27.12.2019 - 15:01 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Massive Kritik am Rathaus-Umbau in Ammerthal

In kürzester Zeit haben rund 300 Ammerthaler einen Antrag auf einen Bürgerentscheid unterschrieben. "Sind Sie dafür, dass die derzeitigen Planungen zum Umbau des Rathauses nicht weiter verfolgt werden?", lautet die Frage.

Gemeinderat Gerhard Schuller, Josef Schaller und Michael Sprang (von links) unterstützen die Unterschriftenaktion für ein Bürgerbegehren „Stoppt den Rathausumbau“, wofür sich in weniger als sieben Tagen rund 300 Bürger eingetragen haben.
von Autor OEProfil

Insgesamt, so heißt es laut einer Pressemitteilung der Initiatoren, sollen die Umbauarbeiten in vier Teilschritten erfolgen. Im Obergeschoss des Rathauses soll ein Bürgersaal entstehen. Die gesamten Umbaukosten seien mit derzeit 2,7 Millionen Euro veranschlagt. "Unsere derzeit ohnehin schon mit circa 3,6 Millionen verschuldete Gemeinde müsste weitere Kredite aufnehmen, um den nun geplanten Umbau des Rathauses stemmen zu können", so die Initiatoren.

Bericht über Gemeinderatssitzung

Ammerthal

Es liege auf der Hand, dass wichtige Projekte wie Ausbau der Kindertagesstätte mit Mittagsbetreuung oder Kinderspielplatz oder die Sanierung der Ortsstraßen auf Jahre blockiert würden. Den Umbau des Rathauses zum Bürgerhaus erachten die Initiatoren als derzeit überhaupt nicht notwendig. Das Argument der Gemeinde, dass für Gemeinderatssitzungen und Ausstellungen ein größerer Raum im Rathaus benötigt werde, treffe nicht zu, heißt es weiter. Die Organisation von Ausstellungen gehöre nicht zu den Kernaufgaben einer Gemeinde.

Zudem sei für Sitzungen ein geeigneter Raum im Feuerwehrhaus vorhanden, so ein weiteres Argument der Umbau-Gegner. Es gebe keinerlei Vorgaben, dass Sitzungen des Gemeinderates im Rathaus stattfinden müssten. Sei man der Meinung, dass der Raum im Feuerwehrhaus in die Jahre gekommen sei, wäre der Umbau dieses Raumes bedeutend kostengünstiger möglich, "ohne dass eine derart hohe Verschuldung eingegangen werden muss und andere Projekte auf der Strecke bleiben".

Josef Schaller, einer der Initiatoren des beantragten Bürgerbegehrens, bemängelt, dass die Bürger zu solch einem richtungsweisenden Vorhaben fast übergangen worden seien. "Wenig Transparenz von UWG und BFA", sagte Schaller. Spärliche Details seien in der Öffentlichkeit bekannt. So reiche der geplante Aufzug nicht einmal bis in das Kellergeschoss. Obendrein sei eine Anhebung des Dachstuhles geplant, um noch ein weiteres Geschoss, "von wem auch immer genutzt", zu besitzen. "Und das alles inmitten von denkmalgeschützten Gebäuden wie der Frauenkirche", so Gemeinderat Gerhard Schuller, der fragt, ob das überhaupt zulässig sei. "In weniger als sieben Tagen haben wir mehr als die notwendigen Unterschriften zusammengetragen. Ein mehr als eindeutiges Votum gegen den pompösen Bau, den sich das Gemeindeoberhaupt Alexandra Sitter genehmigen lassen hatte."

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