06.07.2018 - 11:31 Uhr
AmbergOberpfalz

Das sitzt: 2200 Ehrensessel für den FC Bayern

Wer den FC Bayern als Kunden hat, darf stolz sein. Das ist die Firma Käfer & Hummel natürlich. Aber noch stolzer ist sie auf ihre Mitarbeiter, die mit ihrer Leistung für solche Aufträge sorgen und damit in der VIP-Lounge sitzen.

So sehen sie aus, die neuen Sitze für die Allianz-Arena im leuchtenden Rot des FC Bayern. Sie werden auch schon im gerade erst dazugekauften Firmengebäude von Käfer & Hummel in der Nachbarschaft des Hauptsitzes produziert.
von Thomas Amann Kontakt Profil

(ath) Tatsächlich geht es um die exklusive Zone für besondere Gäste in der Allianz-Arena. Dort hat sich das Ursensollener Unternehmen schon 2004 etabliert. Damals durfte es in Kooperation mit der Spezialfirma Eheim aus Öhringen über 5800 Sitze vor allem für die Business- und VIP-Lounge herstellen. Als aufstrebender Systemlieferant für Sitzmöbel verschiedenster Art war es den beiden Gesellschaftern Frank Käfer und Markus Hummel gelungen, diesen Coup zu landen, der auch die Zusammenarbeit mit den prominenten Arena-Architekten Herzog und de Meuon beinhaltete. Alles schon viel Ruhm für die Firma im Gewerbegebiet Süd mit Sitz an der Jakob-Oswald-Straße, die gerade zwei Jahre vorher gegründet worden war.

Nachschub für die Arena

"Der FC Bayern hat bei unserer Entwicklung keine unwesentliche Rolle gespielt", blendet Frank Käfer zurück, um gleichzeitig auf die Gegenwart zu schauen, die diese Allianz erneuert. In der Arena, wo die Ursensollener jetzt zusammen mit der Firma Eheim wieder für neue Stühle sorgen. 2200 Sitze für die Haupt- und Ehrentribüne sind bestellt, freut sich Käfer & Hummel über diesen Anschlussauftrag aus München. Zumal alle polstertechnisch produzierten Stücke im Rot des FCB erstrahlen und dadurch dem Stadion eine besondere Note verleihen sollen. Laut Frank Käfer war es nicht selbstverständlich, dass der deutsche Rekordmeister erneut die Ursensollener ins Boot holte; offensichtlich sei er aber von der Qualität aus Amberg-Sulzbach überzeugt.
Dabei verhehlt der Geschäftsführer nicht, dass es seine Mitarbeiter sind - insgesamt zählt der Betrieb rund 140 Leute -, die diesen hohen Standard gewährleisten. Deshalb hebt er beim Bericht über diesen neuen Auftrag gar nicht so sehr den Namen des weltbekannten Clubs hervor, mit dem er gut wuchern könnte, sondern stellt lieber seine Beschäftigten aufs Podest. Und die Region, die nach seiner Ansicht längst "viele tolle und innovative Firmen" bietet, die sich hinter anderen in bekannteren Teilen des Freistaats nicht zu verstecken brauchen. Bei aller Achtung für München und Oberbayern mit ihrer Firmendichte seien die Oberpfälzer schon lange nicht mehr nur "die Ersatzbayern". Im Gegenteil ist diese Region für Frank Käfer - auch mit vielen Beispielen in Amberg und im Landkreis - "in den Mittelpunkt gerückt", was nur mehr Anerkennung und Wertschätzung erfahren müsse.
Apropos: Das wünscht sich der Unternehmenschef auch fürs Handwerk, durch das dieses Land groß geworden sei. Es braucht nach seinen Worten nicht nur Ingenieure und "Schlaumeier", sondern auch solche, die Ideen umsetzen und oft buchstäblich handwerklich zum Laufen bringen. Frank Käfer ermuntert junge Leute, sich dafür zu interessieren, zumal Deutschland schon jetzt den Mangel an Nachwuchs in Ausbildungsberufen zu spüren bekomme. Er tut dafür auch etwas in seiner Firma mit derzeit sechs Azubis, und hat außerdem das Ziel, diese Zahl erheblich zu vergrößern: mit einer eigenen Lehrwerkstatt, die ihm vorschwebt.

Betriebs-Erweiterung läuft

Die Möglichkeit dazu bietet eine derzeit laufende Erweiterung des Betriebs. Käfer & Hummel ist es gelungen, in der Nachbarschaft in der Parallelstraße das Gebäude der Firma PVL zu erwerben, die dort ausgezogen ist. Der Bezug der Räume mit einer Fläche von rund 3500 Quadratmetern hat schon begonnen und muss parallel zum laufenden Betrieb über die Bühne gehen. Auch da ziehen die Beschäftigten bereitwillig mit, die obendrein keine Probleme sehen, den FC-Bayern-Auftrag pünktlich bis Ende Juli abzuwickeln. Zum Testspiel vor Beginn der Bundesligasaison gegen Manchester United am 5. August müssen alle neuen Sitze montiert sein.
Auch Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler freut sich über den erneuten prominenten Auftrag aus München. Mit Käfer & Hummel verbindet ihn die Besonderheit, dass er am 2. Mai 2002 sein Amt als Rathauschef antrat und die Firma zeitgleich offiziell an den Start ging. Die gute Zusammenarbeit, auf die man damals anstieß, ist längst eine Art Freundschaft geworden. "Die Firma hat sich mindestens so gut entwickelt wie die Gemeinde Ursensollen, wenn nicht sogar besser", zieht Franz Mädler schmunzelnd einen Vergleich, den ihm umgekehrt Frank Käfer ebenso bescheinigt. Auch er ist froh und stolz auf die wirtschaftliche Boomtown, die Ursensollen geworden ist.

Bürgermeister Franz Mädler freut sich mit Polstermeister Ludwig Jakob und Karl Hans Winkler, dem Leiter von Werk II, (von links) über den erneuten Auftrag für den FC Bayern, der das Renommee der Firma und durchaus auch von Ursensollen als Wirtschaftsstandort unterstreicht.

Info:

Lob vom Bürgermeister

Auch Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler freut sich über den erneuten Großauftrag aus München. Mit Käfer & Hummel verbindet ihn die Besonderheit, dass er am 2. Mai 2002 sein Amt als Rathauschef antrat und die Firma zeitgleich offiziell an den Start ging. Die gute Zusammenarbeit, auf die man damals anstieß, ist längst eine Art Freundschaft geworden. „Die Firma hat sich mindestens so gut entwickelt wie die Gemeinde Ursensollen, wenn nicht sogar besser“, zieht Franz Mädler schmunzelnd einen Vergleich, den ihm umgekehrt Frank Käfer ebenso bescheinigt. Auch er ist froh und stolz auf die wirtschaftliche Boomtown, die Ursensollen geworden ist.

Info:

Erweiterung läuft

Käfer & Hummel ist es aktuell gelungen, in der Nachbarschaft seines Stammsitzes nur eine Parallelstraße weiter das bisherige Gebäude der Firma PVL zu erwerben, die dort ausgezogen ist. Die Belegung der Räume mit einer Fläche von rund 3500 Quadratmetern hat schon begonnen und muss parallel zum laufenden Betrieb über die Bühne gebracht werden. Auch da ziehen die Beschäftigten bereitwillig mit, die obendrein keine Probleme sehen, den FC-Bayern-Auftrag pünktlich bis Ende Juli abzuwickeln. Zum Testspiel vor Beginn der Bundesligasaison gegen Manchester United am 5. August müssen alle neuen Sitze in der Allianz-Arena montiert sein.

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