22.02.2019 - 08:59 Uhr
Oberpfalz

Audis safer Sechs

Die Liebe zur Assistentin kam am Valentinstag. Und sie traf uns wie der Blitz aus heiterem Himmel. Es geschah in einem Audi A 6.

Im Audi A8 sitzt der Besitzer häufiger hinten, im A 6 (Bild) fährt er selbst. Zwischen der Luxus- und der Business-Limousine aus Ingolstadt sind die Unterschiede ansonsten marginal.
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Die Seilergasse in Nabburg weist ein paar Schrägparkplätze auf, und der Querverkehr fließt schwer einsehbar vorbei. Es ist der 14. Februar 2019, wir sind in Gedanken noch mit dem Termin in der nahen NT-Redaktion beschäftigt, als wir den 105 000-Euro-Audi rückwärts aus der Lücke steuern. Plötzlich geht ein Ruck durchs Fahrzeug, die Limousine steht. Die entscheidenden Sekundenbruchteile vor uns konnten die Kameras im Heck erkennen, dass da einer heranbraust, melden es an die für die Überwachung des Querverkehrs zuständige Assistentin, und die haut "die Schleif" rein, wie wir in der Oberpfalz sagen. Unfall vermieden, (Valentins-)Tag gerettet.

Wo der Mensch versagt

Ein Beispiel nur, was heutzutage (freilich gegen gutes Geld) möglich ist. Greifen wir weitere heraus, für alle reicht der Platz nicht: Nachtsichtgerät, das Fußgänger und Radfahrer als helle Rechtecke markiert, lange bevor der Mensch sie entdeckt (wenn überhaupt). Oder: Ein Geschwindigkeitsregler, der nicht nur Abstand und Spur hält, sondern auch weiß, wann eine Kurve kommt oder ein Tempolimit; dann "segelt" der A 6 auch mal ganz ohne Motorkraft dahin und lädt seinen 48-Volt-Mildhybrid-Speicher auf. Der hilft leider nicht dabei, die Anfahrtsschwäche des Sechszylinders zu kompensieren. Der Audi braucht eine Gedenksekunde, um dann bei rund 2000 Touren aber loszuhechten wie ein Sprinter. Vorsprung durch Technik? Nicht in dieser Disziplin.

Muss es noch erwähnt werden? Perfekte Verarbeitungsqualität im Audi.

Sauber und sparsam

Wohl aber bei der Abgasreinigung mittels SCR-Kat und NOx-Speicherkat mit Partikelfilter - und beim Verbrauch. Der liegt im Test bei weniger als acht Litern. Ein guter Wert für ein Fünf-Meter-Trumm mit zwei Tonnen Gewicht. Strecke machen - das wollen und müssen die Eigner einer Business-Limousine, und das gelingt hervorragend im A 6. Akustikglas (500 Euro) hält den Lärm draußen, der Fahrer entspannt auf beheizten, belüfteten, massierenden Ledersesseln, sicher geleitet von einem Top-Navi, das online up-to-date gehalten wird und jeden Dialekt versteht. So wie auch die Sprachsteuerung schlau ist und Befehle wie "Mir ist kalt" in höhere Temperatur umsetzt.

Opfer der Manager

Drei Bildschirme hinter Glas - zwei davon mit haptischer Rückmeldung betouchbar - dürfen teils individuell mit Inhalten bestückt werden. Wie das ganze Auto versprühen sie die Gewissheit, dass Nachlässigkeit ein Fremdwort ist in Ingolstadt - zumindest bei der Herstellung von Autos. Den Ruf der Marke haben ein paar Top-Manager freilich ruiniert, und das wirkt sich auf die Verkaufszahlen aus. Im Falle des aktuellen A6 völlig ohne Grund.

Denn der fährt perfekt, verheimlicht mit einem tollen - adaptiven - Fahrwerk, wie groß und schwer er doch eigentlich ist, setzt dank permanentem Allradantrieb Quattro seine Kraft mit großer Souveränität in Vortrieb um. Und er bremst hervorragend. Zurück zu "Schatzi", wie wir unsere Assistentin nach kurzer Fahrt schon zu nennen wagen. Die freilich siezt uns noch. Am Ziel sagt sie: "Ihr Mobiltelefon befindet sich noch im Fahrzeug!" Hach wie schön!

Datenblatt des Testwagens.

Bildergalerie vom Testwagen

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