Vor 25 Jahren hatten die beiden Frauen, die sich seit ihrer Jugend kennen, eine Leiharbeitsfirma und private Arbeitsvermittlung gegründet. Aus bescheidenen Anfängen, damals noch mit winzigem Büro in der Werner-von-Siemens-Straße, hat sich ein Unternehmen entwickelt, das heute in der Regensburger Straße ansässig ist. Zur Zentrale gesellten sich Niederlassungen in Weiden (1998), Regensburg (2001), Nürnberg (2005) und Cham (2007) hinzu. Das Hauptaugenmerk von Schmidt und Wifling lag nach Angaben der beiden Unternehmerinnen seit jeher auf der Region: "Hiesiges Personal für hiesige Firmen."
In der Zeitarbeits-Branche sind fast alle Sparten vertreten. "Unser Schwerpunkt liegt nach wie vor auf dem gewerblich-technischen Bereich", so Cindya Großpeter. Die Frauen erzählen, dass sie im vergangenen Vierteljahrhundert einiges an Gesetzesänderungen mitgemacht haben. Wobei der Mindestlohn kein Thema gewesen sei. "Wir haben schon immer darüber bezahlt."
"Für viele eine Chance"
Derzeit sind bei Schmidt und Wifling nach Angaben der beiden Geschäftsführerinnen rund 1000 Mitarbeiter angestellt. Die klassische Variante der Zeitarbeit erklärt Cindya Großpeter an einem Beispiel: Eine Firma bekommt einen Auftrag rein, der in zehn Tagen abgearbeitet werden sein muss. Mit dem Stammpersonal allein ist dies nicht zu bewerkstelligen. "Also holt man sich Leute über eine Zeitarbeit." In dem praktizierten Modell sehen die beiden Frauen auch gute Chancen für die Bewerber: "Wir schlagen ihnen verschiedene Stellen vor. Klappt es mit einer Tätigkeit nicht, dann haben wir noch andere Bereiche, in denen sie eingesetzt werden können", erklärt Regina Wifling. "Für viele ist das eine Chance", betont sie. Sie könnten ausprobieren, ohne dafür Dutzende Arbeitgeber im Lebenslauf stehen zu haben.
Aber auch Ältere hätten so die Möglichkeit, Arbeit zu finden. Regina Wifling berichtet von einer Firma, die einen Hausmeister suchte, aber zunächst partout nicht den 61-Jährigen wollte, den Schmidt und Wifling vorschlug. "Nach einem halben Jahr haben sie ihn übernommen und sagen heute, das sei ihr bester Mann." Was zähle, sei der Mensch und dessen Arbeitsleistung, sagen die Unternehmerinnen. "Gute Leute werden immer gesucht", so Cindya Großpeter. Aktuell ist der Bedarf an Arbeitskräften groß, nachgefragt werde jede Branche - "egal, ob Handwerk oder Industrie". Enorm gesucht würden Handwerker. Aber auch die Gastronomie habe einen enormen Bedarf. "Teilweise müssten Gaststätten schon ein, zwei Tage die Woche zusperren, weil sie kein Personal bekommen", sagt Cindya Großpeter.
Stark konjunkturabhängig
Die beiden Expertinnen gehen davon aus, dass der Bedarf an Arbeitskräften auch in Zukunft so hoch bleiben wird. Ihre Branche ist übrigens sehr von der Konjunktur abhängig. So habe ihr Unternehmen auch die Wirtschaftskrise 2009 extrem zu spüren bekommen. "Danach mussten auch wir uns wieder hochrappeln", erinnert sich Cindya Großpeter.
Rund 1,04 Millionen Leiharbeitnehmer gibt es in Deutschland. Somit liegt der Anteil der Zeitarbeitnehmer an der Gesamtbeschäftigung bei ungefähr drei Prozent. Cindya Großpeter, eine der beiden Geschäftsführerinnen von Schmidt und Wifling, schätzt den Anteil von Leiharbeitern in großen Firmen bei 10 bis 15 Prozent. „Das ist für die Unternehmen oftmals der Puffer, zusätzlich zu ihrem festen Personal als Sockel.“ (san)













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