09.08.2020 - 14:15 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Widerstand gegen die Bahnstromtrasse wächst

In Illschwang wurde bereits eine IG „Bahnstrom – so nicht!“ gegründet. Jetzt ruft Anton Peter, der Bürgermeister von Ammerthal, seine Bürger auf, nachzuziehen.

Auf dem Podium bei dem Info-Abend zur Bahnstromtrasse (von rechts): Gerhard Pirner (Gemeinderat Etzelwang), Dieter Dehling (Bürgermeister Illschwang), Anton Peter (Bürgermeister Ammerthal), Stefan Anderle (Dritter Bürgermeister Ammerthal) und Peter Zahn (Bund Naturschutz).
von Gerd SpiesProfil

Der Widerstand gegen die Bahnstromtrasse nimmt nun auch in Ammerthal Formen an. Obwohl der Saal im Landgasthof Erras in Fichtenhof nur zur Hälfte gefüllt war: Das Interesse, mit Hilfe von Bürgerinitiativen den Widerstand gegen die geplante Bahnstromtrasse durch den westlichen Landkreis zu organisieren, wächst. Die beiden Bürgermeister der Gemeinden Illschwang und Ammerthal, Dieter Dehling und Anton Peter, hatten zu einer Informationsveranstaltung geladen.

Interessengruppe gegen geplante Bahnstromtrasse in Aichazandt gegründet

Aichazandt bei Illschwang

Elektrifizierung nicht um jeden Preis

Als Fachleute informierten Gerhard Pirner, Gemeinderat in Etzelwang und von Beruf Elektroingenieur, und Peter Zahn vom Bund Naturschutz in Sulzbach-Rosenberg. „Wir sind nicht gegen die Elektrifizierung der Bahn, aber nicht um jeden Preis“, betonte Ammerthals Bürgermeister. Peter rief die Bürger seiner Gemeinde auf, sich aktiv am Kampf um alternative Möglichkeiten zu den von der Bahn vorgelegten Plänen zur Stromtrasse zu beteiligen. Aus Sicht der Bahn werde sie für die Elektrifizierung der Strecken Nürnberg–Prag beziehungsweise Regensburg–Hof gebraucht. Illschwangs Bürgermeister Dieter Dehling teilte mit, dass sich in seiner Gemeinde bereits eine Interessengemeinschaft (IG) mit dem Motto „Bahnstrom – so nicht!“ gegründet habe. Ziel sei nun eine gemeinsame Bürgerinitiative mit anderen Kommunen, um die Kräfte zu bündeln.

Dehling berichtete, dass in seiner Gemeinde seit dem 23. Juni ein sogenanntes Dialog-Forum im Netz existiere, bereits Flyer mit den wichtigsten Informationen über die Initiative im Umlauf seien. Er betonte: „Wir fordern von der Bahn, Alternativen zu prüfen. Wir lehnen aber das Florians-Prinzip, wo nur die Trasse von einer Gemeinde zur anderen geschoben wird, ab.“

Stromnetze sind vorhanden

Gerhard Pirner, als Elektro-Ingenieur ein Fachmann in Sachen Strom, zeigte Alternativen zu den Plänen der Bahn auf. „Eigentlich brauchen wir diese Hochspannungsleitung gar nicht. Es sind leistungsfähige Stromnetze vorhanden, aus denen sich die Bahn bedienen könnte“, betonte er. Wenn man bei Schwandorf eine große Einspeisung einrichten würde, könnte man auf diese Querspange durch den gesamten Landkreis verzichten. Als Option einer Trassenführung biete sich außerdem eine Linie parallel zur A 6 an. In Ortsnähe stelle die Erdverkabelung zudem eine Alternative dar.

Auch der Bund Naturschutz lehnt die geplante Stromtrasse der Bahn ab. Peter Zahn, Kreisvorsitzender aus Sulzbach-Rosenberg, will den Menschen in der Region diese Naturzerstörung nicht zumuten. „Die Trasse führt auch durch die Naturparks unserer Alb. Der Einschnitt zerstört Landschaft“, erklärte Zahn.

Noch bis 30. September Einwände möglich

Bis 30. September besteht noch die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung, bei der man über das Internet Einwände gegen die Pläne der Bahn erheben kann. Laut Bürgermeister Peter bietet seine Gemeindeverwaltung ab sofort an, die Mail-Adressen interessierter Bürger zu bündeln und diese mit den neuesten Informationen zur Bahnstromtrasse zu versorgen.

In der anschließenden Diskussion forderte der Ammerthaler Gemeinderat Stephan Koller (BFA) die Kommunalpolitiker der CSU auf, mit ihren Vertretern im Bundestag und ihrem Bundesverkehrsminister Kontakt aufzunehmen: „Der Andi Scheuer ist doch euer Mann, der will von euch wiedergewählt werden.“ Laut Peter ist bereits mit dem CSU-Bundestagsabgeordnetem Alois Karl ein Treffen für den 17. August anberaumt.

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