05.11.2018 - 17:51 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Von Technik, Natur und Kultur begeistert

Seniorennetzwerke erkunden Brückkanal, Schwarzachtal Klamm und Klosterruine Gnadenberg.

Eine beeindruckende technische Meisterleistung war vor 170 Jahren beim Bau des Ludwigskanals die Überquerung des Brückkanals über die Schwarzach. 40 Teilnehmer der Seniorennetzwerke Ammerthal/Ursensollen wurden von Heimatpfleger Josef Schmaußer (rechts) zu dieser Sehenswürdigkeit geführt.
von Josef SchmaußerProfil

Zu einem Erfolg wurde die Fahrt, die Heimatpfleger Josef Schmaußer für die Seniorennetzwerke Ammerthal und Ursensollen organisiert hatte. Die Tour führte zum Brückkanal bei Feucht und durch die wildromantische Schwarzachtal Klamm. Den Abschluss des Ausflugs bildete der Besuch der beeindruckenden Klosterruine Gnadenberg.

Bei idealem Wetter steuerte die 40-köpfige Gruppe das technische Meisterwerk Brückkanal bei Feucht an. Beim Bau des Ludwigskanals von 1836 bis 1845 musste das tiefeingeschnittene Tal der Schwarzach mit einer mächtigen, einbogigen, steinernen Brücke überquert werden. Das Kanalprojekt, ein alter Menschheitstraum seit Karl dem Großen (die Fossa Carolina, welche im Jahr 793 eine Verbindung zwischen Altmühl und der Fränkischen Rezat schaffen sollte), war eine Fehlinvestition. König Ludwig I. trieb den Eisenbahnbau voran. Das Schienennetz drängte den Verkehr auf dem Kanal bald zurück. 187 Höhenmeter, die zu überwinden waren, 101 Schleusen und die Mühsal des Treidelns (Ziehen der Schiffe durch Pferdegespanne) brachten das Projekt schon nach wenigen Jahren in ein tiefes Minus. Heute ist der "Alte Kanal" bei Wanderern und Radfahrern ein beliebtes Erholungsgebiet.

Ein zweiter Höhepunkt des Ausfluges war eine kurze Wanderung durch die Schwarzachtal Klamm. Halbhöhlen und ausgewaschene Sandsteinformationen boten sich den Senioren dar. Rast machten sie in der Waldschänke am Brückkanal. Auf dem Heimweg steuerte die Gruppe noch die wildromantische Klosterruine Gnadenberg an, die im frühen Abendlicht beeindruckend dastand. Die Sandsteine leuchteten in vielen Farben, von Orange, Braun bis Rot. Das ehemalige Brigittenkloster wurde 1422 als erstes seiner Art in Süddeutschland gegründet. Seinen ersten Niedergang musste es 1524 verkraften, als die Reformation in Nürnberg, das die Schutzherrschaft über das Kloster innehatte, eingeführt wurde. 1556 trieb der neue Landesherr, der Kalviner Ottheinrich, die Auflösung des Klosters voran. Während des Dreißigjährigen Krieges brannten am 23. April 1635 schwedische Truppen die Kirche und Teile des Klosters nieder.

Seither ist Gnadenberg eine Ruine. 1671 zogen in die erhaltenen Gebäude Salesianerinnen ein. Mit der Säkularisation in Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde auch dieses Nachfolgekloster aufgelöst.

Beeindruckt sind die Wanderer von der wildromantischen Schwarzach Klamm in der Nähe des Brückkanals.
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