Vor 25 Jahren war in der damaligen Dorfschänke - maßgeblich unterstützt vom damaligen Eschenbacher Stadtpfarrer Andreas Uschold - der Kapellenbauverein Apfelbach ins Leben gerufen worden. Im April 1994 war der erste Spatenstich, im Juni die Grundsteinlegung und am 3. September 1995 vollzog der Regensburger Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner die Weihe der Kapelle. Am 13. September 2001 er-hielt sie im Zuge eines Pontifikalgottesdienstes, zelebriert vom damaligen Regensburger Weihbischof Wilhelm Schraml, jetzt emeritierter Bischof von Passau, einen Namen: "Kreuzkapelle Apfelbach."
Eine interessante Vorgeschichte weist das Altarbild der Apfelbacher Kreuzkapelle auf. Es ist die Kopie eines Bildes, dessen Original sich in der Kirche San Lorenzo in Rom befindet. Wie Karl-Heinz Keck, der Vorsitzende des Heimatvereins, in der "Heimat Eschenbach" schreibt, schuf etwa 1818 der Auerbacher Maler Johann Karl das Bild nach einem Motiv von Guido Reni, ein italienischer Maler des Barock.
Bruno Uhl, 1993 der Gründungsvorsitzende des Kapellenbauvereins und bis heute dessen Vorsitzender, nennt Einzelheiten zu diesem Bild. "Unser Altarbild befand sich früher auf dem linken Seitenaltar der Pfarrkirche, wo es bei einer Kirchenreno-vierung zusammen mit dem Altar entfernt wurde. Lange Jahre lag es auf dem Dachboden des Pfarrhofs. 1995 kam es nach einer vom Kapellenbauverein bezahlten Restaurierung in die Apfelbacher Kapelle." Vom früheren Eschenbacher Stadtpfarrer Andreas Uschold habe er einen Zeitschriftenartikel erhalten, der über das italienische Original und dessen Bedeutung Auskunft gibt, berichtet Uhl.
Das Fest "Kreuzerhöhung" (Patrozinium der Apfelbacher Kapelle) hat einen historischen Bezug, steht in dem Artikel. Es feiert die Rückkehr der Reliquie des Kreuzesholzes nach Jerusalem im Jahr 630, wo man sie zur Verehrung aufgestellt hatte. Obwohl das Fest am 14. September eigentlich das wiedergewonnene Kreuz meint, zeigt das Bild ein Kruzifix nach einem Gemälde von Guido Reni.
Guido Reni, 1575 als Sohn eines Musikers in der Nähe von Bologna geboren, lernte bei Denis Calvaert, einem in Italien arbeitenden Niederländer. Reni schloss sich dann der von Lodovico Carracci gegründeten Akademie an und ging 1600 nach Rom, wo er bis 1614 blieb und bedeutende Aufträge als Wand- und Tafelmaler erhielt. Dort entwickelte er in Anlehnung an Raffael und Annibale Car racci einen Stil, den man als Barock-Klassizismus bezeichnen kann und der seinen Weltruhm begründete. Das Original befindet sich übrigens in der römischen Kirche San Lorenzo in Lucina in Rom.
Guido Reni, der in seinen frühen Perioden Meister einer harmonisch leuchtenden Farbigkeit mit schönen Kontrasten von Rot, Blau und Gelb war, verlor im Alter wie Tizian und Rembrandt das Interesse an klaren Farbgegensätzen und wandte sich einer silbrigen Lichtmalerei zu. Mit Raffael und Michelangelo gehörte er zu den Künstlern, die schon zu Lebzeiten "göttlich" genannt wurden. An Ruhm und Einkommen übertraf er seine Zeitgenossen Poussin und Rembrandt bei weitem. Für Goethe, der ihn immer nur bewundernd Guido nannte, war Reni einer der größten Maler aller Zeiten.













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