Amberg
09.12.2018 - 14:27 Uhr

"Zwischen Vorbild, Kollege und Vaterfigur": Ausbilder-Arbeitskreis feiert 55. Jubiläum

Der Ausbilder-Arbeitskreis der IG-Metall feiert heuer 55. Jubiläum. Obwohl die Gruppe für die Belange der Ausbilder gegründet wurde, stehen für den Vorsitzenden Markus Groß und seine Kollegen vor allem die Auszubildenden im Vordergrund.

Einige der Mitglieder des Ausbilder-Arbeitskreises Amberg bei der Jubiläumsfeier: von links: Josef Gadomski (Prüfer), Gerhard Pilz (Prüfer), Markus Groß (Vorsitzender), Matthias Scherr (Fachsekretär), Konrad Dorner (Prüfer) und Benjamin Fritz (stellvertretender Vorsitzender). Bild: Hartl
Einige der Mitglieder des Ausbilder-Arbeitskreises Amberg bei der Jubiläumsfeier: von links: Josef Gadomski (Prüfer), Gerhard Pilz (Prüfer), Markus Groß (Vorsitzender), Matthias Scherr (Fachsekretär), Konrad Dorner (Prüfer) und Benjamin Fritz (stellvertretender Vorsitzender).

"Als Ausbilder muss man sich ständig hinterfragen: Bin ich zu autoritär, bin ich zu lässig?", beschreibt es Prüfer Gerhard Pilz. Ihm ist wichtig, dass Ausbilder nicht nur vormachen, wie etwas geht, sondern dass sie vor allem Vorbild sind. "Bei einer Lehre sind 60 Prozent fachlich und zu 40 Prozent geben wir eine Lebensrichtung vor." Weil die meisten Azubis sehr jung sind - viele beginnen mit 15 Jahren - sei es wichtig, ihr Vertrauen zu erlangen. "Wenn der Jugendliche einem sein Herz ausschüttet, muss man aufpassen, dass man die richtig Tipps gibt. Man ist irgendwas zwischen Vorbild, Kollege und Vaterfigur", sagt Pilz. Und manche Probleme, können auch nicht an der Stempeluhr abgelegt werden, ergänzt Prüfer Josef Gadomski. "Das nimmt man dann mit nach Hause. "

Bei so viel Verantwortung ist es besonders wichtig, dass sich Ausbilder auch untereinander austauschen können. Das tut der Arbeitskreis rege. "Wenns brennt auch täglich per Whats-App", sagt Groß und lacht. "Da geht es nicht nur um fachliche Themen, sondern viel um Pädagogik und Zwischenmenschliches", erzählt Matthias Scherr, Fachsekretär der IG-Metall. All das geschieht nebenher, denn die AAK-Mitglieder arbeiten alle ehrenamtlich. Viele von ihnen sind bereits in Rente, andere noch mitten im Berufsleben. Die "Alten" seien stolz, dass Junge nachrücken. "Das ist das Schöne", sagt Matthias Scherr.

Info:

Der Ausbilder-Arbeitskreis der IG-Metall Amberg wurde 1963 gegründet. Er ist bundesweit einer von dreien dieser Art, aber nach Aussage der Mitglieder der einzige, der so aktiv ist und in vielen Ausschüssen mitwirkt. Im Raum Amberg sind es 20 Ausbilder und Prüfer aus unterschiedlichen Betrieben, die sich um die Belange der Ausbilder kümmern. Zudem nehmen sie regelmäßig Abschlussprüfungen ab. (anv)

 
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