cerny hielt bei der Diskussion in der jüngsten Sitzung des Verbandes dagegen: "Wenn, dann müssten die Verbünde größer werden. Den Bürgern wäre es am liebsten, sie kaufen in Bayern ein Ticket und brauchen nicht überlegen: Wo fahre ich hin? Meine Vision ist: Die Kleinstaaterei ist vorbei und die Tickets werden möglichst günstig."

"TON ist gescheitert"

Auch Landrat Richard Reisinger erklärte: "Die Zeit ist vorbei, dass die Oberpfälzer ein eigenes Tarifsystem schaffen. Ich bin heilfroh, wenn wir in diesem schlagkräftigen Verbund drin sind." ZNAS-Geschäftsleiter Hans-Jürgen Haas sagte sogar: "Als Miterfinder des TON muss ich sagen - er ist gescheitert." Mit TON würde es kein 365-Euro-Ticket geben, verdeutlichte er.

Letztlich herrschte mit der Gegenstimme von Wilhelm bei diesem Thema Einigkeit, weshalb die Weichen für die Zukunft gestellt wurden. Das Gremium stimmte der "Übernahme der Durchtarifierungs- und Harmonisierungsverluste" zu. Mit den im ersten Moment wenig greifbaren Begriffen sind Ausgleichszahlungen an Verkehrsunternehmen in Höhe von jährlich 88 000 Euro (bis ins Jahr 2032) gemeint. Außerdem kommen einmalige Umstellungskosten und Mehrkosten aufgrund einer Tarif-Nullrunde auf den ZNAS zu, deren Übernahme beschlossen wurde.

Drei Kommunen dürfen sich über Fördergelder für den barrierefreien Ausbau von Haltestellen freuen. Der Markt Hahnbach erhält demnach jeweils maximal 10 000 Euro, um die Haltestellen "Hahnbach, Schule" und "Hahnbach, Post" umzugestalten. Die Stadt Amberg bekommt maximal 5000 Euro für die Haltestelle "Von-Kleist-Straße", die Gemeinde Poppenricht maximal 2000 Euro für die Haltestelle "St.-Michael-Straße".

ZNAS-Geschäftsleiter Haas erklärte, dass es im Gebiet des Verbands etwa 1300 Bushaltestellen gibt, davon seien lediglich rund 20 ausgebaut. Der ZOB in Amberg ist seit Ende August barrierefrei, wie Haas in der ZNAS-Versammlung detailliert erläuterte. Die Bauarbeiten dazu hatten im März begonnen. Was die Finanzen betrifft, steht der ZNAS gut da. Ende 2019 betrugen die Verbindlichkeiten noch etwas über 28 500 Euro. Heuer wird der Verband schuldenfrei. Aus der Jahresrechnung des vergangenen Jahres ergibt sich, dass der Verwaltungshaushalt mit Ein- und Ausgaben in Höhe von 4,86 Millionen Euro schließt. Den allgemeinen Rücklagen werden außerplanmäßig 491 010 Euro und dem Vermögenshaushalt außerplanmäßig 491 010 Euro zugeführt.

Die Stadt führte vor einigen Monaten das 365-Euro-Ticket ein

Amberg

Zweiter Stellplatz in Bussen

Matthias Schöberl hatte in der vorangegangenen Verbandsversammlung außerdem angefragt, ob in Citybussen ein zweiter Stellplatz für Rollstühle und Kinderwagen geschaffen werden könnte. Wie am Donnerstag zu erfahren war, sind mittlerweile von der Firma Linzer, die als Betreiber der meisten Citybus-Linien fungiert, alle zwölf Fahrzeuge mit einem zweiten Stellplatz ausgestattet worden.

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