02.05.2019 - 17:35 Uhr
AuerbachOberpfalz

Bürgermedaille für ein Urgestein aus Michelfeld

Sätze wie "Dann mach ich's halt selber" sind von ihm oft zu hören. Er ist eben ein Mann des Handelns, nicht des Redens.

Bürgermeister Joachim Neuß (links) überreicht Johannes Lindner Bürgermedaille und Urkunde.
von Jürgen MaschingProfil

"Manchmal bekommt man den Eindruck, dass ihm diese Sätze nur allzu leicht über die Lippen gehen", begann Bürgermeister Joachim Neuß seine Laudatio auf den neuen Träger der Bürgermedaille, Johannes Lindner. "Aber so kennen und schätzen wir alle das Michelfelder Urgestein, das auch als Lehrer an unserer Haupt- und Mittelschule immer wieder Initiativen ergriffen und Projekte umgesetzt hat, die richtig Arbeit gemacht haben." Bestes Beispiel dafür war ein Schulgarten, den er mit Schülern neben dem Pausenplatz angelegt und jahrelang gepflegt hat.

Aktiv im Schützenwesen

1968 trat Johannes Lindner dem Schützenverein D' Speckbachpelzer bei und übernahm 1979 dessen höchstes Amt. 25 Jahre blieb er Schützenmeister und führte Regie beim Bau eines neuen Heims im Gasthof Schindler sowie bei der 100-Jahr-Feier 1993. Über den Verein hinaus engagierte er sich als Rundenwettkampfleiter und langjähriger Gauschützenmeister.

Als Michelfeld bei der Gebietsreform 1978 in der Großgemeinde Auerbach aufging, sollte der Stadtverband das Zusammenwachsen der einst selbstständigen Kommunen fördern. Lindner war unter den Gründungsmitgliedern und arbeitete bis 1986 im Vorstand mit. 1990 wandte er sich dann einem neuen Betätigungsfeld zu, dem Pfarrgemeinderat von St. Johannes in Michelfeld. Seit bald 30 Jahren gehört er dem Gremium an und fungiert seit 2006 als dessen Vorsitzender. 1994 zog er zudem in den Dekanatsrat ein, und mit der Gründung des Seelsorgebereichs im Jahr 2006 wirkt er auch in dessen ehrenamtlicher Vertretung mit.

Chronist seiner Pfarrei

Anlässlich des 875-jährigen Jubiläums 1996 hat Johannes Lindner die Geschichte der Pfarrei Michelfeld niedergeschrieben; ein Buch mit rund 130 Seiten. In jenem Jahr kandidierte er bei der von ihm mitbegründeten Wählerliste CASL und schaffte den Sprung in den Stadtrat, dem er bis 2002 angehörte.

Seit 2000 Mitglied der Kirchenverwaltung in Michelfeld, warteten auf Johannes Lindner zwei Projekte, die ihn als Bauleiter forderten, die Renovierung des Pfarrhauses und die Generalsanierung des Pfarrzentrums. Er kümmerte sich um Förderungen, besprach mit Architekten die Planungen, holte Genehmigungen ein oder koordinierte Handwerkerleistungen. Zur grundlegenden Sanierung des Pfarrzentrums gründete er 2009 den Förderverein St. Otto Michelfeld, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Mit seinem Team generierte er seither fast 100 000 Euro für das Projekt. Zuletzt wurden Küche und Toiletten auf einen modernen Stand gebracht. "Wir wissen, dass dies noch lange nicht das Ende ist und seine Planungen für dieses Haus noch einige Jahre in die Zukunft reichen", ließ der Bürgermeister durchblicken.

Seine Dankesrede hielt Johannes Lindner wie immer sehr kurz. Er bedankte sich besonders bei seiner Frau und seiner Familie, um dann festzustellen: "Ich kann jetzt auch nicht mehr sagen."

Bürgermeister Neuß bei seiner Laudatio auf Johannes Lindner.
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