(u) Das Konzert war auch deshalb ein außergewöhnliches, weil es nicht nur ein musikalisches, sondern ein mediales Ereignis war. Es wurde live per Internet zur Katholischen Hochschulgemeinde in Regensburg übertragen und war in sozialen Netzwerken zu sehen. Auch die Besucher in der Kirche konnten die Übertragung mitverfolgen und so bei Nahaufnahmen die Hand- und Fußbewegungen des Organisten beobachten. Eröffnet wurde das Konzert, das in Samuel Dupke einen gleichermaßen kompetenten wie eloquenten Moderator hatte, mit Fritz Kreislers festlichem "Tempo di Minuetto" für Klavier (Andreas Feyrer) und Querflöte (Lisa-Marie Holzschuh). Schon bei diesem ersten Stück wurde das perfekt abgestimmte Zusammenspiel der Künstler deutlich, das sie bei Johann Sebastian Bachs "Sonate in g-moll" für Orgel und Querflöte genauso unter Beweis stellten. Es folgte die "Suite Gotique" von Leon Boellmann, bei der Andreas Feyrer die Sandtner-Orgel sowohl sehr kraftvoll als auch flüsterleise zur Geltung brachte. Bevor danach John Rutters sehr abwechslungsreiche "Suite Antique" erklang, erfuhr das Publikum von Samuel Dupke, dass der Komponist sein Werk so benannte, weil er jeden Satz in einem anderen Kompositionsstil der vergangenen Jahrhunderte geschrieben hatte. Den barocken Geist, gewürzt mit etwas französischem Einfluss und einem "Touch of Jazz", brachten die Musiker bei diesem Auftritt bestens zum Ausdruck.
Erwartungsgemäß bewiesen Feyrer wie Holzschuh auch in Solo-Vorträgen ihre Virtuosität. Andreas Feyrer wählte dafür das Allegro aus der 6. Symphonie von Charles-Marie Widor, bei dem Hände und Füße des Organisten - vom Publikum auf zwei Beamern verfolgbar - in rasendem Tempo förmlich über die Tasten flogen. Lisa-Marie Holzschuh hatte für ihre Solo-Darbietung das "Concertino in D" der französischen Komponistin Cécile Chaminade gewählt - ein Stück mit einer eingängigen Melodie als Hauptthema, in dessen Verlauf der Musikerin aber sehr schnelle Läufe und glitzernde virtuose Passagen abverlangt wurden.
Die stehenden Ovationen der restlos begeisterten gut 100 Besucher waren verdienter Lohn für die beiden Musiker. Entsprechend groß war die Nachfrage nach den von ihnen angebotenen CDs, auf denen der Großteil der Konzertstücke zu hören ist. Sie wurden sowohl in der St. Konrad-Kirche als auch im Tonstudio der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg aufgenommen.
Ammersricht bei Amberg
10.07.2018 - 10:22 Uhr
Flötenzauber teils im Flüsterton
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