13.11.2018 - 13:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Zwei Geschäfte für Kindermoden schließen

Zwei inhabergeführte Geschäfte schließen demnächst in der Amberger Altstadt. Das Kinderreich war seit 2006 Anlaufstelle für modebewusste Eltern. Max und Moritz existierte sogar 40 Jahre. Die Gründe sind unterschiedlich.

Stefanie Grammer schließt zum 15. Dezember das Kinderreich in der Unteren Nabburger Straße.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Seit 13 Jahren betreibt Stefanie Grammer das Kinderreich, die vergangenen zehn Jahre am jetzigen Standort in der Unteren Nabburger Straße. Auf 350 Quadratmeter gab es alles, was das Herz modebewusster Eltern begehrte. Spielwaren inklusive. Doch: "In dieser Zeit hatten wir fünf bis sechs Baustellen", so die Geschäftsführerin. Laufkundschaft komme nicht in die Seitenstraßen. "Nach acht Jahren ist es uns noch passiert, dass Kunden gesagt haben: Ich wusste gar nicht, dass es euch gibt." Doch der Hauptgrund für die Aufgabe des Geschäfts ist die Konkurrenz auf dem Kindermoden- und Spielwarensektor: das Internet. Sie könne nachvollziehen, wenn Einzelhändlern ans Herz gelegt werde, besondere Aktionen anzubieten."Doch mit Aktionen verdiene ich nicht mein Geld." Als besonders schade empfindet Grammer, das kleine, liebevoll eingerichtete und von Inhabern geführte Geschäfte kaum mehr Überlebenschancen hätten. Kunden lassen sich zwar gerne mehrstündig beraten, aber den Kinderwagen kaufen sie schließlich doch woanders. Die Entwicklung der Gesellschaft überrolle den Einzelhandel. "Das tut mir für die Innenstadt sehr leid." Überzogene Mietpreise seien weitere Gründe, die den Geschäften das Leben schwer machen. Bei Grammer arbeiten derzeit drei Festangestellte und zwei bis drei Aushilfen.

In einer Seitengasse der Georgenstraße betreibt Birgitta Metz das Kindermoden-Geschäft Max und Moritz. Als ehemalige Modedesignerin bei Betty Barcley zog sie zurück in die Oberpfalz und eröffnete vor 41 Jahren ihr erstes Geschäft in Schwandorf. Ein Jahr später folgte eine Filiale in Amberg. "Es hat mir schon immer Spaß gemacht, für Kinder etwas zu machen", gesteht die 67-Jährige. Jetzt habe sie sich aufgrund ihres Alters dazu entschlossen, nur noch ein Geschäft, und zwar das in Schwandorf, zu führen. "Zwei werden mir zuviel." Vielleicht habe allerdings ein Nachfolger Interesse daran, den 100 Quadratmeter großen Laden in Amberg zu übernehmen. Per Aushang an der Ladentür sucht Birgitta Metz danach. Der Räumungsverkauf läuft derweil.

40 Jahre gibt es Max und Moritz in der Georgenstraße, jetzt wird das Kindermoden-Geschäft bis Weihnachten geschlossen. Von links: Brunhilde Schubert, Birgitta Metz und Christine Langhans.

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