Aus zwei Vilstalenten werden drei. Dem neuen Bassisten Heinz Beiersdorfer aus Franken gewährten die beiden gebürtigen Amberger Peter Seidl und Fritz Pawlick großzügig "Vilstalente(n)-Asyl", weil er die musikalische Vielseitigkeit und den Abwechslungsreichtum des Duos steigert. Zudem verbindet die drei Ausnahmekünstler die unbändige Lust am und die pulsierende Leidenschaft für das Musizieren. Erstmals waren "Die Vilstalente" als Trio nun in der Galerie Bilderbücher zu hören, in der es bei dieser außergewöhnlichen Premiere nur noch Stehplätze gab.
"So is es Leben!", lautete der Titel des Abends, der dem Publikum musikalisch-literarisch so manche Situation aufzeigte, die ein Leben so mit sich bringen kann. Mal heiter-fröhlich und unbeschwert kann es daherkommen das Leben, mal belastend und schwer erträglich - alles verpackt in tiefsinnige Texte aus der Feder von Peter Seidl. Sensibel von Tastenzauberer Fritz Pawlick abgestimmt auf die mit Wortwitz glänzenden Texte waren die Melodien der Lieder, die unterschiedlichste Stilrichtungen prägten, aber eines gemeinsam hatten: Sie gingen wunderbar ins Ohr, trotz so manch schrägen Tons.
Altbekanntes und Neues packten "Die Vilstalente" aus und präsentierten eine handgemachte, ehrliche Liedermacherkunst von ganz eigener Art, die in keine Schublade passt. In Mundart und Schriftsprache gab es die Lieder, die das Leben schreibt und die vom Herzen kamen und zu Herzen gingen. "So is es Leben" war nicht nur das Motto des musikalisch-literarischen Abends, auch das Lied zum Einstieg in den Abend trug diesen Titel.
Das Publikum sang den Refrain gerne mit, denn es ging darin um die Spanne des Lebens, "wennst nu niat kannst, bis dahin, wennst nimma kannst". In gar schrägen Tönen kam der "Samtene seidene Summer" daher, der Winter dagegen in einer schönen Melodie. Mit einer Reise nach Kreta zur Göttin Nivea entkam man dann den Amberger Wetterkapriolen.
Auf die ernste Schiene führte das Lied "Der blaue Fluss", der keinen Anfang und kein Ende kennt. Von dramatisch, furchteinflößenden bis zu heiter, unbeschwerten Klängen wurde mit diesem Lied die gesamte Gefühlsklaviatur der Zuhörer bedient. Mit einer kurzen Kostprobe seiner selbstverfassten Gedichte sorgte Peter Seidl für eine weitere Bereicherung des anspruchsvollen Programms. Tierisch gut ging es musikalisch in der altbekannten Kategorie "Viecherei" weiter, "um den Abend nicht zu pessimistisch und melancholisch werden zu lassen", betonte Seidl. Heiter und doch auch tiefsinnig waren dann allerdings die Texte der Lieder vom sportlichen Hamster Max XX, vom waghalsigen Kamikaze-Kanarienvogel und der Amberger "Vilstal-Ente".
In ihrer ureigenen, unnachahmlichen Art gestalteten die nunmehr drei Vilstalente einen Abend mit hohem Unterhaltungswert, zwischen Tiefgang und Zeit zum Nachdenken.














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