28.04.2019 - 17:41 Uhr
AuerbachOberpfalz

Bett-Ausquartierung als Druckmittel

Ein ausverkaufter Kolpingsaal für die Premiere des Dreiakters "Das rosarote Nachthemd" aus der Feder von Franz Rieder prägte einen besonderen Akzent für das Jubiläumsjahr zum 70-jährigen Bestehen des Heimat- und Trachtenvereins.

Bauer Jakob, Postbote Gustl und Polizist Eduard geraten aneinander, am Tisch Josef und Rosi Heiliger, Mucki und Xaver, Bäuerin Loni.
von Autor SCKProfil

Vorsitzender Hubert Pfab freute sich über viele Zuschauer aus der Großgemeinde Auerbach und dem Oberpfälzer Trachtengau.

Rechts auf der Bühne stand ein Bett, denn Bauer Jakob Damler (Markus Baumgärtel) war gerade von Bäuerin Loni Damler (Katrin Himmelhuber) aus dem Schlafzimmer ausquartiert worden. Das Theaterstück, das Kerstin Meisel und Sonja Sertl ausgewählt hatten, brachte die Geschichte vom Bürgermeister einer Gemeinde, der das Rauchen aufgegeben hat.

Diesem abstinenten Vorbild sollte nun auch die Männerwelt des Ortes folgen. Der Frauenbund hatte beschlossen, die Männer müssten sich eine fleisch- und wurstlose Diätwoche auferlegen und auf Bier und Kartenspiel verzichten, anderenfalls, müssten sie die Trennung von Weib und Bett auf sich nehmen. Und der Damler-Bauer hatte sich nun mal lieber ausquartieren lassen.

In der ersten Szene bekam die Bäuerin Loni Besuch von ihrem Neffen Xaver Egerer (Patrick Hamerla). Er zeigte ihr ganz verliebt das Foto von seiner neuen Freundin Mucki Furchtenbrunner (Mandy Schmid), die er so unsagbar lieb wie ein Kätzchen fand. Tante Loni aber wies ihn auf alle Schönheitsfehler der Auserwählten hin, von den abstehenden Ohren bis auf die Nasenlöcher "groß wie ein Ofenrohr". Kurzum das Bild von Mucki wurde geschildert wie eine Geisterbahnfigur. Die Szene strotzte vor Gags und Sprüchen, welche das Publikum mit schallendem Gelächter quittierte.

Noch im ersten Akt betraten Jakobs Freund Josef Heiliger (Florian Himmelhuber), ebenfalls aus dem Schlafzimmer ausquartiert, seine Frau Rosi Heiliger (Michaela Diertl), die Frauenbundvorsitzende, der Postbote Gustl Rapplmeier (Thomas Riedhammer) und die hilfsbereite Witwe Ella Hubermeier (Kerstin Meisel) gut in die Handlung integriert die Bühne. In die vielseitige Geschichte mit breit verzweigten Handlungssträngen kam noch der finanzielle Engpass von Jakob Damler, denn aus einer Bürgschaft forderte die Bank binnen zwei Wochen die Zahlung von 80 000 Euro. So fürchteten die Damlers, Haus und Hof verkaufen zu müssen.

Viele Geldscheine

Der zweite Akt brachte den Besuch von Xaver mit seiner Mucki - dafür hatte Witwe Ella eine Torte gebacken und gebracht. Mucki hatte ein Köfferchen mit ihrem rosaroten Nachthemd für die Brautnacht dabei. Während Xaver und Mucki den Hof begutachteten, spitzte Jakob ins Köfferchen und fand ihn gefüllt mit 100er und 500er Geldscheine. Ein Ende der Geldsorgen?

Der Polizist Eduard kam aber dazu und versuchte das Geld als vermutliche Beute eines Bankraubs zu beschlagnahmen. Bauer Jakob drohte die Verhaftung. Doch das Köfferchen, heimlich ausgetauscht von Räuber Alwin Jaroschi (Thomas Sertl), beinhaltete nun tatsächlich das rosarote Nachthemd. Das Happy-End brachte der dritte Akt: Die Damlers behielten Haus und Hof, ein unvermuteter Geldsegen rettete sie, Muckis und Xavers Brautnacht naht, und weil der Bürgermeister wieder raucht, füllen sich auch wieder die Ehebetten.

Bäuerin Loni nimmt das rettende Telefonat entgegen, daneben am Kachelofen Bauer Jakob und der Postbote Gustl, am Tisch Josef und Rosi Heiliger, auf der Bettkante Mucki und Xaver sowie ganz rechts Polizist Eduard.
Von links Xaver, Bauer Jakob, der Polizist Eduard, Bankräuber Alwin zieht sich aus der Affäre, er gibt vor Kriminalkommissar zu sein um verabschiedet sich um schnell die Handschellen für Jakob zu holen, Bäuerin Loni steht fassungslos daneben.
Mucki und Xaver auf der Ofenbank am wärmenden Kachelofen, das Busserl wartet.
Mucki und Xaver, Loni und Jakob, Kaffee und Torte - gebacken von Witwe Ella - werden serviert.
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