19.08.2020 - 09:29 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Bürgermeister von Ammerthal: "Ich stehe für Transparenz"

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

In Ammerthal gab es im Frühjahr einen politischen Wechsel – ruhiger geworden ist es in der Gemeindepolitik allerdings nicht. Zeit für ein Interview mit Bürgermeister Anton Peter über seine ersten 100 Tage im Amt.

Bürgermeister Anton Peter (Mitte) mit fast allen Mitgliedern des Ammerthaler Gemeinderats.
von Autor OEProfil

Seit mehr als 100 Tagen ist Anton Peter 1. Bürgermeister der Gemeinde Ammerthal. Peter (CSU) gewann die Stichwahl gegen die Amtsinhaberin Alexandra Sitter (UWG). Die Eingewöhnungs- und Einarbeitungszeit ist vorbei. Zeit für eine erste Bilanz. Im Interview berichtet Peter über seine ersten Erfahrungen, redet darüber, was ihm am Job besonders gefällt und erzählt auch von seinen Zukunftsplänen und Wünsche.

ONETZ: Die berühmten ersten 100 Tage sind jetzt als neuer Bürgermeister von Ammerthal vorbei. Inwieweit sind Sie in ihrem politischen Amt angekommen, und wie zufrieden sind sie mit dem bisherigen Verlauf?

Anton Peter: Das Amt ist eine täglich neue Herausforderung und die Aufgaben sind sehr vielseitig. Bei meiner Bewerbung wusste ich das und genau darauf habe ich mich gefreut und natürlich auch eingestellt. Besonders die vielen Kontakte und Gespräche mit Bürgern sind mir als aktiver Vereinsmensch sehr wichtig. Ich stehe für Kommunikation und Transparenz, sei es im Gemeinderat, in der Verwaltung oder in den täglichen Gesprächen mit Bürgern. Mein Motto ist: „Mit dem Reden macht man es aus.“

ONETZ: Gibt es etwas, das Sie sich für die ersten Wochen im Amt vorgenommen hatten?

Anton Peter: Ja natürlich. Wichtig war mir alle Abläufe in der Verwaltung kennenzulernen. Wir haben eine sehr kompetente Verwaltung, die Mitarbeiter des Bauhofes machen einen tollen Job. Alle Mitarbeiter der Gemeinde sind hochmotiviert und das macht es mir als neuer Bürgermeister leicht.

ONETZ: Wie sieht jetzt Ihr Arbeitstag aus?

Anton Peter: Es ist ja nicht so, dass mit einem Wechsel des Bürgermeisters alles wieder auf Null gestellt wird. Der Arbeitstag ist geprägt, dass Projekte, die vor meiner Amtszeit auf den Weg gebracht wurden, im Fluss sind und weitergeführt werden müssen. Es finden immer wieder Abendtermine statt, aber als Vereinsmensch ist man es gewöhnt, abends Termine wahrzunehmen. Hier bremst uns leider Corona etwas aus, denn viele Veranstaltungen der Vereine sind auf nächstes Jahr verschoben.

ONETZ: Im Wahlprogramm wurden viele Themen aufgelistet. Wie ist hier der Stand?

Anton Peter: Drei Monate sind eine sehr knappe Zeit, um Wahlkampfziele umzusetzen .Einer meiner ersten Tätigkeiten waren mehrere Termine wegen Glasfaser mit Experten, wie etwa mit der Breitbandberatung Bayern. Hier gilt es aufzuholen. Demnächst wird als wichtiger Schritt eine Bitratenanalyse durchgeführt. Die Kindertagesstätte im Obergeschoß des Rathauses wird zum 1. September fertig. Bezüglich Zone 30 im Ortsbereich findet Anfang September eine Verkehrsschau der Polizei und des Landratsamtes statt. Wegen neuen Baugebieten zwischen Ammerthal und Fichtenhof finden bereits Gespräche statt. Für die Mittagsbetreuung in der Schule wurde ein neuer Träger gefunden. Für die Schule haben wir vielen neue Tablets angeschafft.

ONETZ: Wie ist die Zusammenarbeit im Gemeinderat?

Anton Peter: Mit CSU, CWG, BZA, UWG und BFA sind immerhin fünf Parteien bzw. Gruppierungen im Gemeinderat. Der überwiegende Teil der Abstimmungen wurden bisher mehrheitlich getragen. Opposition wird es immer geben und ist auch ein Teil der Demokratie. Mein Bestreben ist es immer einen gemeinsamen Weg zu finden. Was mir nicht gefällt ist, wenn aus parteipolitischen Gründen Opposition betrieben wird aber keine alternativen Vorschläge und Ideen eingebracht werden. Eine gute Zusammenarbeit habe ich besonders mit dem Zweiten Bürgermeister Georg Paulus und dem Dritten Bürgermeister Stefan Anderle.

ONETZ: Welcher Zukunftspläne und Wünsche haben Sie?

Anton Peter: Alles aufzuzählen, da würde der Platz nicht reichen. Ich denke mir, dass ein Bürgermeister immer voller Ideen und Wünsche sein muss. Von der Dorfverschönerung bis hin zu Straßensanierungen und Ausweisung von Baugebieten zu erschwinglichen Preisen. Ammerthal ist eine liebens- und lebenswerte Gemeinde. Speziell für junge Familien bieten wir viel. Kindergarten, Schule und Kirche alles im Dorfzentrum. Viele Vereine die hervorragende Jugendarbeit machen. Das wollen wir in Zukunft noch stärker fördern und haben schon gute Ideen dafür.

In Ammerthal kocht gerade der Streit um die Kindertagesstätte hoch

Ammerthal
Info:

Gemeinderat tagt nichtöffentlich

In Ammerthal findet am Freitag, 21. August 2020, eine nichtöffentliche Gemeinderatssitzung statt. Das bestätigte Bürgermeister Anton Peter (CSU) auf Nachfrage. Wie berichtet, gibt es Streit um den Umbau der ehemaligen Raiffeisenfiliale zu einer Kindertagesstätte. In der jüngsten Gemeinderatssitzung war der Verdacht eines Ausschreibungsbetrugs aufgetaucht. Deswegen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Auch Gemeinderat Stephan Koller (BFA) bestätigte den Termin, äußerte sich aber nicht zu den Themen. Allerdings kritisierte er das Vorgehen: „Ganz generell ist es so, dass man mit der Entscheidung, etwas nicht öffentlich zu beraten und zu beschließen, die Beteiligten mundtot macht, weil sie über die Dinge nicht sprechen dürfen.“ Zuletzt hatte das Landratsamt wegen einer fehlenden Baugenehmigung den Umbau des Stockwerks über dem Rathaus zur einer Kindertagesstätte vorübergehend einstellen lassen. Die Behörde forderte den Bürgermeister außerdem auf, einen Vergabebeschluss zurückzunehmen, der offenbar nicht rechtmäßig war.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.