20.08.2019 - 10:08 Uhr
Aschach bei FreudenbergOberpfalz

In Aschach Funde aus der Zeit der Dinosaurier

Vor langer, langer Zeit sah die Landschaft rund um Aschach ganz anders aus: Wo heute die Kirche steht, gab es einen sehr großen Fluss. Mit Angela Wirsing begeben sich etwa 20 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren auf Spurensuche.

Mit Begeisterung suchen die Kinder unter Anleitung von Angela Wirsing (Fünfte von rechts) in Aschach Fossilien.
von Alfred SchornerProfil
Jonas aus Freudenberg und Leni aus Etsdorf freuen sich über ihren Fossilienfund.

Unterhalb des Aufgangs zum Friedhof am Schmiedberg trafen sich die Kinder zu dieser Veranstaltung des gemeindlichen Ferienprogramms. Bereits zu Beginn ihrer Erkundungsreise konnten sie anhand der dortigen Felsenmassen erahnen, dass vor 200 Millionen Jahren im Erdzeitalter des Schwarzen Jura, auch Lias genannt, hier irgendwo die Küste des Jura-Meeres war. Das Böhmische Massiv, das etwa vom heutigen Kempten im Allgäu, von Dresden in Sachsen und Krakau in Polen eingegrenzt wird, erhob sich hier als größte Insel.

Die Tour zu Weinberg hinauf, wo sicherlich in früheren Zeiten schon einmal Weinreben geerntet wurden. Hier ging es erst einmal talwärts, um späte bergauf zum ehemaligen Meer zu gelangen, zu den Sandäckern, wo sich derzeit ein neues Baugebiet entwickelt. Hier durften die begeisterten Mädchen und Jungen ausschwärmen, um nach den Leitfossilien zu suchen.

Wirsing erklärte ihnen, dass Fossilien Überbleibsel von vergangenem Leben und älter als 10.000 Jahre seien. Bei den Funden im Erdboden handle es sich um Überreste von Tieren und Pflanzen. Das Gebiet um Aschach und Lintach war laut der Expertin bevölkert von Weichtieren wie Muscheln und Schnecken, vor allem aber von Ammoniten.

In Beuteln und Rucksäcken sammelten die Teilnehmer akribisch ihre Fundstücke. Nebenbei konnten sie neue Erkenntnisse in Erfahrung bringen. Wirsing verriet ihnen, dass nichts auf der Erde an seinem Ort bleibt oder wie man sich bei richtiger Handhabung mit der Brennnessel keine Schmerzen zufügt. Nach einem zweistündigen "Ausflug in ein Land vor unserer Zeit“, wie Wirsing sagte, mussten die begeisterten Mädchen und Buben die Suche nach Steinen, die austernähnliche Muscheln und Tintenfische abbildeten, aber auch eisenhaltigen Gesteinsbrocken einstellen, weil die Eltern bereits warteten. Die Freude der Kinder war groß, hatten sie doch Muscheln in ihrem Rucksack, die aus einer Zeit stammten, als Aschach am Strand eines längst verschwundenen Meeres lag.

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