24.02.2020 - 12:04 Uhr
AuerbachOberpfalz

Bürgerspital Auerbach wird mit Erdgas beheizt

Zwar machen sich einige Stadträte für heimisches Holz aus dem Wald der Spitalstiftung stark, aber die Mehrheit folgt der Empfehlung des Instituts für Energietechnik an der OTH.

von Autor SCKProfil

Aktualisierte Pläne für das Bürgerspital legte das Institut für Energietechnik (IfE) GmbH dem Stadtrat vor. Der Schwerpunkt lag auf den Heizungsalternativen und Wärmekosten nach einer Generalsanierung. Dazu waren Professor Markus Brautsch und die Mitarbeiterin am IfE der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, Denise Hofmann, nach Auerbach gekommen.

An der Bildung eines Wärmeverbunds mit Einrichtungen in der Nachbarschaft hätte lediglich der Caritasverband Interesse signalisiert. Eine konkrete gemeinschaftliche Planung wäre derzeit nicht abschließend möglich. Die Beratungen gingen daher nur in Richtung einer Option für die Zukunft.

Die Varianten im Vergleich

Für die Erdgasbeheizung durch ein Blockheizkraftwerk erwartet das IfE neben den Kosten auch mögliche Einnahmen. Diese ergeben sich bei einem Modell mit 50 Prozent oder 100 Prozent Abnahme durch die Mieter oder bei der Einspeisung des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz. In die Berechnungen flossen das geänderte Kraft-Wärme-Koppelungsgesetz mit niedrigeren Fördersätzen sowie die Besteuerung beim CO2-Ausstoß ein. Neben der Selbstversorgung wurde auch ein Wärmeverbund mit Bauhof, Bürgerspital und Caritas geprüft. Pro Kilowattstunde standen unter dem Strich 7,8 Cent mit Erdgaskessel, 8,3 Cent mit Biomasse-Kessel und 8,7 Cent für das Blockheizkraftwerk.

Stadtrat Martin Weiß erinnerte an das Holz aus dem Wald der Spitalstiftung. "Warum Erdgas kaufen, wenn wir Holz haben?", argumentierte er für ein Biomasseheizkraftwerk. Die Gesamtkosten und die Wirtschaftlichkeit für Auerbach standen für ihn im Vordergrund.

In einer Zeit der Nachhaltigkeit und der Schonung der Ressourcen wandte sich Stadtrat Bernd Scheller gegen die Beheizung mit Erdgas. Auch Stadtrat Josef Lehner befürwortete eine Hackschnitzelheizung, gegebenenfalls mit einem zweiten Kessel im Bauhof.

Beschluss gegen vier Stimmen

Angesichts der Satzung der Bürgerspitalstiftung sahen sich Bürgermeister Joachim Neuß sowie die Fraktionssprecher Edmund Goß (SPD) und Herbert Appl (CSU) gehalten, die günstigere Lösung zu wählen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sprach sich für die vom IfE empfohlene Lösung mit einer Gasbrennwerttherme für das Bürgerspital aus. Diese Entscheidung wurde mit 13:4 Stimmen getroffen. Der Wärmeverbund soll erneut betrachtet werden, wenn der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg Interesse an einer gemeinsamen Wärmeversorgung anmelden sollte.

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