Eschenbach
08.07.2026 - 11:41 Uhr
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Brandleiche auf Campingplatz: Was wir wissen und was nicht

Einen Tag nach dem Feuer auf einem Campingplatz bei Eschenbach laufen die Ermittlungen. Gerüchte gibt es viele, etwa zum Todesopfer und der Brandursache. Was stimmt, und was ist noch unklar? Ein Überblick in fünf Schritten.

Nach dem Brand auf dem Campingplatz am Eschenbacher Rußweiher laufen die Ermittlungen. Bild: Gabi Schönberger
Nach dem Brand auf dem Campingplatz am Eschenbacher Rußweiher laufen die Ermittlungen.

Was ist passiert?

Was wir wissen: Am Eschenbacher Rußweiher ist auf einem Campingplatz am Dienstag, 7. Juli, ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich rasch aus und griffen auf mehrere Wohnwagen und Camping-Häuschen über. Nachbarn auf dem Campingplatz meldeten den Brand der Feuerwehr. Wegen des dichten Qualms schlug auch die Warn-App "Nina" an. Mehrere Wehren rückten an und löschten die Flammen in etwa einer Stunde. Die Einsatzkräfte verhinderten, dass das Feuer auf weiter entfernte Camping-Stellplätze übergriff. Bei der Begehung des Brandortes entdeckten Feuerwehrleute eine verbrannte Person.

Was wir nicht wissen: Nachbarn geben an, Knallgeräusche gehört zu haben. Es liege nahe, dass sie durch Gasflaschen ausgelöst wurden, bestätigt die Feuerwehr. Gesichert ist das aber nicht. Ebenfalls unklar ist, ob sich zum Zeitpunkt des Brandes weitere Personen auf dem von dem Feuer betroffenen Gelände aufhielten. Nach Erkenntnissen der Polizei von Dienstag waren die weiteren verbrannten Wohnwagen in der Nacht auf Dienstag leer.

Wo hat es gebrannt?

Was wir wissen: Das Feuer ist auf dem Campingplatz "Hexenhäusl" südlich der gleichnamigen Gaststätte entstanden. Der Campingplatz gehört der Stadt Eschenbach. Zwischen dem "Hexenhäusl" und dem betroffenen Teilbereich des um den Rußweiher verteilten Campinggeländes liegen etwa 100 Meter. Dieser kleine Bereich bietet etwa 20 Stellplätze. Er wird in erster Linie von Dauercampern genutzt, die ihren Wohnwagen dort stehen lassen und zum Beispiel an Wochenenden an den Rußweiher fahren. Das Feuer hat einen Abschnitt dieser Campingfläche zerstört. Fünf Wohnwagen sind ausgebrannt, ein weiterer ist beschädigt.

Was wir nicht wissen: Unklar ist, wo genau der Brand entstanden ist. Zwar gibt es eine Stelle am Brandort, die besonders stark verbrannt ist und am Dienstagnachmittag immer noch rauchte. Dass hier das Feuer ausbrach, gilt als wahrscheinlich, bestätigt die Polizei. Exakte Angaben gibt es dazu aber noch nicht. Mutmaßlich wurde hier auch die Brandleiche in einem zerstörten Wohnwagen entdeckt.

Was wird derzeit ermittelt?

Was wir wissen: Die Kriminalpolizei Weiden hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen. Das ist bei einem Brand mit Todesfolge nicht verwunderlich. Zusätzlich ist das Landeskriminalamt (LKA) beteiligt. Da der Brand "eher ungewöhnlich und kein normaler Wohnhausbrand" sei, sei auch das üblich, heißt es von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Regensburg. Am Dienstag war neben einem Brandursachengutachter des LKA auch ein Team zur Spurensicherung auf dem Gelände. Zudem ließ die Polizei eine Drohne steigen, um sich ein Schadensbild aus der Luft zu machen. Es werde "in alle Richtungen" ermittelt, man könne noch nichts ausschließen, bestätigt Präsidiums-Pressesprecherin Melanie Bäumler. Damit ist auch eine Straftat, etwa Brandstiftung, noch nicht ausgeschlossen. Am Donnerstag ist ein geschulter Brandmittelspürhund im Einsatz, der unter anderem mögliche Brandbeschleuniger erschnüffeln soll.

Was wir nicht wissen: Warum genau das Landeskriminalamt an den Ermittlungen beteiligt ist, steht nicht fest. Zur Brandursache ist nichts bekannt. "Es kann natürlich auch sein, dass es am Ende ein technischer Defekt war", sagt Melanie Bäumler. Ergebnisse der Untersuchungen liegen noch nicht vor.

Was ist über die Leiche bekannt?

Was wir wissen: Frühzeitig meldeten Feuerwehr und Polizei "menschliche Überreste". Es handelt sich also um eine verbrannte Person. Sie soll nach Angaben des Polizeipräsidiums in einem der zerstörten Wohnwagen gelegen haben. Nach Informationen von Oberpfalz-Medien meldeten Nachbarn auf dem Campingplatz eine Person während des Brandes als vermisst. Bei dem Vermissten – nicht zwangsläufig dem Toten – handelt es sich um einen männlichen Dauercamper, der auf dem Platz bekannt ist.

Was wir nicht wissen: Die Identität der toten Person ist nicht geklärt. Weder Geschlecht, noch Alter oder weitere Daten sind bekannt. Ob es sich um den vermissten Camper handelt, bleibt unklar. "Wir haben ein paar Personen in der engeren Auswahl, unter denen die tote Person wahrscheinlich sein könnte. Aber wir wollen uns nicht aus dem Fenster lehnen", sagt Pressesprecherin Bäumler. Die Leiche ist zudem zwar verbrannt, ob die Person aber durch das Feuer, den Qualm oder etwas anderes zu Tode kam, steht nicht fest.

Wie geht es weiter?

Was wir wissen: Die Obduktion der Leiche soll wohl am Donnerstag, 9. Juli, stattfinden, sagt Melanie Bäumler. Mit Ergebnissen sei nächste Woche zu rechnen. Zudem haben Experten DNA-Spuren gesammelt und Gegenstände vom Brandort gesichert, die in den kommenden Tagen untersucht werden sollen.

Was wir nicht wissen: Bislang sind keine fassbaren Ermittlungsergebnisse bekannt. Auch nicht, welche Objekte die Polizei konkret untersuchen will, oder welche Personen als mögliche Todesopfer gelten. Ob der Spürhund auf verwertbare Spuren gestoßen ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Wann der betroffene Campingplatz, der derzeit gesperrt und mit Sichtschutz verhängt ist, wieder freigegeben wird, ist unklar.

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