Aschach bei Freudenberg
30.08.2021 - 10:19 Uhr

Aschacher feiern Patrozinium ihrer Ägidiuskirche

Die Aschacher feiern an diesem Mittwoch das Patrozinium ihrer Kirche, die dem heiligen Ägidius geweiht ist. Besonders prunkvoll sind der Hochaltar in der Mitte und die beiden Seitenaltäre. Bild: sche
Die Aschacher feiern an diesem Mittwoch das Patrozinium ihrer Kirche, die dem heiligen Ägidius geweiht ist. Besonders prunkvoll sind der Hochaltar in der Mitte und die beiden Seitenaltäre.

St. Ägidius, dessen Gedenktag alljährlich am 1. September begangen wird, ist der Schutzpatron der ehemaligen Pfarrkirche in Aschach. Dem Heiligen war bereits die Vorgängerkirche der jetzigen, in den Jahren 1749 bis 1755 erbauten Nebenkirche geweiht.

St. Ägidius gehört zu den 14 Nothelfern und gilt als Beschützer vor Feuerbrünsten und Naturkatastrophen, Pest und Aussatz. Er ist der Patron der Hirten, des Viehs und auch der stillenden Mütter. Nach Überlieferungen soll er um 640 in Athen geboren worden sein. Er verließ seine griechische Heimat und lebte jahrelange in der Diözese von Nîmes in Frankreich als Einsiedler in einer Höhle an der Mündung der Rhone in das Mittelmeer.

Der Legende nach nährte ihn durch Gottes Fügung eine Hirschkuh mit Milch. Während einer Jagd des Westgotenkönigs Wamba flüchtete diese Hirschkuh zu Ägidius, der sich schützend vor das Tier stellte und so versehentlich von einem Pfeil getroffen wurde. Um seine Schuld zu tilgen, gestattete der Monarch dem Verletzten, nach seiner Genesung ein Kloster zu gründen. Der danach um 680 erbauten Benediktinerabtei von St. Giles stand Ägidius bis zu seinem Tode am 1. September 720 als Abt vor.

Die Aschacher Kirche ist im Kern eine romanische Chorkirche mit barocken Altären. Das Altarbild, angebracht auf dem aus der Zeit um 1776 im Rokokostil gestalteten Hochaltar, zeigt die von Sebastian Holzner aus Amberg 1884 gemalte Darstellung des Kirchenpatrons St. Ägidius mit der Hirschkuh. Über den seitlichen Durchlässen zur Sakristei befinden sich die Figuren der beiden Heiligen Sebastian und Rochus. Zwei Nebenaltäre, ebenfalls im Rokokostil gehalten, zeigen die Nazarenergemälde mit der heiligen Maria und dem heiligen Antonius. Auch sie sind mit weiteren Seitenfiguren ausgestattet. Das Gotteshaus wurde nach dem Bau des Pfarrzentrums in Raigering zur Nebenkirche herabgestuft.

Interessant in diesem Zusammenhang, dass Aschach als Urpfarrei bezeichnet wird. Damit werden die ersten im Zuge der Christianisierung in ländlichen Gegenden geschaffenen kirchlichen Zentren bezeichnet. Amberg stand früher in Abhängigkeitsverhältnis von Aschach. Das änderte sich erst, als die Amberger den durchreisenden Bischof Wolfgang (er amtierte von 972 bis 994) baten, eine Kirche bauen zu dürfen, damit sie nicht durch den Bergwald nach Aschach zum Gottesdienst gehen müssten.

Gottesdienste finden in der Aschacher Kirche wöchentlich an zwei Werktagen sowie an Sonn- und Feiertagen statt. Das Patrozinium des Gotteshauses wird diesem Mittwoch, 1. September, um 19 Uhr mit einem Festgottesdienst und einer anschließenden 30-minütigen stillen Anbetung begangen.

 
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